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MGV Concordia Wanlo 1852
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Aus der 150-jährigen Geschichte des
M.G.V. "Concordia" Wanlo 1852


Chronik aus dem Festheft von 2002


Zu Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich nach den glorreichen Freiheitskriegen das deutsche Volk zu neuem leben erhob, erlebte auch das deutsche Lied seine Auferstehung. Sangesfroh war das deutsche Volk von jeher, auf dem langen Wege seiner Entwicklung - Jahrhunderte hindurch - war es begeisterst von seinem Liede, dem getreuen Spiegel seiner Seele in frohen und trüben Tagen. Das 19. Jahrhundert aber gab dem alten Gesang neue Formen und neuen Klang. Vierstimmige Männerchöre wurden gegründet und erfaßten bald das gesamte Volkstum. Kein Wunder, daß im liederfrohen Rheinland die neue Kunst schnell Wurzel schlug und bald reiches Leben entfaltete. Glänzende Sängerfeste machten rasch rheinisches Singen in ganz Deutschland und über die Grenzen hinaus berühmt. So kam es, daß sich im Jahre 1852 auch in unserem Heimatdorf Wanlo 16 sangesfreudige Bürger zur Gründung eines Männergesangvereins zusammenfanden und dieser Tag wurde der Geburtstag des
M.G.V. "Concordia" Wanlo
Die Gründer waren:
Wimmers F.A.; Gillrath Alexander; Lohmar J.M.; Röbers Herm. Josef; Heinrichs Franz; Nussbaum Hubert; Wies Josef; Effertz G.; Kutscher Theodor; Heinrichs Josef; Oellers Anton; Lennartz L.; Schiffer Anton; Schmitz A. W.; Sybertz H.; Gormanns Leonhard.

Wenn auch der Anfang schwer war, so wurde doch damit der Grundstein für eine Einrichtung gelegt, die für die Folge eine bedeutende Rolle in dem Kulturleben unseres Heimatortes spielte. Nachdem die Satzungen ausgearbeitet waren und F. A. Wimmers, ein Mitgründer des Vereins, den Vorsitz und die Chorleitung übernommen hatte, begann ein fröhliches Singen im jungen Verein, der durch Konzerte, Abendunterhaltungen usw. sich immer mehr Freunde erwarb und allmählich in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens rückte.

Im Jahre 1880 legte Wimmers infolge seines hohen Alters und auch aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Präsident und Chorleiter nieder. Der Verein, welcher in ihm eine gute Aufbaustütze hatte, bedauerte diesen Abgang sehr, denn er ist es in der Hauptsache gewesen, der die vielen Schwierigkeiten, die sich damals einem neu gegründeten Verein entgegenstellten, nicht nur überblickte, sondern darüber hinaus den Aufstieg des Vereins in vorbildlicher und glänzender Weise förderte. Sein Andenken muß uns daher in steter Erinnerung bleiben und seine Persönlichkeit immer ein leuchtendes Vorbild sein.

Sein Nachfolger wurde der in Wanlo ansässige Volksschullehrer Anton Dewies. Er führte das Werk im Sinne seines Vorgängers bis zu seiner Versetzung im Jahre 1896 weiter.
In einer anschließenden Vollversammlung wurden dann Konrad Rommerskirchen zum Präsidenten und Lehrer Gilles aus Wanlo zum Chorleiter ernannt. Unter dieser Leitung legte sich der Verein im Jahre 1902 erstmalig eine Fahne zu, die in Verbindung mit dem 50-jährigen Bestehen unter Beteiligung zahlreicher auswärtiger Vereine eingeweiht wurde.

Ein Jahr später legten Konrad Rommerskirchen und Lehrer Gilles ihr Amt nieder. Es gab einen kleinen Rückschlag. Der Verein war gezwungen, sich sowohl nach einem neuen Präsidenten als auch nach einem neuen Chorleiter umzusehen. Vorsitzender wurde Heinrich Hintzen, wahrend die gesangliche Ausbildung in die Hände von Toni Dewies gelegt wurde. Unter dieser Leitung hatte sich der Verein schnell wieder gefangen, und es dauerte nicht lange, da blühte er wieder auf, die Zahl der Mitglieder wuchs und die Gesangproben wurden regelmäßig besucht. Jeder Sänger tat zum Wohle des Vereins und des deutschen Liedes sein Bestes.

Da brach der erste Weltkrieg aus und machte dem blühenden Vereinsleben ein jähes Ende. Viele mußten dem Rufe, Dienst am Vaterland zu tun, folgen. Nicht alle kehrten aus dem blutigen Ringen um ihre Heimat zurück.

Zwölf Sänger opferten ihr junges Leben für das Vaterland.
* * Ehre ihrem Andenken * *

Nach dem Kriege hatte es fast den Eindruck, als wolle sich der Verein nicht mehr zusammenfinden. Not und Drangsal der Zeit waren zu groß. Erst langsam brach, aller Not der Zeit zum Trotz, die alte Sangeslust wieder durch und allmählich fand sich eine kleine Sängerschar wieder ein, allen voran Heinrich Hintzen, der bekanntlich bis Kriegsausbruch den Vorsitz geführt hatte. Er wurde einstimmig wiedergewählt. Die Chorleitung übernahm Johann Dewies, der nicht nur ein hervorragendes Dirigententalent war, sondern der es auch verstand, Interesse für edle Musik zu wecken. Bald hatte der Verein den Leistungsstand der Vorkriegszeit wieder erreicht, so daß er an mehreren Sängerfesten und Wettkämpfen erfolgreich mitwirken konnte. Gerade um diese Zeit fanden neue, junge Sänger ihren Weg zu unserem Verein, der durch diesen Zuwachs erst recht Aufschwung bekam.

