Aktivitäten von Marlene Katz im Karneval
Aktivitäten von Heinz-Josef Katz im Karneval
Info's ALTE SÄCKE
Mitgliederliste der Alten-Säcke
Chronik der "Ahl Säck"
Seniorenkarneval in Mönchengladbach
Karneval in Rheydt
Gladbachs kleinste Karnevalsgesellschaft "Kinner jlövet"
Karnevalsbegriffe
Der "Lennet Kann" - Aachen
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Schaut da mal rein:
klick hier = WDR
Schöner Bericht von Susanne Schnabel
über den Seniorenkarneval in Mönchengladbach
Mönchengladbacher Karnevals Verband - MKV
Karnevalsvereine
BRITZ, die Band zum schunkeln .........
Remmi + Demmi = Die Sachsenkönige
Aktivitäten von Marlene Katz in der
Historischen Karnevalsgesellschaft von 1883
"Ruet Wiss Okerke"
BURGGRAFEN-GESELLSCHAFT
Mitglied bei "Ruet Wiss Okerke" seit 1973.
von 1974 bis 1992 Vorstandsarbeiten =
2. Kassiererin
Schriftführerin
Vizepräsidentin
von 1974 bis 1992 Elferrat
von 1978 bis 1983 Funkenmariechen
ab 1983 Ehren-Mariechen
von 1985 bis 1992 Sitzungs-Präsidentin.
Aktivitäten von Heinz-Josef Katz im Karneval
Mitglied bei den "Wanloer Ströpp" (Elferrat): 1968 bis 1973
Mitglied bei "Ruet Wiss Okerke": seit 1973
Vorstand: Beisitzer und Archivar
Elferrat: von 1973 bis 1979
Über 15 Jahre Wagenbauer (Abteilung Handwerk)
Von 1975 bis 2001 Fahnenträger bei Außenveranstaltungen (3,80 m Länge)
Seit 1979 Zeremonienmeister (Profos)
Präsidentenstab von Berti Cohnen aus dem Jahre 1953.
Dieser wurde 1981 von Berti Cohnen an Heinz-Josef Katz vererbt.
Seit 1990 Zeremonienmeister (Profos) bei Seniorensitzungen (MG + RY) = MKV + Altkarnevalisten
Seit 1998 Mitglied bei den Altkarnevalisten von Rheydt (Alte Säcke)
Karnevalsbegriffe
Elferrat:
Der Begriff wurde mit der Rheinischen Karnevalsreform 1823 eingeführt und hat seine Wurzeln in der Besetzung der linksrheinischen Region durch Frankreich nach der Französischen Revolution.
Zur Zahlensymbolik gibt es verschiedene Erklärungen:
ELF läßt sich aus den Anfangsbuchstaben der Losung der Französischen Revolution bilden:
„Egalité, Liberté, Fraternité“ - „Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit“.
In der Religion gilt die ELF als Zahl der Maßlosigkeit, der Sünde oder als teuflische Zahl. Der Bezug zum Karneval, bei dem es ausgelassen und nicht immer ganz christlich zugeht, ist eine Zuordnung leicht herzustellen. Außerdem ist die 11 auch eine "Schnapszahl".
Bei der Wiederbelebung des rheinischen Karnevals Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die ELF als Zahl interpretiert, die die Gleichheit aller Menschen unter der Narrenkappe versinnbildlicht, sozusagen eins neben eins, also 11.
Im Elferrat müssen nicht zwingend 11 Personen sitzen, sondern es können auch mehr/weniger sein.
In der Regel besteht aber im Rheinland der 11er-Rat aus zehn Mitgliedern und dem Präsidenten, also 11.
Zeremonienmeister:
Auch Profos genannt. Zu seinen Pflichten gehören organisatorische, logistische und repräsentative Aufgaben.
Der Zeremonienmeister ist derjenige, der durch eine feierliche Handlung führt und darauf achtet, daß die traditionellen Regeln beachtet werden.
Mariechen:
Das Tanzmariechen ist eine auf die früheren Marketenderinnen zurückgehende traditionelle Figur im Karneval und kam zunächst nur im Rheinland vor. Gleichbedeutende Bezeichnungen sind Funkenmariechen oder Regimentstochter.
Die Funkenmariechen gibt es schon seit Beginn des Karnevals der Neuzeit. Sie werden aber erst seit Ende des 19. Jahrhunderts als solche bezeichnet. Sie geht historisch auf die Marketenderinnen im 30jährigen Krieg zurück, die mit den Soldaten umherzogen.
Genaugenommen gibt es Funkenmariechen nur bei den Funken.
Aber: Da sich der Name durchgesetzt hat, wird er auch als Sammelbegriff für alle Solotänzerinnen verwendet.
Funkenmariechen waren früher männlichen Geschlechts. Erst nach und nach, ab den 30er Jahren die Regel, wurden Mädchen Funkenmariechen.
Die typische Kleidung eines Tanz- oder Funkemariechens besteht aus Perücke, einer Uniformjacke, dazu ein meist kurzer (plissierter) Rock, Strumpfhose und Spitzenhöschen.
Literat:
Der Literat, auch Inspizient genannt, einer rheinischen Karnevalsgesellschaft ist mit der offiziellen Aufgabe betraut, die bei Sitzungen und anderen Festlichkeiten auftretende Künstler auszuwählen oder vorzuschlagen, ihre geplanten Darbietungen zu kennen und den Zeitpunkt des Auftrittes fest zu legen.
Session:
Im Karnevals-Brauchtum der Zeitraum vom 11. November bis zum Aschermittwoch des folgenden Jahres.
Lätare-Essen:
Lätare (lat. laetare: freue dich!)
Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und hat einen fröhlicheren, tröstlichen Charakter.
Eine andere Bezeichnung für diesen Sonntag – abgeleitet vom Evangelium von der wundersamen Brotvermehrung – ist „Brotsonntag“. An Laetare wird das Fasten ausgesetzt.
