persönliches von Ina
Sportlerin des Jahres 2005 + 2006 + 2007
Sportlerehrung der Stadt Mönchengladbach
HOMETOWN-Interview mit Ina Menzer
 | | Ina mit dem kleinsten Fan - Jasmin Katz |
* persönliches von Ina *
Box-Weltmeisterin Ina Menzer kommt aus Mönchengladbach-Wickrath
Sehr erfreulich:
Fragt man die Mönchengladbacher auf der Straße nach einer bekannten lokalen Sportlerin, fällt den meisten spontan ein Name ein: INA MENZER – und dann langes Überlegen.
Ina’s kleine Biografie – "Mein Weg"
Ina ist seit dem 22. Oktober 2005 Weltmeisterin
nach WIBF-Version im Federgewicht (bis 57 kg)
Ab dem 8. März 2008 ist Ina auch Weltmeisterin
nach WBC-Version im Federgewicht
Ab dem 10. Oktober 2009 ist Ina auch noch Weltmeisterin
nach WBO-Version im Federgewicht
Geboren: 10.11.1980
Geburtsort: Atbasar, Kasachstan
Wohnhaft in Mönchengladbach-Wickrath und Hamburg = 2. Wohnsitz!
Ina besuchte diese Schulen in Wickrath:
Hauptschule von 1992 bis 1994 = Lehrer: Herr Ewerhardy
Realschule von 1994 bis 1998 = Lehrerin: Frau Houben-Hagenbeck
Nationalität: deutsch
Größe: 168 cm – doch ihr Schatten ist viel größer!
Zwei jüngere Brüder, Albert und Johann (Zwillinge)
Familienstand: verheiratet mit Denis Moos - Dezember 2006 - kirchlich am 13. Oktober 2007
erlernter Beruf: Kaufm. Fremdsprachenassistentin
Sprachen: Russisch, Deutsch, Englisch
Hobbys: lesen, malen, Gesellschaftsspiele, Sauna und alte Heimatfilme schauen.
In den Jahren 2005 + 2006 + 2007 wurde Ina Sportlerin des Jahres der Stadt Mönchengladbach
Lieblings-Farbe = Lila
Lieblings-Speise = ital. Spaghetti, Sushi und Schokolade
Lieblings-Getränk = Apfelschorle
Lieblings-Musik = Pop
Lieblings-Urlaubsort = Malediven
Lieblings-Tier = Katze [schöner Zufall!]
Projekte = Ina Menzer-Camp
Lebensmotto = Behandle deine Mitmenschen so, wie du behandelt werden willst!
 | | INAs beliebteste Autogrammkarte |
Sportlicher Werdegang:
Seit ihrem 14. Lebensjahr betreibt Ina Kampfsport.
Über Judo, Karate und Kickboxen führte der Weg zum Boxen.
Mit 17 Jahren stand Ina zum ersten Mal im Boxring.
Mitglied seit 1995 bei "Faustkämpfer Mönchengladbach"
Ina's Trainer bei den Faustkämpfern ist Waldemar Altergott
Als Amateur-Boxerin stand Ina 25 mal im Ring (23-1-1)
Sie war:
* 2x Niederrheinmeisterin
* Westdeutsche Meisterin
* Internationale Meisterin 2001
* Siegerin im Ceresit-Box-Cup der Frauen 2002
- - am 10.11.2002 in Hamburg PS über Sonja Dürr
* Internationale Deutsche Meisterin 2003
- - bei den 1.Internationalen Deutschen Boxmeisterschaften der Frauen (IDBF)
- - vom 6. bis 8. November 2003 in Meppen (Niedersachsen)
Profidebut: 30. März 2004 in Aachen
Interkontinentale Meisterin der WIBF 2005
Trainer: Michael Timm
Titel seit dem 22. Oktober 2005 =
WIBF Box-Weltmeisterin
Titel seit dem 8. März 2008 =
WIBF + WBC Doppel-Weltmeisterin
Titel seit dem 10. Oktober 2009 =
WIBF + WBC + WBO 3-fach Weltmeisterin
 | | Eintrag ins Goldene Buch von Mönchengladbach |
Am 22. Dezember 2005 trug Ina sich in das GOLDENE BUCH der Stadt Mönchengladbach ein.
Auf dem Foto von links:
Stadtdirektor Wolfgang Rombey,
Sportausschussvorsitzender Frank Boss und
Oberbürgermeister Norbert Bude.
Das Foto wurde dem Chronisten freundlicherweise von der Rheinischen Post zu Verfügung gestellt. DANKE !
