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Kavallerie
Die Preußische Kavallerie
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Infos zu Husaren

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OFFIZIERE


Mit dem Begriff Offizier bezeichnet man Inhaber eines militärischen Amtes (officium).
In Deutschland erschien diese Bezeichnung gegen Ende des 16. Jahrhunderts und löste das ältere "Befehlshaber" ab. Die Offiziere wurden seit dem 18. Jahrhundert eingeteilt in die Klassen :

1. Subalternoffiziere = Leutnant, Oberleutnant
2. Hauptmann - bei der Kavallerie = Rittmeister
3. Stabsoffiziere = Major, Oberstleutnant, Oberst
4. Generale

Ab 1830 erhielten die Offiziere auf den Axelstücken Rangsterne, wie sie bis1918 blieben.

Einfache Axelstücke = Axelstücke und Rangsterne = Silber
Leutnant = Kein Stern,
Oberleutnant = ein kleiner Stern,
Rittmeister = zwei kleine Sterne.

Geflochtene Axelstücke = Silber, schwarz durchzogen. Große Sterne = Silber
Major = kein Stern
Oberstleutnant = ein großer Stern
Oberst = zwei große Sterne

Generalsränge und Rangabzeichen :
Axelstücke = doppelt Gold/Silber, schwarz durchzogen. Große Sterne = Gold.
Generalmajor = kein Stern
Generalleutnant = ein großer Stern
General = zwei große Sterne
Generaloberst = drei große Sterne
Generalfeldmarschall = zwei gekreuzte Marschallstäbe.

Husaren hatten keine Tuchunterlagen unter den Axelstücken !

Die Preußische Kavallerie


Kürassiere


Der legitime Nachfolger des ritterlichen Reiters war der Kürassier. Dessen Name leitete sich von Küraß = Brustpanzer her. Er wurde schon vor dem Jahre 1500 für den geharnischten Soldreiter (Kyrisser) gebraucht. Später galt als Kürassier ganz allgemein der auf schweren und daher auch teuren Pferden berittene Reiter, der die Schlachtentscheidung herbeiführen sollte. Im 17. und auch 18. Jahrhundert war für diesen Reiter auch oft die Bezeichnung "Reuter" üblich. Bewaffnet war der Kürassier mit einem kräftigen Degen, dem Pallasch, einem Karabiner und zwei Pistolen, die aber zur Pferderüstung gehörten und mit den Schabrunken verdeckt vor dem Sattel befestigt waren. Die damaligen Reiterfeuerwaffen hatten, weil die glimmende Lunte zu Pferde schlecht zu gebrauchen war, die relativ teuren und komplizierten Radschlösser, bei denen durch den Abzug ein durch eine Feder vorgespanntes Rad freigegeben wurde, welches dann durch schnelle Umdrehung von einem Stück Pyrit Funken losriß, die auf die geöffnete Pulverpfanne fielen und so den Schuß zündeten. Um 1700 wurden diese Radschlösser vom Steinschloß verdrängt. Zeitweise wurde der Küraß als Schutzwaffe nicht getragen.

In Brandenburg blieb nach dem 3Ojährigen Kriege [1618 – 1648] eine Leibgarde oder Leibkompanie zu Roß bestehen. Im Polnischen Kriege hatte der Große Kurfürst [Friedrich Wilhelm, 1640 – 1688] zeitweise 7000 Reiter unter Waffen, doch wurden die Truppenteile nach Beendigung des Feldzuges fast immer aufgelöst. Im Jahre 1688 bestanden aber schon ständig 8 Regimenter Reuter und die Haustruppen. Im spanischen Erbfolgekrieg wurden zeitweise wieder Kürasse angelegt. Der Soldatenkönig [Friedrich Wilhelm I. 1713 – 1740] vermehrte in den Jahren 1715 bis 1718 die Kürassiere um 4 Regimenter, indem er Dragoner-Regimenter als Auszeichnung dazu bestimmte. Jedes Regiment war in 10 Kompanien geteilt, von denen taktisch je 2 zu einer Eskadron zusammentraten. Friedrich II. [der Große 1740 – 1786] errichtete dann als 13. Truppenteil die Gardes du Corps, die zunächst 1 Eskadron, dann 3 umfaßten und schließlich Regimentsstärke erreichten. Vom Jahre 1789 fiel die Einteilung in Kompanien fort. Damit waren die Eskadrons auch verwaltungsmäßige Einheiten.