Lätare-Essen ist eine andere Bezeichnung für Fischessen nach der Karnevalszeit.
Die Odenkirchener Gesellschaft für Kultur und Brauchtum eV (ONA) hat diesen Namen für ihr "Fischessen" gewählt.
Im traditionellem Teil des festlichen Abends, stellt die Gesellschaft einen verdienten Bürger aus Odenkirchen vor und verleiht den "Brauchtumspreis der ONA".
Nach dem Verspeisen der leckeren "Fischkes" mit der köstlichen "ONA-Tunke" präsentiert diese Gesellschaft sechs bis acht Künstler/innen aus dem Bereich Musical/Operette mit einem großen Orchester, die für einen unvergeßlichen Abend sorgen.
Info's von den Rheydter Altkarnevalisten
* ALTE SÄCKE *
Die Ahl-Säck sind Mitglied im Fachbereich Senioren-Karneval des Mönchengladbacher Karneval-Verbandes eV [MKV]
Mönchengladbacher Karnevals-Verband
Der ALT-BAAS ist Emil Knour
Der BAAS ist seit dem 2.2.2009 Hans Pricken
Der Rendant ist Helmut Steuermann
Der Profos ist Josef Katz
Die Marketenderin ist Marlene Katz
Die Ehren-Schraube ist Hilde Trumm
Der Ehren-Sack ist Horst Trumm
Das Domizil ist der Burgturm in Odenkirchen
*** TERMINE ***
Stammtisch der Rheydter Altkarnevalisten "Alte Säcke"
jeweils um 19:00 Uhr
Termine für 2010
Montag, 1. Februar - Stammtisch im Burgturm, Odenkirchen
Montag, 1. März – Fischessen bei Pannhausen, Mülfort
Montag, 12. April – Stammtisch im Burgturm, Odenkirchen
Montag, 3. Mai – Stammtisch im Burgturm, Odenkirchen
Montag, 7. Juni – Stammtisch im Burgturm, Odenkirchen
Samstag, 19. Juni – Grillfest bei Pannhausen, Mülfort, mit Partnerin
Montag, 5. Juli – Stammtisch im Burgturm, Odenkirchen
Montag, 2. August – Sommerfest Kleingarten am Tierpark, Odenkirchen
Montag, 6. September – Stammtisch im Burgturm, Odenkirchen
Samstag, 2. Oktober – Oktoberfest bei Pannhausen, Mülfort, mit Partnerin
Montag, 4. Oktober – Stammtisch im Burgturm, Odenkirchen
Montag, 8. November – Stammtisch im Burgturm, Odenkirchen
Montag, 6. Dezember – Nikolausfeier im Burgturm, Odenkirchen
Seniorensitzung der Mönchengladbacher Altkarnevalisten
in der Kaiser-Friedrich-Halle am 20. Februar 2011
auch im Jahre 2011 nur eine Sitzung!
Mitgliederliste der "Alten-Säcke" gegr. 1996
Orden-Nr. – Name – Vorname
Große Rheydter Prinzen Garde (9)
. 5 - Dr. Schulte-Tenkhoff, Gerd
12 - Dahmen, Paul
16 - Keipp, Heinz
20 - Schoenen, Heinz
26 - Brings, Joseph
28 - Baltes, Karl-Heinz
29 - Winkels, Hans
41 - Poos, Kunibert
46 - Liffers, Gerd
Ruet-Wiss-Okerke (8)
. 7 - Knour, Emil
18 - Dreehsen, Hans
32 - Meyers, Karl-Heinz
39 - Günther, Wilfried
40 - Katz, Josef
43 - Kothes, Helmut
44 - Köster, Wolfgang
48 - Haasen, Josef
Schwarz-Gold Rheydt (5)
. 2 - Hündgen, Josef
. 8 - Hilgers, Heinz
19 - Wingerath, Helmut
27 - Pannhausen, Heinz-Josef
34 - Dickmeis, Hans
Schwarz-Gold Odenkirchen (4)
. 6 - Engels, Gerd
24 - Klüttermann, Wolfgang
33 - Schmitz, Wilfried
38 - Pricken, Hans
Kinderprinzengarde Mönchengladbach (3)
22 - Gillessen, Karl-Heinz
30 - Pitz, Hans
31 - Goldapp, Horst
Botterblom Giesenkirchen (3)
11 - Plücken, Bert
23 - Schmitz, Karl-Heinz
37 - Kamphausen, Rolf
Rot-Weiß Dorfbroich (2)
13 - Lönnendonker, Herbert
14 - Steuermann, Helmut
Blau-Weiß Eisenbahner (1)
21 - Palberg, Jörg
Blau-Gelbe Funken Geistenbeck (1)
. 9 - Jolivet, Hans
Ehrenmitglieder:
Trumm, Hilde = Ehrenschraube – Prinzengarde Mönchengladbach
Trumm, Horst = Ehrensack – Prinzengarde Mönchengladbach
. 2 - Hündgen, Josef – Schwarz-Gold Rheydt
. 5 - Dr. Schulte-Tenkhoff, Gerd – Gr. Rheydter Prinzen Garde
Heinen, Josef – 1 - Gr. Rheydter Prinzen Garde | * 01.05.1925 + 28.11.2006
Kipp, Heinz – 47 - Schwarz - Gold Odenkirchen | * 28.04.1928 + 13.03.2008
Chronik der "Ahl Säck"
Nach der kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 fanden ab der Session 1976/77 die Seniorensitzungen in der Stadthalle Rheydt statt. Bis 2008 wurde sie von Emil Knour präsidiert.
Die "Alten Säcke" sind ein Freundeskreis aus dem alten Rheydter Karneval.
Ideen- und Namensgeber ist Emil Knour, Odenkirchen.
Der Freundeskreis darf 38 männliche Mitglieder nicht übersteigen.
Ab dem 6. Dezember 1996 fand mit ca. 25 bis 30 Karnevalisten im "Beller Hof" in Odenkirchen der Stammtisch statt.