Am 12. Januar 2006 hat Ina Menzer sich, auf Einladung der Bezirksvertretung Wickrath (Bezirksvorsteherin Marianne Beckers), in das "GOLDENE BUCH UNSERER GEMEINDE" eingetragen.
Dies ist eine ganz besondere Ehre, da sich vorher nur "Mark Spitz" darin eingetragen hat.
Sportlerehrung der Stadt Mönchengladbach
Die Stadt Mönchengladbach ehrt erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler, wenn sie
1. bei einer Deutschen Meisterschaft den 1. bis 3. Platz erringen,
2. Deutscher Pokalsieger, Deutscher Vizepokalsieger sind,
3. bei einer Europameisterschaft den 1. bis 6. Platz erringen,
4. Europapokalsieger, Vize-Europapokalsieger sind,
5. bei einer Weltmeisterschaft den 1. bis 6. Platz erringen,
6. Weltpokalsieger, Vize-Weltpokalsieger sind,
7. bei Olympischen Spielen den 1. bis 6. Platz erringen
8. + 9. bei den Paralympics oder den Specialolympics den 1. bis 6. Platz erringen
10. zu Wettkämpfen der A-Nationalmannschaft in Mannschaftssportarten berufen werden.
Ina Menzer ist als Amateur- und als Profiboxerin geehrt worden:
2002 – Deutsche Meisterin
2003 – Internationale Deutsche Meisterin
2005 – Weltmeisterin
2006 – Weltmeisterin
2007 – Weltmeisterin
2008 – Weltmeisterin
Inas Vorfahren waren Wolgadeutsche, die zu Zeiten von Katharina I. [* 1683, + 1727] ausgewandert waren, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg nach Atbasar in Kasachstan umsiedeln mußten.
 | | Ina Menzer Dezember 2007 |
Die Geschichte ihrer Familie interessiere sie sehr. Eigentlich heiße sie Ina Mainzer, da einer ihrer Urgroßväter aus Mainz stammte, während die mütterliche Linie aus Weimar kam. Doch mit dem "ai" kamen die Kasachen nicht klar, weshalb daraus zunächst ein "ä" und später ein "e" wurde.
1990 kam die Familie Menzer nach Deutschland. Die ersten zwei Jahre wohnten sie in Neuß in einer Notwohnung. Dort besuchte Ina mit den Brüdern (Zwillinge) die Grundschule in Gnadental.
1992 zog die Familie nach Wickrath. Nach zwei Jahren Hauptschule wechselte Ina zur Realschule in Wickrath. Dort schloß sie mit der Mittleren Reife mit Qualifikation ab.
Wichtige Werte im Leben sind für Ina vor allem Aufrichtigkeit, Ehre, Treue, Höflichkeit und Güte, Wahrhaftigkeit und der respektvolle Umgang untereinander.
Früher wollte Ina mal Ärztin oder Anwältin werden.
Aber jetzt ist Boxen Ina’s Traumberuf
Das erste Geld hat Ina mit "jobben" in einem Eiscafé verdient.
Gerne würde Ina auch einmal den Beruf als Kosmetikerin oder Masseurin ausprobieren.
"Liebe Ina, massieren kannst Du bei Marlene üben!"
Denis Moos lernte seine Ina 2001 kennen und lieben.
Denis hält seiner hübschen und schlagstarken Frau den Rücken frei. „Ich fahre sie im Auto, ich bekoche sie, wenn sie vom Training kommt. Sie macht Profi-Boxen als Fulltime-Job.“
Gibt’s vorm Kampf getrennte Hotelzimmer? Denis: „Nein – wenn Ina schlafen will, mache ich den Fernseher aus und halte Ruhe. Sie bestimmt und hat alle Wünsche frei.“
Boxt ihr auch mal gegeneinander? „Ja, aber nur um die Reaktionsgeschwindigkeit zu schulen. Dabei darf Ina nur auf den Körper schlagen. Kopftreffer sind verboten. Ich denke, sie könnte mich ausknocken“, sagt der Student und ehemalige Leistungssportler.
Ja, Denis war früher auch Leistungssportler. „Ich konnte mir meinen Traum vom Profi-Sportler wegen eines Kreuzbandrisses nicht erfüllen. Deshalb habe ich Ina zu dem Schritt, Berufsboxerin zu werden, geraten.“
 | | Katharina und Denis |
Ina's Mutter, Katharina Menzer, ist auch heute noch nicht vom Boxen ihrer Tochter begeistert, aber trotzdem auf die Leistung ihrer Tochter sehr Stolz.
"Und sie kann auf ihre Tochter Stolz sein!!"