Nach dem Jahre 1808 gab es außer den Gardes du Corps zunächst 3, ab 1815 dann 4 Kürassier-Regimenter. Im Jahre 1819 wurden 4 Dragoner-Regimenter zu Kürassieren umgewandelt und 1821 aus den Garde-Ulanen das Garde-Kürassier-Regiment gebildet. An diesem Stand sollte sich dann nichts mehr ändern, so daß die Waffengattung der Kürassiere 2 Garde- und 8 Linien-Regimenter besaß.

Die Bekleidung des Reuters in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts bestand aus einem gelben Lederkoller und einem grauen Filzhut, auf dem ein eisernes Hutkreuz, das Kaskett, getragen wurde. Gegen Ende des Jahrhunderts setzte sich ein weißtuchener Rock durch, bei dem Kragen und Aufschläge von Regimentsfarbe waren. Dieser weiße Rock wurde um 1720 von einem gelblichen Lederkoller abgelöst, der dann eigentlicher Dienstanzug wurde. 1732 nahm man statt des Leders Stoff, dazu Stoffwesten in Regimentsfarbe. Vom Jahre 1715 ab war ein schwarzer, eiserner Küraß üblich, doch trug man nur ein Vorderstück. 1733 wurden die neuen Degen mit Adlerkorb eingeführt, dazu eine Leibbinde in Regimentsfarbe und eine Säbeltasche wie bei den Husaren.

Die Hüte verloren endgültig 1756 die metallenen Huttressen und erhielten 1762 den weißen Federbusch. Die Halsbinden wurden schwarz und die gelblichen Farben des Kollers immer heller (außer beim Rgt. Nr.2, den "gelben Reutern").

Im Jahre 1790 verschwand der Küraß und die Kolletts bestanden nun aus weißem Stoff. Doch blieben die Abzeichen während der Regierung Friedrich des Großen bis zum Jahre 1806 gleich, wenn auch die Kragen höher und die Schöße kürzer wurden. Von 1803 hatten die Schoßumschläge keinen Besatz von Kollettborte, sondern von Tuchstreifen in der Regimentsfarbe.

Nach 1808 bestand die Uniform aus einem weißen Koller mit 2 Reihen Knöpfen auf der Brust. Kragen, schwedische Aufschläge und die Vorstöße um die Schoßumschläge sowie die Achselklappen waren in Regimentsfarbe. Dazu wurden graue Überknopfhosen getragen und ein hoher Lederhelm mit Messingbeschlag und Bügel mit Roßhaarkamm. Als kleine Uniform trug man eine dunkelblaue Litewka. In den Jahren 1814/15 erhielten alle Regimenter Kürasse mit Brust- und Rückenstück aus erbeuteten französischen Beständen, ebenso neue Pallasche. Die Uniform wurde so bis zum Jahre 1843 getragen. Dann wurde ein dem Waffenrock ähnlicher Koller eingeführt, aber statt mit Knöpfen mit Haken geschlossen. Dazu trug man einen Helm aus Stahl, die in der Form die Wandlungen der Infanterie-Pickelhaube mitmachen sollte.

Das Regiment der "Gardes du Corps"


Ursprünglich nannte man so eine Haustruppe zu Pferd des Königs von Frankreich. Auch in Brandenburg bestand nach französischem Muster zwischen 1692 und 1713 eine solche Einheit als Leib- und Schutzwache des Kurfürsten und späteren 1. Königs [Friedrich I. 1701 – 1713]. Nach dessen Tode wurde sie aber aufgelöst.

Sofort nach seiner Thronbesteigung im Jahre 1740 errichtete Friedrich II. [der Große, 1740 – 1786] aus ausgesuchten Mannschaften der Kürassier- und Dragoner-Regimenter die Gardes du Corps. Sie hatten die Stärke von einer Eskadron und 166 Mann auf dem Etat. Ihr erster Standort war Charlottenburg [Berlin], seit 1753 wurde Potsdam Garnison. Im Jahre 1756 erfolgte eine Verstärkung auf 3 Eskadrons, wobei man viele Leute aus den gefangenen, sächsischen Garde du Corps nahm. Bei Hohenfriedberg und in den Hauptschlachten des Siebenjährigen Krieges [3. Schlesischer Krieg, 1756 – 1763] zeichneten sich die Gardes du Corps besonders aus.