Seit dem 21. September 1998 ist das Domizil der Burgturm von Odenkirchen.
Aufnahme in den Freundeskreis finden Karnevalisten, die 60 Jahre oder älter sind, mit langer karnevalistischer Tätigkeit aus den Rheydter Karnevalsgesellschaften. Alle "Altkarnevalisten" sind weiterhin Mitglied in ihren Gesellschaften. Über die Aufnahme entscheiden die Mitglieder.
 | | Orden Alte Säcke - Freundeskreis der Rheydter Altkarnevalisten Foto: Heinz-Josef Katz |
Erkennungszeichen der "Alten Säcke" ist ein numerierter Orden, der unter dem "Hausorden der Gesellschaft" zusätzlich getragen wird, eine Anstecknadel und eine "Komiteemütze" zu besonderen Anlässen.
Diese Erkennungszeichen tragen die Farben aller "Rheydter" Karnevalsgesellschaften.
Orden und Mütze wurden von Josef Heinen (+ 28.11.2006) entworfen und dürfen nur von Mitglieder getragen werden.
Begrüßung untereinander ist:
"All Rheydt - Du Alter Sack"
Die Mitglieder treffen sich einmal im Monat in ihrem Domizil. Beim Stammtisch nach Karneval ist das traditionelle Fischessen. Beim Stammtisch im Dezember findet die Weihnachtsfeier statt.
 | | Komitee Mütze Alte Säcke - Freundeskreis der Rheydter Altkarnevalisten - Foto Archiv Katz |
Der Beitrag beträgt 30 Euro im Jahr (plus 20 Euro für Getränke). Darin eingeschlossen sind Fischessen, Weihnachtsfeier und Zuwendungen beim jährlichen Ausflug und teilweise zum Stammtisch.
Die Chronik wird von Josef Katz geführt und ins Internet gesetzt.
Die "Ahl Säck" haben zwei Ehrenmitglieder:
Ehrensack = Horst Trumm und Ehrenschraube = Hilde Trumm. [Prinzenpaar 2000]
Die "Rheydter Altkarnevalisten" richten jährlich die "Seniorensitzung" im Auftrage des MKV in Zusammenarbeit mit der Stadt Mönchengladbach / Amt für Altenhilfe in der Stadthalle Rheydt aus.
Emil Knour hat Sitz und Stimme im Beirat des MKV.
Prinzen aus den Reihen der "Alten Säcke" sind:
Hans Pitz [1965]
Bert Plücken [1972]
Josef Heinen [1973] +
Dr. Gerd Schulte Tenkhoff [1975]
Heinz-Josef Pannhausen [1990]
Horst Trumm (Ehrenhalber) [2000]
Der Baas (Vorsitzender) und Sitzungspräsident war - Emil Knour
Der Baas ab 2. Februar 2009 ist - Hans Pricken
Der Rendant (Schatzmeister) und Inspizient ist - Helmut Steuermann
Der Profos (Zeremonienmeister) und Chronist ist - Josef Katz
Die Marketenderin (zum Orden umhängen und Bützen) ist - Marlene Katz =
Ehrenmariechen bei "Ruet-Wiss-Okerke".
Beim Stammtisch der Altkarnevalisten "Alte Säcke" am 2. Februar 2009 gab Emil Knour bekannt, daß er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als BAAS der "Alten Säcke" kandidieren kann. Er bat die Altkarnevalisten einen jüngeren „Alten Sack“ zu benennen. Die Wahl viel auf Hans Pricken. Nach längerer Bedenkzeit nahm er die Wahl an.
Die Leitung der "Senioren-Sitzung" in Rheydt hatte Emil schon am 20. Januar 2008 an einen Jüngeren abgegeben.
Danke, Hans, daß Du nun den "Alten Säcken" vorstehst.
Ab Februar 2010 sind Josef Hündgen (95), von Schwarz-Gold Rheydt (Ordens-Nr.: 2) und Dr. Gerd Schulte-Tenkhoff (83), von der Großen Rheydter Prinzen Garde (Ordens-Nr.: 5) Ehrenmitglieder der "Alten Säcke". Sie können aus gesundheitlichen bzw. altersbedingten Gründen nicht mehr am aktiven Karnevalsgeschehen teilnehmen.
Somit bleiben sie aber "Alte Säcke".
* Seniorenkarneval in Mönchengladbach *
Der Karneval in Mönchengladbach hat eine lange Tradition. Er hat ab ca. 1970 eine Spezialität, den Seniorenkarneval, hinzugewonnen.
Der Begründer ist Addi Broicher, der damalige Präsident der Karnevalsgesellschaft "Wenkbülle". Er organisierte die Premiere im Altenheim auf der Bettrather Straße.
In den folgenden Jahren stießen einige bekannte Gesichter der Karnevalsaktivisten wie Hans Lennartz dazu und das Programm wuchs um Büttenreden, Gesangseinlagen a la Bubi Schmitz und Willi Dabecks unvergeßlicher Orgelmusik.
Bereits 1973 fand die erste und ausverkaufte Karnevalssitzung in der Kaiser-Friedrich-Halle statt und angesichts des großen Erfolges kündigte Oberbürgermeister Wilhelm Wachtendonk eine jährliche Fortsetzung dieser Feierlichkeit an.
Dank der Unterstützung der Firma Selgross (später Real) konnte eine aufwendige und schöne Gestaltung des Festsaals realisiert werden.
Mit dem Erfolg des Seniorenkarnevals stieg auch der Organisationsaufwand, Addi Broicher holte sich Hilfe bei seinen Stammtischbrüdern im "Eickener Hof" und gründete 1975 die "Gemeinschaft der Altkarnevalisten der Stadt Mönchengladbach".
Ab der Session 1976/77 fanden auf Initiative von Emil Knour auch regelmäßig Seniorensitzungen in der Rheydter Stadthalle statt. Bis Heute ist Emil Knour der Präsident.