Sie sitzt aber trotzdem bei jedem Kampf ihrer Tochter am Ring und fiebert mit Denis um die Wette!!! Und nach dem Kampf gibt es für Ina immer ein paar Blümchen.
In einem Interview antwortete Ina (scherzhaft) auf die Frage "Gibt’s noch blöde Sprüche wegen blauer Flecken?"
"Ich sag einfach, mein Mann hätte mich geschlagen."
"Aber Ina, wer glaubt das denn??"
Im gleichen Interview kam die Frage: "Wie kriegt man die Frisur nach dem Kampf wieder hin?"
Ina's Antwort: "Das Schlimmste nach dem Kampf ist die Vaseline im Haar. Das dauert bis zu zwei Wochen, bis sie rausgewaschen ist."
Anmerkung des Chronisten: "Die Vaseline schmiert Ina's Trainer Michael Timm ihr ins Haar, damit Ina etwas zum rauswaschen hat!"
"Michael, macht das Spaß?"
Außerdem hat Ina eine liebe Freundin, die ihr die Haare macht:
Meistersalon Claudia Thiel
HAARGENAU in Mönchengladbach
 | | Ina Menzer und Claudia Thiel - Foto: Marianne Müller |
Gerne würde Ina einmal auf einem Pferd reiten.
Bisher fehlte ihr aber die Zeit dafür und sie hat großen Respekt (Angst?) vor diesen edlen Tieren.
"Hallo Ina, Du kommst aus Wickrath,
der Pferdehochburg!"
Ina Menzer ist nicht nur schön, sie ist vor allem mutig und sehr erfolgreich. Wenn sie in den Ring steigt, schlägt sie zu, weil sie nicht "vermöbelt" werden will.
Ina wäscht ihre Wäsche, auch die Berge der Trainingsklamotten, selbst. Da läßt sie keine Waschfrau ran.
"Ina hat alles, was eine erfolgreiche Boxweltmeisterin braucht. Sie sieht hervorragend aus, sie bringt sportlich alles mit, sie kann sich gut verkaufen und geht offen auf andere Menschen zu", hat ihr Manager Dietmar Poszwa schon zu Beginn ihrer Karriere orakelt.
"Wie recht er hat!"
Durch ihre Leistung wurde Ina sehr prominent. "Ich verstehe es als Anerkennung meiner körperlich harten Arbeit. Mein Ehrgeiz und meine Fans sind meine Motivation".
Klaus-Peter Kohl: "Ina Menzer ist eine Sportlerin wie aus dem Lehrbuch!"
Ina wird von ihrem Trainer Michael Timm (Timmy) liebevoll "ZICKE" genannt.
Männerklamotten trägt Ina im Ring nie! Sie boxt im Tennisrock, weil es keinen Boxausrüster gibt.
Ina trägt bei ihren Kämpfen immer einen Brustschutz.
Schläge auf die Brust können Krebs verursachen.
Ina's sportliches Ziel ist, ihre derzeitigen WM-Gürtel möglichst lange zu halten.
* Weltmeisterin zu werden, war schwer.
* Weltmeisterin zu bleiben, ist noch schwerer.
Denn nun ist Ina die Gejagte.
Ina Menzer läuft zu "Figher" von Christina Aguilera in die Boxhalle ein.
"Wir setzen derzeit auf Ina Menzer als Nachfolgerin von Regina Halmich und sind damit sehr zufrieden", sagte Michael Ohr, Leiter der Zentralabteilung Sport beim ZDF"
"Hallo Herr Ohr, Ina ist die Beste und keine Nachfolgerin"
Die Vergleiche mit Regina Halmich gehen Ina Menzer tierisch auf die Nerven.
Regina Halmich hat große Fußstapfen hinterlassen.
INA: "Ja, aber ich will definitiv meine eigenen hinterlassen."
"Ina's Fußstapfen sind größer!"
Wie fühlt sich Denis, wenn seine geliebte Ina kämpft?
Denis: "Nach außen versuche ich, ruhig zu bleiben".
Wie er sich nach innen fühlt, sagt er nicht und Ina möchte es lieber nicht wissen!
Ina kocht nicht gerne.
Sie läßt sich lieber von ihrem Mann Denis bekochen, der das auch besser kann. (= Inas Meinung!)
Ina geht zur Erholung vom täglichen Training gerne in die Sauna.
"Ich mag aber keine gemischten Saunen, deshalb gehe ich nur in die für Frauen. Da muß ich nicht darauf achten, wie das Handtuch sitzt."