Als im Jahre 1789 bei den Kürassieren die Kompanieeinteilung abgeschafft wurde, blieb sie hier noch fast 100 Jahre bestehen (bis 1888). 1798 erfolgte dann mit Hilfe von Abgaben ausgezeichneter Leute, die auch nur Inländer sein durften, die Erweiterung auf ein volles Regiment mit 10 Kompanien, in 5 Eskadrons formiert.

Nach 1808 wurden nur 8 Kompanien aufgestellt, von denen wieder taktisch je 2 zu einer Eskadron zusammentraten. Hierbei führte der älteste Kompaniechef das Kommando. Erst im Jahre 1867 wurden die 9. und 10. Kompanie gebildet. Seit 1888 war, wie bei allen anderen Kavallerieeinheiten, die Eskadron die Verwaltungseinheit.

Der Chef des Regiments war seit seiner Einrichtung stets der jeweilige König. Die Standarten des Regiments unterschieden sich von denen anderer Kavallerieregimenter dadurch, daß sie von 1741 bis 1798 und dann seit 1840 statt einer Spitze einen auffliegenden silbernen Adler führten, der im Schnabel die Standarte in Vexillum-Form hielt.

Die Gardes du Corps waren ganz allgemein wie die Kürassiere uniformiert, doch gab es einige Besonderheiten. Dazu gehörte der blanke, d.h. nicht geschwärzte Küraß, der zunächst versilberte Degenkorb und die rot-silbernen Kollettborten. Zum Galawachtdienst erhielten Offiziere und zunächst 50 Mann rote Superwesten mit dem silbern gestickten Stern des Schwarzen Adler Ordens auf Brust und Rücken. Offiziere besaßen auch rote Galaröcke mit dunkelblauen Kragen, Aufschlägen und Futter, sowie silberne Schleifen.

Im Jahre 1798 wurden die Borten rot-weiß, nur um Kragen und Aufschlag blieb die Silbertresse. 1803 fielen die Suprawesten fort, die Westen wurden dunkelblau mit Silbertresse eingefaßt. Das ganze Regiment hatte nun gelbe Degengefäße und normale schwarze Patronentaschen mit einem silbernen Stern.

Auch nach 1808 glich die Uniform denen der Kürassiere, doch kamen auf Kragen und Aufschläge weiße Litzen. Der Helmbeschlag zeigte statt des Adlers den Gardestern.

Ab 1814 wurde dann wieder der Küraß getragen, von denen das Regiment zwei Garnituren besaß, eine gelbe für den normalen Dienst und eine schwarze, rotgerandete, welche es als Geschenk des Russischen Zaren erhalten hatte. Im Jahre 1843 kam der dem Waffenrock ähnliche Koller mit gelbmetallenem Helm, die einen weißen Gardestern und Spitze besaß. Zur Parade konnte statt der Spitze ein weißmetallener Adler aufgeschraubt werden
Ebenfalls 1843 wurden die Suprawesten zum Galawachtdienst wieder eingeführt.

Dragoner


Dragoner waren zunächst lediglich Infanteristen, die man zum schnelleren Transport auf billigen, leichten Pferden beritten gemacht hatte. Sie kämpften zu Fuß und waren wie eine Infanterieeinheit organisiert. So gab es im 17. Jahrhundert bei ihnen Pikeniere und Musketiere; der Kompaniechef war ein Hauptmann, sie hatten einen Fähnrich und auch Trommler wie die Infanterie. Ihr Name soll dem Drachen entlehnt sein, den sie entweder in ihren ersten Fahnen führten oder der angeblich eine Schußwaffe bezeichnete, mit der sie ausgerüstet waren.

In Brandenburg gehörten schon 1631 ein Kompanie Dragoner zum Regiment zu Fuß von Kracht, die ihre Pferde aus den kurfürstlichen Ämtern erhielten. Im 30jährigen Krieg [1618 – 1648]hatte fast jedes Infanterieregiment eine kleine Gruppe Dragoner, doch wurden auch selbständige Dragoner-Kompanien geworben. Einen großen Aufschwung nahmen die Dragoner im Kriege gegen Polen, als über 3300 Mann im Dienst waren. Dies ergab sich aus der Möglichkeit, an Ort und Stelle viele billige Pferde zu erhalten.