Auf seine Initiative trafen sich ab dem 6. Dezember 1996 ca 25 – 30 Karnevalisten im "Beller Hof" zu einem "Stammtisch". Ab dem 21. September 1996 ist der Burgturm in Odenkirchen das Domiziel. [siehe auch "Chronik der Ahl Säck"]
Bis 1989 leitete Addi Broicher die Karnevalssitzungen in der Kaiser-Friedrich-Halle, danach gab er sein Amt an Hans Lennartz ab, der bis 2005 die Präsidentschaft inne hatte. Im Jahr 2005 übergab Hans Lennartz die Leitung der Sitzungen in der Kaiser-Friedrich-Halle an Hans Gerd Wilms, den neuen Präsidenten der Altkarnevalisten.
Und dann kam, während dieser Bericht geschrieben wurde, die Nachricht, Hans Gerd Wilms ist gestorben. (+ 16. März 2006) Mit 58 Jahren! Alle Karnevalsfreunde trauern um ihn.
Doch auch im Karneval muß es weitergehen. Die Programmpunkte für die nächsten Seniorensitzungen müssen eingekauft werden. So setzten sich Fred Voiss, der Leiter vom Amt für Altenhilfe, mit Hans Lennartz, Emil Knour und als neuer Präsident in Mönchengladbach Heinz-Willi Nellessen von den "Poether Pothaepel" zusammen und stellten ein Programm zusammen.
Wie es aber bei den Gladbacher Altkarnevalisten weitergeht, wird sich später herausstellen, es muß ein neuer Präsident gewählt werden. Das heißt, Heinz-Willi Nellessen ist nur für dieses eine Jahr Präsident.
Bald konnte die Stadt wegen der sich verschlechternden Haushaltssituation die Finanzierung für die Veranstaltung nicht mehr sicherstellen. Hans Lennartz sorgte in Zusammenarbeit mit Heinz Feldhege, dem damaligen Oberbürgermeister, dafür, daß die Sitzungen zukünftig vom Mönchengladbacher Karnevalsverband [MKV] und vom "Amt für Altenhilfe" getragen wurden.
Auch wenn die "Gemeinschaft der Altkarnevalisten der Stadt Mönchengladbach" und die Rheydter "Alte Säcke", beides Seniorengemeinschaften [Altkarnevalisten], keine eingetragenen Vereine sind, arbeiten sie eng mit dem Dachverband MKV zusammen und geben erfahrenen und verdienten Karnevalisten, die im Vereinsleben kürzer treten möchten, eine Heimat. Sie bilden in ihrer Gemeinschaft einen festen Stamm für Planung und Durchführung der Seniorenveranstaltungen, um unseren karnevalsbegeisterten Mitbürgerinnen und Mitbürgern vergnügliche Stunden zu schenken.
Es bleibt zu wünschen, daß der Seniorenkarneval auch die nächsten Jahre eine feste Instanz in Mönchengladbach bleibt.
Zu Ende der Seniorensitzung am 20. Januar 2008 in der Rheydter Stadthalle gab der Präsident Emil Knour bekannt, daß er keine Sitzung mehr leiten und sich von der Bühne zurückziehen wird. In diesem Jahr wird er 77 Jahre alt (7x11) und war 32 Jahre Präsident. Diese Entscheidung hatte er vor der Sitzung den "Alten Säcken" mitgeteilt. Emil Knour wurde von Bernd Gothe, MKV-Boss, mit ergreifenden Worten verabschiedet. Emil sang zum Abschied noch ein paar seiner (über 100) selbst verfaßten Karnevalsschlager. Zu seinem Nachfolger wurde von Bernd Gothe der Rheydter Prinzgardist Hermann Schnitzler, Prinz 2001, vorgestellt, der ab 2009 diese Seniorensitzung leiten wird. Dann war Ausmarsch mit einem sehr ergriffenen "Ex-Präsident" Emil Knour.
Der "Neue" Sitzungs-Präsident der Seniorensitzung in Rheydt, Hermann Schnitzler, leitete seine erste Sitzung am 8. Februar 2009 hervorragend! Unterstützt wurde er von den "Alten Säcken" im "11er-Rat", dem Inspizienten Helmut Steuermann, der Marketenderin Marlene Katz und Josef Katz als Profos.
Am Sonntag, 31. Januar 2010 war die Seniorensitzung in der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach. Die Sitzung in Rheydt mußte leider ausfallen, da die Stadthalle umgebaut wurde. Die Seniorensitzung wurde auch dieses Mal von Fred Voiss, mittlerweile Pensionär und früherer Leiter im „Amt für Altenhilfe“ vorbereitet.
Geleitet wurde die Sitzung von Hermann Schnitzler. Auf seinen Wunsch hin war auch wieder die Marketenderin Marlene Katz dabei. Profos war im 21. Jahr Josef Katz. Die Gladbacher und Rheydter Altkarnevalisten bildeten in gemischter Reihe den 11er-Rat. Helmut Steuermann fungierte als Inspizient.
* Karneval in Rheydt *
Urkundlich nachweisbar ist der öffentliche Karneval in Rheydt seit 1866. Wenn der Karneval in diesem Jahre auch bei uns seine Entwicklung begann, so war es kein Unbekannter, der Einzug in unsere Stadt hielt. Schon viele Jahrzehnte hatten die rheinischen Metropolen seinen Humor und Frohsinn verspürt, der entgegen allen anderslautenden Berichten kein konfessionelles Herkommen, sondern seinen Ursprung in alten Frühlingsfesten hat, die zur Vertreibung der Geister des Winters bestimmt waren. Er war an kein Programm, an keine Form gebunden. Unkompliziert und ganz natürlich wollte er die Quelle rheinischer Lebensfreude sein. Er war es und ist es bis in die jüngsten Tage hinein geblieben. Man hat ihm in früheren Jahren in Kreisen, die seinen Sinn nicht verstehen wollten, großes Unrecht getan und viel Böses nachgesagt. Er aber hat die Unkenrufer beschämt durch seine Reinheit und Sauberkeit, durch die Echtheit der Freude, die er zu geben vermochte.