Nach einem Kampf belohnt Ina sich gerne mit einer Tafel LINDT-Schokolade. - Oder wird von ihrer Presse-Managerin und Freundin Frauke Constantin verwöhnt.
"Liebe Ina, denke an die Kilo's"
Wie ist es mit dem Glauben?
Ina Menzer: "Ich gehe nicht oft in die Kirche, aber ich glaube an Gott und bete vor jedem Kampf."
Vor jedem Kampf kauft Ina extra neue Dessous.
Frage: Hast Du keine Hemmungen, Dich in Dessous zu präsentieren?
INA MENZER: Klar! Am Anfang hatte ich Hemmungen, mich halbnackt zu präsentieren, aber es gehört nun mal dazu. Deswegen zelebriere ich es, indem ich vorher was Schönes kaufe.
Interview-Frage: Stört sie der Begriff "schöne Boxerin"?
"Nein! Aber ich bin keine, die sich ständig im Spiegel anschaut. Ich denke, ich habe eine sehr positive Ausstrahlung, bin immer fröhlich und das gefällt den Leuten. Das Einzige, was ich nicht schön finde, sind meine Hände. Die sind schon ziemlich lädiert".
"Sie ist ein liebes Lachtäubchen"
Das Aussehen kommt Ina Menzer natürlich zugute. Aber, sie ist nicht Weltmeisterin geworden, weil sie gut aussieht.
Zu ihren BoxSportFreunden meint Ina:
Die große Gruppe meiner Fan’s gibt mir viel Kraft durch ihre Unterstützung!
"Und die Gruppe wird immer größer!!!"
Mit Oliver Pocher würde Ina vielleicht einmal in den Ring steigen. Aber bei solchen Auftritten muß man natürlich sehr darauf aufpassen, daß der Sport nicht ins Lächerliche gezogen wird.
"Der hätte es auch verdient, einmal richtig verdroschen zu werden!"
Der "Chronist" Josef Katz ist nicht der "Größte Ina Fan" geworden, weil sie gut aussieht, sondern weil sie
1. die beste Boxerin ist,
2. aus MG-Wickrath kommt und
3. als "Wickratherin" Weltmeisterin geworden ist.
Daß Ina auch noch die schönste Boxerin ist, stört dabei überhaupt nicht!
"Boxen ist wie Fechten mit Fäusten"
"Erinnerung ist ein wesentliches Element öffentlicher Anerkennung"
"Paka!" ist russisch und heißt tschüs!
 | | Ina Menzer mit Adonis und Marlene Katz |
* Sportlerin des Jahres *
der Stadt Mönchengladbach
**Sportlerin des Jahres 2005**
**Sportlerin des Jahres 2006**
**Sportlerin des Jahres 2007**
Am 3. Dezember 2005 = Sportlerin des Jahres 2005
Am 17. März 2007 = Sportlerin des Jahres 2006
Am 26. April 2008 = Sportlerin des Jahres 2007
!! HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !!
Ring frei für Ina Menzer
Janina Fein, vom Hamburger HOMETOWN führte das Interview mit Ina Menzer, die dafür ihr Training kurz unterbrach.
Grüner Blazer, schwarzer Rock, Rollkragenpulli, High-Heels, Absatz vielleicht 8 cm, die braunen Haare zu einem losen Dutt geschnürt. Die Augen, grüngelb sind sie, mit Mascara geschminkt, sie leuchten, glitzern, funkeln, im Sonnenlicht. Würde man Ina Menzer auf der Strasse treffen, einfach so, ohne sie zu kennen, ohne sie zu erkennen – man könnte meinen, sie wäre Geschäftsfrau, vielleicht auch Besitzerin einer Boutique. Aber Profi-Boxerin? Nein, da käme ganz sicher niemand drauf.
Ina sitzt im Ono in Eppendorf, eines ihrer Lieblings-Cafes. Weil es hier so leckeres Sushi gibt. Die Paprika-Suppe, die sie beim letzten Mal hatte und die so lecker war, steht heute nicht auf der Karte. „Och mann, schade“, sagt Ina. Also nur Sushi. Sie liebt Sushi. Und entscheidet sich für Hawaiian Roll und Spicy Tuna Roll.
Außerdem, meint Ina und muss lachen, muss sie jetzt etwas essen – ihr Mann Denis hat heute Abend Uni und keine Zeit, etwas auf den Tisch zu zaubern. Aber er kann kochen, richtig gut, viel besser als sie, sagt sie und lacht wieder.