Gegen Ende des Jahrhunderts glichen sich die Dragoner immer mehr der Reiterei an und unterschieden sich von den "Reutern" nur dadurch, daß sie leichtere Pferde ritten und statt des Karabiners eine Steinschloßflinte mit Bajonett besaßen. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bestanden in Preußen schon 6 Regimenter, von denen eines den Ehrennamen "Grenadiere zu Pferd" führte. Friedrich II. [der Große, 1740 – 1786] vermehrte die Dragoner auf 12 Regimenter, die meist 5, einige aber 10 Eskadrons besaßen. Obwohl die Dragoner dieser Zeit schon vollgültigen Reiterdienst taten, hatten sie noch Trommler wie die Infanterie. Das sollte sich erst 1787 ändern. In den Jahren 1801 und 1803 wurden 2 weitere Regimenter errichtet.

Nach dem Jahre 1808 bestanden erst 6, später 8 Regimenter. Davon wurden 1819 vier zu Kürassieren umgewandelt. So blieben bis zur Reorganisation des Jahres 1860 vier Linien-Dragoner-Regimenter und das Garde-Dragoner-Regiment bestehen.

Die Kleidung der Dragoner entsprach zunächst der der Musketiere. So trugen sie in Brandenburg auch meist den blauen Rock. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde ihr Rock aus weißgrauem oder weißem Stoff gefertigt. Die Aufschläge, Kragen und Futter hatten die Regimentsfarbe, darunter wurde ein gelbliches Koller getragen, zuerst aus Leder, dann aus Stoff.

Im Jahre 1714 wurde der Rock im Schnitt der Infanterie ähnlich und erhielt Klappen, kleine runde Aufschläge mit weißer Patte und weißem Futter. Die Grenadiere zu Pferd erhielten besondere Grenadiermützen aus schwarzem Wachstuch. Ab 1735 gab es neue Degen, bei denen der Knauf als Adlerkopf gestaltet war. In den Jahren 1744 und 1745 wurde die dann typische hellere blaue Rockfarbe mit verschiedenfarbigen Regimentsabzeichen eingeführt, die bis zum Jahre 1806 bestehen bleiben sollten. Huttressen verschwanden 1756 endgültig, die Halsbinden wurden schwarz. Ab dem Jahre 1802 wurden statt des Rockes Kolletts mit Rabatten und aufgeschlagenen Schößen, welche mit Abzeichenfarbe eingefaßt waren, getragen. Der Degen bekam die gleiche Trageweise wie bei den Kürassieren, nämlich an Ringen.

Nach 1808 erhielten die Dragoner das Kavallerie-Kollett in ihrer hellblauen Grundfarbe. Kragen, Aufschläge, Achselklappen waren in Abzeichenfarbe und auch die Schöße damit vorgestoßen. Dazu kamen graue Überknöpfhosen, doch fielen die Knöpfe bald fort. Der Tschako hatte einen Adlerbeschlag und zunächst auch einen Nackenschirm, sowie zur Parade einen Federstutz. Auch bei den Dragonern wurden 1843 Waffenrock und Helm eingeführt. Letzterer behielt bis zuletzt seinen eckigen Augenschirm, unter der Spitze den Kreuzbeschlag, sowie den speziellen Dragoneradler. Zur Parade gehörte dazu ein schwarzer Roßhaarbusch.

Husaren


Unter Husaren verstand man Reiter auf leichten und schnellen Pferden, die ursprünglich aus den weiten Steppen des europäischen Südostens [Ungarn] stammten. Ihr Name leitete sich von dem lateinischen "Cursarius" (Herumstreifer) her. Dieses Wort ist auch in Korsar zu finden. Besondere Aufgaben des Husaren waren die Aufklärung und die Verschleierung der Bewegungen der eigenen Armee, aber auch die Verhinderung der Fahnenflucht ihrer Söldner. Als Bewaffnung führten sie einen Säbel, eine Lanze, einen kurzen Karabiner und am Pferd zwei Pistolen.

Die preußischen Husaren verdanken ihre Entstehung dem Soldatenkönig [Friedrich Wilhelm I. 1713 – 1740], der schon 1721 einen Stamm von 20 – 30 Husaren errichten ließ und sie einem Dragoner-Regiment zuteilte. Als 1737 schließlich nach ständigen Verstärkungen 6 Eskadrons vorhanden waren, wurde dieses Korps selbständig. Die zweite Husarentruppe, die Leibhusaren, entstanden 1730. Mit besonderem Nachdruck förderte Friedrich II. [der Große, 1740 – 1786] die Vermehrung der Husaren. Ein drittes Regiment wurde gleich errichtet und die Erfahrungen des 1. Schlesischen Krieges [1740 – 1742] führte zur sofortigen Aufstellung weiterer drei Regimenter. Dabei suchte der König ihnen zur Erlernung des Dienstes tüchtige, ungarische Offiziere und Husaren zu verschaffen. Schon 1743 folgten zwei weitere Regimenter und auch im Siebenjährigen Kriege [1756 – 1763] gab es zusätzliche Husarenformationen, die aber nachher wieder aufgelöst wurden. In der friderizianischen Armee zählten die Lanzenreiter, die Bosniaken, ebenfalls zu der Husarenwaffe und waren zuerst den schwarzen Husaren zugeteilt, dann aber selbständig als Regiment Nr. 9. Das Husaren-Regiment Nr. 10 entstand schließlich 1773 und 1792 eine weitere Einheit (Nr. 11), die nur fünf Eskadrons stark war.