Warum sollten Frohsinn und Lebensfreude vor den Toren unserer Stadt haltmachen, fragten sich unsere Vorfahren in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Bereits in den 50er Jahren hatten sich karnevalsfreudige Rheydter in der Spelten’schen Wirtschaft regelmäßig getroffen. Hier entstand dann auch die Karnevalsgesellschaft "Wä deht möt". Führende und treibende Kraft aber war zu dieser Anfangszeit des Rheydter Karnevals der "Gesellenverein".
So wurden seit 1866 Jahr für Jahr eine immer größere Zahl von karnevalistischen Sitzungen aufgezogen. Der Krieg 1870/71 verhinderte ein weiteres Aufblühen.
Bis zur Jahrhundertwende wurde außer dem „Gesellenverein“ dann noch ein „Karnevalistischer Reiterclub“ erwähnt. Im Jahre 1883 wurde im Restaurant Kivelip die „Karnevalsgesellschaft Odenkirchen“ (die heutige „Historische KG von 1883 Ruet-Wiss Okerke“) gegründet. Die Gründung der „Rheydter Karnevalsgesellschaft“ folgte 1903 in der Gaststätte Heinrich Rütten. Bis zum Jahre 1910 wurden immer mehr lustige Abende, Hausfrauennachmittage, Fastnachtsbälle und auch karnevalistische Sitzungen durchgeführt.
Ab 1911 ging dann die Entwicklung des Rheydter Karnevals soweit, daß Rheydt seinen ersten Karnevalszug, übrigens unter großer Beteiligung der Industrie, erlebte. Wenn man den Chronisten glauben darf, dann stand dieser erste Rosenmontagszug den Zügen in Düsseldorf und Krefeld in nichts nach. Mit Heinz Schürings bestieg 1912 Rheydts erster Karnevalsprinz den Narrenthron. Auch 1912 und 1913 fanden Rosenmontagszüge statt. Die Ausnahme bildete das Jahr 1914 mit dem herannahenden Weltkrieg. Die damalige Stadtverwaltung verweigerte die Zahlung eines Zuschusses. Aus Protest begaben sich die Rheydter Karnevalisten zu Fuß zur Stadtgrenze und fuhren von dort mit der Straßenbahn nach M.Gladbach.
Der erste Weltkrieg brachte natürlich eine unfreiwillige Pause; auch die nachfolgenden Inflationsjahre verminderten die Anzahl der gewohnten Veranstaltungen, die teilweise nur noch wie das Aufflackern einer fast erloschenen Kerze wirkten. Trotzdem lebte der Karneval 1919 wieder auf. Valentin Schlag und Engelbert Heck waren zunächst die treibenden Kräfte der Entwicklung in der Nachkriegszeit. Der "Gesellenverein", der "Arbeiterverein", die "Bürgergesellschaft" und der "Schwimmverein" waren die Veranstalter der Sitzungen und Bälle.
Die Voraussetzungen für einen richtigen öffentlichen Karneval waren erst 1934 wieder gegeben. Aus Spenden der Bürgerschaft und der Industrie gestaltete sich wieder der Rosenmontagszug. Ludwig Häuser war 1935 der erste Prinz der Nachkriegszeit.
Jupp Braun war 1933 von Köln nach Rheydt gezogen und gab mit seiner großen Erfahrung aus dem Kölner Karneval der gesamten weiteren Entwicklung des Rheydter Karnevals Richtung und Linie. Als am 11. 11. 1935 im Palasthotel eine große Herrensitzung unter der Leitung der von ihm gegründeten "Rheydter Karnevalsgesellschaft" (später "Große Rheydter Karnevalsgesellschaft") die Session eröffnete, ging der Stern des Rheydter Karnevals wieder groß auf.
In Rheydt erschien die erste "Rosenmontagszeitung".
Präsident Jupp Braun prägte den Ruf
. . . " All Rheydt "
Der Widerhall der Öffentlichkeit war da; die Stadt machte ebenfalls mit. Stadtrat Dr. Doemens kürte 1936 das erste Prinzenpaar der Stadt Rheydt, Franz Nusselein und Anneliese Reiners.
An allen Ecken der Stadt begann es sich zu regen. Der "Gesellenverein", nachher "Kolpingfamilie" genannt, startete als "Karnevalsgesellschaft Sonniger Süden", eine Westender Gesellschaft tat sich mit den "Blau-Weißen Funken" auf, die Karnevalsgesellschaft "Rot-Weiß Dorfbroich" wurde unter dem Präsidium von Hubert Kaiser gegründet, "Ruet-Wiss Okerke" lebte unter Berti Cohnen neu auf und nicht zuletzt gründete Willy Beines die "Rheydter Prinzengarde".
Erwähnenswert ist auch, daß unter der Regentschaft von Franz Nusselein beschlossen wurde, dem Rheydter Karneval ein besonderes Charakteristikum zu geben. Die Lösung war der heute noch prächtig gedeihende Rheydter Kinderkarneval. Rheydts erster Kinderprinz hieß Kunibert Schroers, der bereits in der Session 1934/35 inthronisiert wurde.
Um auch rein organisatorisch eine Einheit zu bilden, wurde ein Zusammenschluß aller Rheydter Karnevalsgesellschaften, Vertreter der Stadt, des Verkehrsvereines, des Einzelhandels und der Industrie im "Großen Rat" beschlossen. Der erste Präsident war Jupp Braun, der später von Ernst Wagner abgelöst wurde. Die Stadt Rheydt stand dem Karneval nicht nur aufgeschlossen gegenüber, sondern unterstützte ihn nach Kräften und war mitverantwortlich dafür, daß sich auch die Industrie in erhöhtem Maße einschaltete.
