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Berichte aus Niersbote 2

Wasserturm – das Auf und Ab

Abschrift aus Niersbote Nr.: 7 – 18. Februar 2010
Zusammenfassung im Niersboten: Heinz-Gerd Wöstemeyer
Seitdem der Wasserturm im September 1997 bei einem Sturm erstmals von außen sichtbare Schäden erlitten hatte, wurde viel über die Restaurierung des Bauwerks geredet. Der Niersbote informierte die interessierte Wickrather Bevölkerung über den jeweils aktuellen Stand.
Lesen Sie in Stichworten "das Auf und Ab" in den vergangenen fünf Jahren.
NB 5. August 2005:
Bericht über ein Gespräch zwischen Bezirksvorsteherin Marianne Beckers und dem Leiter der Kreiswerke, Theo Thissen. Er stellt das Modell einer neuen Wasserturm-Kuppel vor. Thissen: "Mir war von der ersten Minute an klar, dass man so ein Bauwerk nicht einfach abreißen darf." Es wird der Eindruck vermittelt, dass bald mit dem Beginn der Bauarbeiten begonnen werden kann (sobald die Genehmigungen für den Bau der Tiefenbrunnen vorliegen).
NB 10. März 2006:
Zwischenzeitlich ist Theo Thissen im Ruhestand. Der neue Leiter der Kreiswerke, Klaus Steiner, bestätigt auf NB-Nachfrage: "Wir als Kreiswerke haben nach wie vor ein vordringliches Interesse am zügigen Beginn der Restaurierungsarbeiten." Die wasserrechtliche Genehmigung für den Bau der bei den Tiefenbrunnen seitens des Umweltschutzamtes in Krefeld stehe noch aus.
NB 4. August 2006:
Klaus Steiner teilt mit, dass die wasserrechtliche Genehmigung für den Bau der beiden Tiefenbrunnen jetzt vorliegt. Er dämpft in diesem Zusammenhang dennoch die Erwartungen an einen baldigen Beginn der Restaurierungsarbeiten.
NB 30. März 2007:
Wasserturm-Spitze wird abgetragen: Am 19. März 2007 wird mit dem Abtragen der Turmkuppel begonnen. Dies sei der erste Schritt der Baumaßnahmen, so Steiner, der zweite Schritt seien die Umbaumaßnahmen des Wasserwerks am Boden. Die Sanierung des Turmes könne erst im dritten Schritt erfolgen. Diese Vorgehensweise sei von Anfang an so publiziert worden und daran habe sich nichts geändert.
NB 6. April 2007:
Turmspitze abgetragen. Kreiswerke- Techniker Wolfgang Post zerstreut mögliche Zweifel: "Wenn wir von vornherein vorhätten den Turm sowieso abzureißen, bräuchten wir jetzt nicht so vorsichtig vorzugehen, um zum Beispiel den gemauerten Kranz unterhalb des Kessels unbeschädigt zu lassen. Dann hätten wir den gesamten Turm abgetragen.
NB 25. Oktober 2007:
Die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen am Wasserwerk sind in vollem Gange. Nach einer Presse-Führung durch die Baustelle und einer fachgerechten Erläuterung der zu tätigenden Maßnahmen wird auf ein schmuckvolles Wappen über dem Eingang des Wasserturmes hingewiesen. Um es zu erhalten, haben Kreiswerke Mitarbeiter den Eingansbereich während der Abbrucharbeiten an der Kuppel mit Brettern vor herabstürzenden Teilen geschützt.
NB 17. Juli 2008:
Ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten sind die neuen Tiefenbrunnen in Betrieb. Zur Restaurierung des Wasserturms erklärt Klaus Steiner, dass derzeit an Nutzungsalternativen gearbeitet werde. Es werde zusammen mit dem Architekten des Rhein-Kreises Neuss eine solide Kostenschätzung erarbeitet, ebenso werde auch an Nutzungsalternativen gearbeitet. Wenn auch die Turmkuppel zugänglich gemacht werde, müsse es einen Aufzug geben, zudem Fluchtwege, und und und. Zudem müsse geklärt sein, in wessen Trägerschaft der Turm künftig komme.
NB 28. August 2008:
Offizielle Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks. Bezirksvorsteherin Marianne Beckers drückt ihre Erwartung aus, dass der Wunsch der Bevölkerung zur Neugestaltung ihres Wahrzeichens schon bald realisiert werde. Sie hoffe, dass der Einweihungsfeier für das neue Wasserwerk demnächst die Einweihungsfeier für den renovierten Wasserturm folgen werde.
NB 25. Dezember 2008:
Kreiswerke-Chef Klaus Steiner verabschiedet - Was wird aus dem Wasserturm? Kreiswerke-Geschäftsführer Steiner übernimmt beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin eine neue Funktion. Klaus Steiner und sein Vorgänger Theo Thissen hatten sich immer wieder für den Erhalt des Turmes ausgesprochen, doch was wird jetzt aus dem Turm?
Aufsichtsratsmitglied Dr. Axel Bieling äußert auf Anfrage zur Restaurierung, dass mit einer Entscheidung nicht bis Mitte 2009 zu rechnen sei. Nach den bis dato vorliegenden Schätzungen könne der Aufbau einer neuen Kuppel mit 1,2 Mio. Euro zu Buche schlagen und der Ausbau der ersten zwei bis drei Etagen mindestens das Doppelte kosten.
Für die Restaurierung seien von den Kreiswerken und der Stadt MG 1,1 Mio. Euro zurückgestellt. NB startet eine Leserbriefaktion.
NB 22. Januar 2009:
Die zugesendeten Leserbriefe sind durchweg "pro Wasserturm".
NB 12. Februar 2009:
Parallel zur Leserbriefaktion hat Heinz Schnitzler in einer kurzfristigen Aktion Unterschriften für den Erhalt des Turmes und den Wiederaufbau der Kuppel gesammelt. Im Beisein von Bezirksvorsteherin Marianne Beckers werden am 10. Februar 1.602 Unterschriften [darunter auch eine von der Boxweltmeisterin Ina Menzer] an den Technischen Leiter der Kreiswerke, Dr. Jörg Kaulitzky, übergeben.
NB 2. April 2009:
Stefan Stelten ist seit 1. April neuer Leiter der Kreiswerke.
NB 11. Februar 2010:
Stefan Stelten äußert gegenüber dem NB auf Nachfrage, dass die Kreiswerke der Stadt Mönchengladbach bei deren Verzicht auf die Restaurierung die vom Unternehmen eingeplante Restaurierungs-Restsumme schenken werde (nach Abzug der Abrisskosten). Er erklärt, dass eine Abtrennung des Turmes aus der Wasserschutzzone ohnehin nicht mehr vorgesehen sei. Somit sei eine mögliche Nutzung des unteren Wasserturmbereiches ebenfalls nicht möglich.

Bernd Bäumer von der NABU-Arbeitsgruppe Wanderfalkenschutz erklärt in einem Interview, dass es nach dem Bruterfolg eines Wanderfalkenpärchens im vergangenen Jahr voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder eine neue Brut geben werde. Er habe OB Norbert Bude angeschrieben und parallel dazu in einem Schreiben an die untere Landschaftsbehörde auf die Schutzwürdigkeit der Wanderfalken und der Fledermäuse im Wasserturm hingewiesen.

Siehe auch: Thema Wickrather Wasserturm bei BZ-MG

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 28. Februar 2010 )