Nach 1808 bildete man aus den Resten sechs Husaren-Regimenter, wobei die schwarzen Husaren zu Leibhusaren erhoben und in zwei Regimenter geteilt wurden. Von diesen Regimentern ging im Jahre 1809 beim Schill’schen Zug ein Regiment verloren und wurde nicht wieder errichtet. In den Befreiungskriegen [1813 – 1815] entstanden einige kurzzeitig bestehende Husareneinheiten. Sie wurden bei der Neugestaltung der Armee im Jahre 1815 zur Aufstellung neuer Verbände gebraucht. Es bestanden nun 1 Garde-Husaren-Regiment und 12 Linien-Husaren-Regimenter, wovon die 1. und 2. als Leibhusaren bezeichnet wurden. An diesem Stand sollte sich bis zum Jahre 1866 nichts mehr ändern. Die Uniformierung der Husaren war dem ungarischen Vorbild entlehnt. Sie trugen Regimentsweise verschiedenfarbige Dolmans, nach deren Farbe die Regimenter oft bezeichnet wurden, z.B. gelbes, rotes Husaren-Regiment etc. Der Dolman hatte eine weiße oder gelbe Verschnürung mit 12 bis 18 Schnurreihen mit gleichfarbigen Metallknöpfen. Dazu wurden mattgelbe, später weiße Lederhosen mit farbigen, bis zum Oberschenkel reichenden Überhosen (Schalavary) getragen. Im Winter wurde statt des Dolmans ein Pelz getragen, der mit weißem oder schwarzem Fell gefüttert war. Die Kopfbedeckung war eine Filz-Flügel-Mütze. Nur wenige Regimenter trugen eine Pelzmütze mit farbigem Beutel [Kolpak]. Ab 1762 steckte daran ein weißer Federbusch. Einige Regimenter erhielten kurz vor 1806 anliegende ungarische Tuchhosen und einen Filz-Tschako mit Schirm und Federstutz.

Nach 1808 bestand die Uniform aus Dolman, Pelz und den grauen Kavalleriehosen sowie Tschako. Die Leibhusaren trugen am Tschako statt einer Kokarde den Totenkopf und eine Säbeltasche aus schwarzem Blankleder. Nach 1815 war der Dolman-Kragen geschlossen. Im Jahre 1832 erhielten alle Kragen und die Aufschläge die Farbe des Dolmans und einige Regimenter (2,4,8,10) einen Tschako mit hellblauem Tuch, die Garde-Husaren mit rotem Tuch.

Bei der Umuniformierung des Jahres 1843 stattete man die Garde-Husaren und das Regiment Nr. 3 mit roten Dolmans und Pelzmützen mit roten Stoffbeuteln aus, die anderen Regimenter bekamen Filzflügelrnützen statt ihrer Tschakos. Gleichzeitig erhielt das Regiment Nr. 5 dunkelrote Dolmans und Pelze. Im folgenden Jahr bekamen das Regiment 10 und schließlich 1850 alle restlichen Regimenter Pelzmützen. Eine einschneidende Änderung trat 1853 ein, als ein Attila mit nur fünf Schnurreihen eingeführt wurde und der Pelz wegfiel. Dazu kam die schwarzlederne Säbeltasche mit dem metallenen königlichen Namenszug. Vom Jahre 1860 ab wurde an der Pelzmütze ein fliegendes Metallband mit der Inschrift: Mit Gott für König und Vaterland getragen.

Ulanen


Das Wort Ulan stammt aus dem Tartarischen und bedeutete soviel wie "ein mit einer Lanze bewaffneter junger Edelmann". Über Polen kam es zu uns und bürgerte sich hier für den mit der Lanze bewaffneten militärischen Reiter ein.