Aber allem fröhlichen Treiben wurde schon 1939 frühzeitig durch die dunkel aufziehenden Wolken des nahenden Krieges ein Ende gesetzt. Man kann aber nicht sagen, daß sich bei Beginn des Krieges der Karneval und mit ihm die Rheydter Gesellschaften sang- und klanglos aufgelöst hätten. Gewiß, eine langjährige unfreiwillige Pause galt es zu überbrücken. Doch hatte sich unter den Karnevalisten eine so enge Freundschaft entwickelt, daß sich nach den schweren Jahren diejenigen wieder zusammenfanden, die bereit waren, den Lebensmut einer schwergeprüften Stadt und deren Menschen neu zu heben. Wieder gab Jupp Braun den ersten Anstoß. Es bedurfte schwerster, aufopfernder Vorbereitungsarbeit aller Karnevalsfreunde, ehe 1948/49 mit Gustav und Änne Keymer wieder ein neues Prinzenpaar seine närrische Regentschaft in Rheydt antreten konnte. Zuvor hatten Erich Keimes und Franz Nusselein im November 1948 einen Aufruf an alle am Karneval interessierten Bürger erlassen. Rat und Verwaltung der Stadt, an ihrer Spitze Oberbürgermeister Heinrich Pesch, erkannten die zu lösenden Probleme und wußten darum, daß neben dem Ernst der schweren Aufbauarbeit auch die erholsame, echte Freude und Fröhlichkeit gehört. Der Verkehrsverein schaltete sich ebenfalls tatkräftig mit ein
Unter dem Präsidium von Franz Nusselein entstand die "Große Rheydter Karnevalsgesellschaft" in neuem Glanz, vergrößert durch die "Stadthusaren" und später das Fanfarencorps. Die "Rheydter Prinzengarde" wurde wieder zum ständigen Begleiter der Prinzenpaare. Die Kolpingfamilie, jetzt "K.G. Schwarz-Gold Rheydt" knüpfte an Jahrzehnte alte Tradition an, "Rot-Weiß Dorfbroich" und "Westend" entfachten lebhafte karnevalistische Tätigkeiten und "Ruet-Wiss Okerke" erschloß unter Berti Cohnen Odenkirchen für den Gedanken des Karnevals.
Auch der Zusammenschluß aller Gesellschaften wurde wieder Tatsache. Unter der Präsidentschaft von Willy Aretz, des Inspirators und Organisators des groß aufgezogenen öffentlichen Karnevals, nahm der „Karnevalsausschuß der Stadt Rheydt“ seine Arbeit wieder auf. Willy Beines wurde zum Protektor des gesamten Rheydter Karnevals ernannt. Die gemeinsam aufgezogenen alljährlichen Prinzenkürungen, die vielen Veranstaltungen der Gesellschaften, der Rosenmontagszug und der immer stärker in den Vordergrund tretende Kinderkarneval mit eigenem Kinderprinzenpaar wurden zu Höhepunkten des inzwischen weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Rheydter Karnevals.
Die Jahre kamen, die Jahre gingen. Der Rheydter Karneval war bodenständig geworden und erlebte insbesondere in den 50er Jahren einen Aufschwung mit neu erstandenen Gesellschaften. Die "K.G. Botterblom" unter Präsident Theo Esser wußte Giesenkirchen zu begeistern, in Mülfort starteten die "Niersfunken" und in Geistenbeck wußten die "Blau-Gelben Funken" unter der Präsidentschaft von Hans-Peter Plum und später Heinz Caspers insbesondere mit einer Mädchen-Garde das Publikum anzuziehen. Die "Roten Funken" wurden unter Präsident Hans Pitz zu einer der aktivsten Gesellschaften.
Im Laufe der nächsten Jahre ruhte die Weiterentwicklung keineswegs. Die "Große Rheydter K.G.", die "Prinzengarde der Stadt Rheydt" und das "Fanfarencorps Rheydt" schlossen sich zur "Großen Rheydter Prinzengarde" zusammen. Wenn andererseits auch die "Niersfunken" und die "K.G. Westend" auf der Strecke blieben, blühte an anderen Stellen der Rheydter Karneval um so mehr auf. Rheydter Karnevalisten in der "Bütt" machten weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bis hin zu den größten Karnevals-Metropolen von sich reden: Siegbert Sieberichs, Willi Weuten, Walter Langen (inzwischen auch Präsident der "K.G. Schwarz-Gold Rheydt") mit seinem Partner Werner Ophoven, um nur einige von ihnen zu nennen. Die "Roten Funken" brachten durch die Neugründung einer Funkengarde, eines Fanfarencorps, einer Funkenartillerie und nicht zuletzt einer Kinder-Funkengarde viel neues und junges Leben in das karnevalistische Geschehen.
Da durch die steigenden Kosten der Wagenerstellung die Unkosten für einen guten Rosenmontagszug nicht mehr aufgebracht werden konnten, setzte der „Karnevalsausschuß“ an seine Stelle die Erstürmung des Rathauses, eine Großveranstaltung auf dem Markt mit Tagesfeuerwerk und Sternzügen der Gesellschaften unter besonderer Hervorhebung des Kinderkarnevals. Die neue Veranstaltung schlug ein. Am Rosenmontag 1965 ließen sich rund 100.000 Schaulustige diesen absoluten Höhepunkt der Freiluftveranstaltung nicht entgehen. Arnim Dahl, der Film-Klettermaxe war dabei eine gute Zugnummer.
Als in einer internationalen Kindersitzung 1965 Rheydts Kinderprinzenpaar gekürt wurde, feierte der Rheydter Kinderkarneval sein 30-jähriges Jubiläum. Der Rheydter Kinderkarneval war inzwischen unter Leitung von Hans Pitz mit glänzenden Verbindungen nach Köln und Aachen sowie nach Belgien und Holland zu einem bedeutenden Bestandteil unseres öffentlichen Rheydter Karnevals geworden, von dem man im In- und Ausland mit Respekt berichtete. Aus der Kinderfunkengarde der „Roten Funken“ war zwischenzeitlich die „Rheydter Kindergarde“ als selbständige Gesellschaft entstanden, ständige Begleitung unseres Rheydter Kinderprinzenpaares. Die sonntags durchgeführten Viertelszüge in Odenkirchen und Giesenkirchen und insbesondere auch die in Giesenkirchen von der „K.G. Botterblom“ durchgeführten Veranstaltungen des Kinderkarnevals unter Hinzuziehung eines eigenen Kinder-Elferrates runden das Bild ab.