„Wir sind da so hineingewachsen“, erzählt sie. Mit „wir“ meint sie Denis und sich, mit „hineingewachsen“ meint sie ihre Karriere als Profi-Boxerin. Als das Angebot von Universum Box-Promotion kommt, ist er derjenige, der zu Ina sagt: Mach das! „Ich wollte eigentlich gar nicht unterschreiben“, erinnert sich die 28-Jährige. Ihre Karriere als Profi-Boxerin beginnt 2004, aber schon früher, schon als sie 14 war, nimmt sie Kung-Fu-Unterricht. Mit 16 dann das erste Mal Boxen, und wie es manchmal so spielt, das Leben, bleibt Ina dabei und beginnt zu trainieren, nach der Schule, während der Ausbildung als Fremdsprachenassistentin, später, während ihres BWL-Studiums. Alles dreht sich auf einmal um den Sport, ums Boxen. Ihr BWL-Studium ist auf Eis gelegt, erstmal. Die Karriere als Profi-Boxerin ist dazwischen gekommen.
Jetzt steht sie im Ring, jetzt ist sie zweifache Weltmeisterin im Federgewicht. Ina wird am 2. Mai in Bremen gegen die Amerikanerin Franchesca Alcanter ihre Titel verteidigen, und sie will sie natürlich behalten. Vorfreude, ein bisschen Anspannung und Nervosität, spürt Ina, wenn sie an diesen Kampf denkt. Keine Angst, nein.
Drei Stunden Training, jeden Tag, jetzt, in den letzten vier Wochen vor dem Kampf. 30 Minuten Kondition, 15 Minuten Aufwärmen, 15 Minuten Schattenboxen, Sparring, Lockern, Laufen, Bauch- und Rückentraining.
„Boxerinnen wie Regina Halmich“, sagt Ina, „haben das Frauen-Boxen salonfähig gemacht. Wäre Regina nicht gewesen, müßten das jetzt andere übernehmen und in die Öffentlichkeit tragen.“
Manchmal, wenn Ina durch die Straßen bummelt, in Wandsbek, in Eppendorf, wird sie erkannt und nach einem Autogramm gefragt. Einmal, es ist noch gar nicht lange her, rennt ein Mann mit seiner Frau im Schlepptau auf sie zu. „Frau Menzer, sind Sie das? Kann ich Ihre Hand schütteln, es ist ja so toll, dass ich Sie hier auf der Straße treffe!“, sagt der Unbekannte. „Der war so baff, dass auch ich ein ganz normaler Mensch bin und einkaufen gehe. Das fand ich echt süß“, erzählt Ina und schmunzelt. Sie freut sich jedes Mal, wenn ihr so etwas passiert, ein schönes Gefühl ist das. Und manchmal wundert sie sich selbst darüber, wie bekannt sie hier schon ist.
Ina ist in Atbasar, Kasachstan, geboren. Doch ihre Heimat, ihr Zuhause ist Deutschland, ist Hamburg - [und Mönchengladbach = der Chronist] „Kasachstan ist ein Stück von mir, diese Verbindung wird immer bestehen“, erzählt sie. Irgendwann aber möchte sie Kasachstan wieder besuchen. Sie will nicht verleugnen, dass sie dort geboren ist – „wieso auch?“ fragt sie. Das gehört ja zu ihr. Ihr Deutsch ist nahezu akzentfrei, nur ab und zu, ganz selten, rollt sie das Rrrr so schön, wie es die Hamburger einfach nicht können.
Wie Inas Leben heute aussehen würde, wenn sie keine Profi-Boxerin geworden wäre, das weiß sie nicht. „Ich frage mich das oft, aber ich weiß es wirklich nicht.“ Entgegen dem, was viele Menschen vielleicht hören möchten, betont Ina: „Ich habe kein Vorbild im Boxsport.“
Ina nerven Vergleiche mit anderen Boxerinnen, vor allem mit Regina Halmich. Immer wird sie mit Regina verglichen, immer gefragt, ob Regina ihr Vorbild ist.
Nein und Nein. „Ich habe mich immer dagegen gewehrt, dass ich eine zweite Regina bin oder jemals sein werde.“ Das geht sowieso nicht, zu viele Unterschiede tun sich zwischen den beiden auf: Gewichtsklasse, Boxstil, überhaupt, zwei unterschiedliche Menschen, zwei unterschiedliche Frauen.
„Da frag ich mich schon manchmal, nach welchen Kriterien überlegen die sich das? Wer Regina beerben will – bitteschön. Aber ich will es nicht.“ Ina ist immer ihren eigenen Weg gegangen, bis hierhin, und das wird auch weiter so bleiben. Auch ohne Vorbild.
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