In Preußen tauchten die ersten Ulanen im Jahre 1741 auf, doch wurden sie nach einem unglücklichen Start bald in Husaren umgewandelt. Die erste beständige Lanzenreitertruppe war dann eine kleine Schar Albanesen, die von Haus aus glänzende Reiter und mit der schwierigen Handhabung der Lanze vertraut waren und im Jahre 1745 in den Dienst genommen wurden. Diese fremdländische Truppe in Stärke einer Eskadron war den schwarzen Husaren zugeteilt. Im Jahre 1770 auf 5 Eskadrons verstärkt, bildete sie schon ab 1773 ein eigenes Regiment in der Stärke von 10 Eskadrons. Sie zählten aber noch zu den Husaren und wurden Regiment Bosniaken genannt. Als nach den polnischen Teilungen große Gebiete Polens zum preußischen Staat kamen, in denen sehr viele arme Edelleute wohnten, errichtete man 15 Eskadrons "Towarczys". Darin sollten sie Gelegenheit erhalten, Dienst anzunehmen. Die Bosniaken gingen dafür ein, die in diesem Regiment dienenden Inländer wurden einem Husarenregiment zugewiesen.

Im Jahre 1808 bildete man aus den Resten der "Towarczys" zwei Ulanenregimenter, 1809 ein drittes. Mit dem Beginn der Befreiungskriege [1813 – 1815] wurden dann als neue Lanzenreiter und als Geste dem russischen Verbündeten gegenüber sogar Kosaken-Eskadrons aufgestellt. Nach den Kriegen bildete man aus vorhandenen Kavallerieeinheiten ein Garde-Ulanen-Regiment und das 4. bis 8. Ulanen-Regiment. Dieses Garde-Ulanen-Regiment wurde 1821 zum Garde-Kürassier-Regiment erklärt. Daneben wurden aber Garde-Landwehr-Stamm-Eskadrons als Ulanen ausgebildet, gekleidet und auch vermehrt, so daß sie im Jahre 1851 als 1. und 2. Garde-Ulanen-Regiment in das stehende Heer übernommen werden konnten. Bei der Reorganisation des Jahres 1860 entstanden dann noch das 3. Garde-Ulanen-Regiment und vier Linien-Ulanen-Regimenter.

Die Kleidung der ersten preußischen Lanzenreiter, der Bosniaken, bestand aus roten, weiten türkischen Hosen, roten Jacken und im Winter schwarzen "Katanken". Dazu wurde ein weißer. Turban um ein rotes Kopfteil, später eine Pelzmütze ohne Beutel getragen. Im Jahre 1787 erfolgte ein Wechsel, da das Regiment dunkelblaue "Katanken", weiße Lederhosen mit Husarenstiefeln und schwarzlederne Säbeltaschen erhielt.

Mit der Errichtung der "Towarczys" änderte sich die Uniform und es wurden dunkelblaue Kolletts mit roten Kragen, Aufschlägen, Klappen und Schoßeinfassungen angelegt. Dazu gehörten weiße Lederhosen mit Husarenstiefeln, eine schwarze Halsbinde und ein Filz-Tschako ohne Schirm.

Nach dem Jahre 1808 trugen die Ulanen ein dunkelblaues Kollett mit rotem Kragen, spitzen Aufschlägen und Schoßbesatz und zwei Reihen gelber Knöpfe, dazu graue Hosen und einen Tschako. Um den Leib kam ein blauer, rot vorgestoßener Paßgürtel. Im Jahre 1813 wurde die Garde-Kosaken-Eskadron errichtet. Die Garde-Ulanen bekamen gelbe Gardelitzen und statt der Achselklappen Epauletten, sowie eine Tschapka, die fortan das Kennzeichen der Ulanen bleiben sollte.

Diese Tschapka, welche zur Parade ein Haarstutz zierte, erhielten 1815 alle Regimenter, 1824 auch die Epauletten, 1825 wurden die "Bandeliere" weiß.

Nach dem Jahre 1843 bekamen die Kolletts zur Parade aufknöpfbare farbige Brustrabatten. Der obere, viereckige Teil der Tschapka wurde in Abzeichenfarbe ausgeführt und als Beschlag daran ein Adler befestigt. Zur Parade gehörten zur Tschapka nun weiße Roßhaarbüsche. Ab 1853 löste die waffenrockartige Ulanka das Kollett ab.

Quelle: Preussisch-Deutsche Uniformen von 1640 – 1918 aus dem "Orbis Verlag"


Letzte Aktualisierung ( Freitag, 12. Mai 2017 )