Die Präsidentschaft des "Karnevalsausschusses" hatte Wipp Boveleth übernommen, Willy Aretz wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.
So ging der Rheydter Karneval in der Session 1965/66 in das Jahr seines Hundertjährigen Jubiläums. Aus diesem Anlaß fanden viele Jubiläumsveranstaltungen statt. Auch das Fernsehen war inzwischen auf den Rheydter Karneval aufmerksam geworden und brachte mehrere Ausschnitte des närrischen Treibens. Später entwickelte sich eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem WDR und der "Großen Rheydter Prinzengarde".
Der Karnevalsausschuß stellte zu seinem Jubiläum 1966 fest: Die Aufmachung und Niveau sich immer weiter hebenden Sitzungen, die Engagierung des Rheydter Prinzenpaares, der Rheydter Gesellschaften und Büttenredner zu auswärtigen Veranstaltungen, sowie die begeistert aufgenommenen und imposanten Kürungen des "Großen" und des "Kleinen" Prinzenpaares beweisen die Bedeutung, die der Rheydter Karneval für sich und für die Stadt Rheydt erreicht hat. Den Menschen nach ihrer schweren Arbeit und ihren täglichen Sorgen echte Freude und Frohsinn zu bringen, zeugt von der Wichtigkeit seiner Aufgabe.
Auch nach dem Jubiläum ging es mit Schwung weiter. Inzwischen schloß sich auch die Karnevalsgesellschaft "Rot-Schwarz-Grün" aus dem Rheydter Westen dem Karnevalsausschuß an. Sie bereicherte den Rheydter Karneval insbesondere durch die alljährliche Verleihung eines närrischen Ritterordens "Morr’scher Jong" an besonders verdiente heimische Karnevalisten. Die ersten Ordensträger waren Matthias Lehnen, Willy Beines, Erich Keimes, Hans Pitz. Auch die "Karnevalsfreunde Schwarz-Gold in der Kolpingfamilie Odenkirchen" wurden Mitglied des Karnevalsausschusses. Die Karnevalsgesellschaft "Ruet-Wiss Okerke", inzwischen in "Historische Karnevalsgesellschaft von 1883 Ruet-Wiss Okerke" umbenannt, führte die alljährliche Kürung eines "Burggrafen von Odenkirchen" ein (Idee = Emil Knour) und will damit in erster Linie Persönlichkeiten ehren, die sich um den Stadtteil Odenkirchen besonders verdient gemacht haben.
Nach langjähriger Geschäftsführung hatte Hans Pitz auch den Vorsitz im Karnevalsausschuß übernommen. Im Jahre 1970 wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Die Session 1974 / 75 war das "Geburtsjahr" der "Garde Girls", einer Tanzgruppe der "Großen Rheydter Prinzengarde" mit ihrer ersten Kommandantin Uschi Beines. Diese Tanzgruppe war (und ist noch immer) in kurzer Zeit weit über die Grenzen Rheydts bekannt und beliebt.
Ebenfalls in der Session 1974 / 75 war das Ehepaar "Gerd I. und Beate I." (Schulte-Tenkhoff) das letzte Prinzenpaar der selbstständigen Stadt Rheydt.
Quelle: Emil Knour, Odenkirchen
Der "Lennet Kann"
Ein Aachener Original – Weit über die Grenzen von Aachen bekannt.
Der "Lennet" ist das bekannteste und beliebteste der vielen Aachener Originale. Er wurde 1845 in Aachen, in der Königstraße geboren, wo er mit seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen lebte. Die Mutter, eine Bettlerin und Gelegenheitsarbeiterin, saß mit ihrem Sprößling, der für sein Alter viel zu groß und spindeldürr war, oft vor dem Münster aber auch im Umgang und bettelte. Hier stillte sie ihren "Lennet" bis zum „ungewöhnlichen Säuglingsalter“ von drei oder vier Jahren. Als die Mutter starb, war der schwachsinnige, aber harmlose Leonard van Kann, wie "Lennet" richtig hieß, etwa neun Jahre alt. Jetzt wuchs "Lennet Kann" „bej de Bejinge“, also bei den Nonnen auf.
Doch als "Lennet" erwachsen wurde, bekam er einen Raum als Wohnung zugewiesen, der zu einer Schmiede gehörte. Diese Kammer hatte zur Werkstatt hin sehr dünne Wände, und weil „Lennet“ seit seinen Klostertagen immer gerne mit einem aus bunten Stoffen hergestellten „Priestergewand“ und einem, zusammenfaltbaren Altar aus Karton heilige Messe spielte, bemerkten dies die Schmiedegesellen. Sie bohrten ein Loch durch die dünne Wandung und als "Lennet" wieder spielte, kam ein glühender Draht durch das Loch und setzte unbemerkt von dem Spielenden den Kartonaltar in Brand. "Lennet" bekam einen Schock und „stelzte“ schreiend durch die Straße.
Das bekannte Original lebte von milden Gaben und vom Betteln. Seine Leidenschaft war das Zigarren rauchen, und dafür gab er das meiste von seinen „Einkünften“ aus. Sein Essen bekam er sein Leben lang in Klöstern und auch im Burtscheider Rosenbad war er meist Mittagsgast. Man kannte ihn, er verhielt sich immer ruhig und war gepflegt. Mit angenehmen Gesichtszügen, hellblauen Augen, Künstlermähne und Bart war Leonard van Kann, wenn er zu Tisch saß, eher einem Künstler ähnlich. Doch sein Stelzengang und das scheinbar kraftlose Baumeln seiner Arme beim Gehen und dazu sein kindliches Gemüt lockten von weit und breit große Kinderscharen herbei, wenn er durch die Stadt ging. "Lennet" ging voran und kommandierte, die ganze Kinderschar hinterher, oft singend. Bis einige „Rabauen“ den Zug durcheinanderbrachten und Leonhard auslachten. War ein Polizist in der Nähe, ging "Lennet" zu ihm und beschwerte sich: „Die doe hant misch de janze Kompanie dörejeräen jemaht!“ Die Stadtpolizisten kannten "Lennet Kann", und regelten die Sache schnell. War kein Ordnungshüter in der Nähe, weinte er und ging nach Hause.
Natürlich war auch die Studentenschaft im Laufe der Zeit auf „Lennet Kann“ aufmerksam geworden. Bei Festen und Umzügen war der "Lennet" dabei und wurde zum Maskottchen. Die Studenten schickten eine „Abordnung“, meist waren es vier Mann, und holten ihn in seiner Wohnung ab. Dieser marschierte vor den Studenten her zum Festsaal und die „Vier“ in Marschordnung hinterher. Im Saal wurde er mit einer Zeremonie begrüßt, bekam eine Zigarre und manchmal einen „Orden“. Es waren alte Orden und Abzeichen aus aller Herren Länder. Doch das konnte „Lennet“ natürlich nicht erkennen und er war selig über diese Auszeichnungen und fühlte sich als General. Trieben die Studenten auch ihren Ulk mit dem Original, so beschenkten sie ihn doch reichlich mit getragener, aber guter Kleidung, die sie meist von zu Hause mit aus dem Urlaub brachten.
Nach einigen Jahren ging "Lennet" nur noch mit in Festzügen, wenn er an der Spitze marschieren durfte, sonst „streikte“ er. So hatte unser „Stadtoriginal“ von seinen Freunden eine nachgemachte Generalsuniform geschenkt bekommen, die er allerdings nur „Fastelovvend“ tragen durfte. Ein von auswärts hierher versetzter Polizist sah "Lennet" in der Uniform und mehrere Studenten um ihn herum, befürchtete das Schlimmste und verhaftete den armen Schelm. Unter großem Aufsehen wurde er „noe jen Vijjeling“ in der Pontstraße 13, dem damaligen Sitz der Polizei gebracht. Hier klärte man den neuen Kollegen auf und entließ den weinenden "Lennet Kann".
Doch auch im Rosenbad passierte "Lennet" einmal ein schlimmes Unglück. Man sagte ihm, er könne dort nicht mehr zu Mittag essen. Man wollte ihn wegen der Kurgäste, die ihn ja nicht kannten, loswerden. Allen Freunden und Polizisten, die er traf, sagte "Lennet", es wäre ein Verbrechen gegen seinen Magen und eine Versündigung – kein Essen mehr im Rosen-Bad. Und der Enttäuschte weinte, es müsse doch jedem klar sein, daß ein Mensch nicht von viermal Kaffeetrinken, am Tag bestehen könnte, man müsse doch auch etwas Warmes essen. Er hatte schon einen gesegneten Appetit, unser "Lennet Kann". Doch kurze Zeit später war alles wieder im Lot und er bekam sein Mittagessen täglich bei Wiertz, im „Aachener Bürgerbräu“ in der Jakobsstraße – natürlich umsonst. Nach dem Essen ging der Gesättigte in den Wald, die Jakobsstraße hinauf, weiter über die Lütticher Straße bis zur Waldschänke und nach einer Pause bis zum Waldschlößchen, das heute nicht mehr besteht. Dort wurde Rast auf einer Bank oder auf einem „Wegweiserstein“ gemacht. Die meisten Aachener, die dort ihren Waldspaziergang machten, kannten ihn und steckten ihm ein paar Pfennige zu. Er bedankte sich immer und am Abend stelzte der Kauz wieder heimwärts.
1909 wurde im „Volksfreund“ ein Lied veröffentlich, das heute auf keiner zünftigen „Fastelovvendsfete“ fehlen darf.
Was zog einst durch Aachen für eine Gestalt,
mit Orden geschmückt, mit Ehrenzeichen.
Die Hosenpfeifen gemahnen sobald
An Spazierstöckchen oder dergleichen.
De Arme, se baumeln an den Seiten herab,
als hingen sie los wie in Scharnieren,
so ist er geschravelt bergauf und bergab,
die Domgrafen aber jubilieren:
Refrain:
Dat es der Lennet, dat es der Lennet Kann.
Dat es der Lennet, va Oche der schönnste Mann.
Und ging man des sonntags in den Wald man hinein,
die Waldschenk hinauf nach Siebenwegen,
so kam einem dort von einem Stein
ein seltsamer Ritter entgegen.
Als ob jedes Bein nur ein Streichhölzchen wär,
so kam er geriffelt und schravelt.
Man gab ihm ’nen Groschen,
das machte ihm Pläsier,
und schon ist er weiter getrappelt.
Refrain:
Dat es der Lennet, dat es der Lennet Kann.
Dat es der Lennet, va Oche der schönnste Mann.
Der Nandes, de Latts än der Spiene Jupp
Sind alle schon längst verblichen,
der Jokeb met et Feißje und de Frau Zupp
se sind längst zum Himmel geschlichen.
Sie lurten herapper und als kam die Zeit,
als Lennets liebe Seele wollt’ entfliehen,
da standen sie alle am Himmeltor bereit
und fingen mit de Engelscher an ze singen:
Refrain:
Dat es der Lennet, dat es der Lennet Kann.
Dat es der Lennet, va Oche der schönnste Mann.
Leonard van Kann, genannt "Lennet Kann" ist im Herbst 1916 im Alter von über 70 Jahren verstorben. Er ist das bekannteste Öcher [Aachener] Original.
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