Im Jahre 1924 legte Johann Dewies aus Gesundheitsgründen sein Amt als Dirigent nieder. Der Verein war wiederum gezwungen, sich nach einem neuen Dirigenten umzusehen und wählte Ludwig Hoffmann aus Wickrathberg. Die Wahl erwies sich als außerordentlich glücklich. Einer Familie entstammend, in der eifrige Pflege der Musik Tradition war und die sich um das Musikleben stets verdient gemacht hat, war er für dieses Amt der rechte Mann. Ludwig Hoffmann zeigte schon bald, daß er nicht nur ein vorzüglicher Meister in der Chorleitung war, sondern daß er auch die Gabe hatte, den Verein zusammenzuhalten. Mit viel Geschick und Takt fand er zur gegebenen Zeit stets das rechte Wort, so daß er die Achtung aller Sänger schnell gewann.

Am 7.August 1927 war es dem Verein vergönnt, das 75jährige Bestehen in festlich gekleidetem Rahmen und mit großem Erfolg zu begehen, unterstützt von annähernd 20 Brudervereinen mit mehr als 500 Sängern.
Neue begeisterte Anhänger strebten dem Verein zu. Unter dem Ansporn der alten Sänger, die der Jugend mit gutem Beispiel vorangingen, gab es weiteren Aufschwung. Konzerte, gesangliche Vorträge, Theateraufführungen usw. bei hiesigen und auswärtigen Festen zeugten von dem Können des Vereins und dem Eifer seiner Sänger. Vereinsausflüge vereinten Freunde und Angehörige mit dem Verein und hinterließen schöne Erinnerungen. Im Liede vereint, fand man Ausspannung und Lebensfreude.

Inzwischen verdunkelte sich der politische Horizont. Mächte erhoben sich und zerrten die Weit in den Bann eines ungeheuren Schicksals, von dem auch wir betroffen wurden. Solange es noch möglich war, hielt der Verein seine Proben ab. Eingedenk seiner Verpflichtung war er stets zur Stelle, wenn unser kleines Dorf ihn zur musikalischen Umrahmung einer Veranstaltung rief. Als der Verein infolge der sich mehrenden Einberufungen nicht mehr auftreten konnte, stellte er den Gesang ein.

Auch in diesem Kriege mußten sechs Sangesbrüder ihr Leben im Kampf für das Vaterland hingeben. Das Schicksal von einem vermißten Sänger ist noch ungeklärt.
* * Ehre ihrem Andenken * *

Als die Kriegsfurie über unsere Heimat hinwegging, kam unsere Vereinsfahne in den Wirrnissen abhanden. Eine ehrliche, liebevolle Hand hat sie dem Verein aber wieder zugeführt.

Das Leben erwies sich jedoch stärker als der Tod. Aus Schutt und Trümmern wagte sich zunächst noch schüchtern das deutsche Lied hervor, aber bald schwoll es an zu mächtigen Akkorden, und aller Ungunst der Zeit zum Trotz erfüllten die Lieder der neuerstandenen Gesangvereine auch unser Heimatdörfchen mit Sang und Klang. Der Aufstieg war schwer. Leider konnte der Verein nicht gleich mit einem größeren Konzert an die Öffentlichkeit treten, aber seine Mitwirkung bei auswärtigen Sängerfesten und Veranstaltungen innerhalb der Dorfgemeinschaft hat gezeigt, daß er auf dem besten Wege war, das Niveau der Vorkriegszeit wieder zu erreichen.

Im Oktober 1949 war es dann soweit, daß der Verein erstmalig mit einem Konzert an die Öffentlichkeit treten konnte. Bis dahin lag die Chorleitung in den Händen von Ludwig Hoffmann aus Wickrathberg. Leider war es ihm jedoch nicht vergönnt, das gut vorbereitete Konzert unter eigener Regie durchzuführen, da er etwa acht Tage vorher infolge eines tragischen Unglücksfalles ans Bett gebunden war. Der Verein engagierte in Vertretung den examinierten Organisten und Chorleiter Wilhelm Deuser aus Wanlo, unter dessen Leitung das Konzert mit gutem Erfolg bestritten werden konnte. Nachdem Ludwig Hoffmann, bedingt durch anschließende längere Krankheit, sein Amt als Dirigent auf eigenen Wunsch niederlegte und von seiten des Vereins zum Ehrendirigenten ernannt wurde, übernahm Wilhelm Deuser offiziell die Chorleitung.

Herrn Ludwig Hoffmann danken wir an dieser Stelle nochmals für seine aufopfernde Tätigkeit.
Im Januar 1951 trat unser langjähriger Vorsitzender Heinrich Hintzen infolge seines hohen Alters zurück und überließ im Einvernehmen aller Sänger den Vorsitz seinem derzeitigen Stellvertreter, Arnold Jansen, während er selbst einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Auch in dieser Zeit leistete der Verein ansehnliches. Unter dem Dirigat von Wilhelm Deuser nahm der Verein im Laufe der letzten zwei Jahre an zahlreichen Veranstaltungen teil,. bei denen er mit gutem Erfolg abschneiden und sich einen ehrenvollen Namen erobern konnte.

Neben der gesanglichen Ausbildung wäre noch zu erwähnen, daß der Verein seit Kriegsende alljährlich am 2. Weihnachtstag wieder seinen traditionellen Theaterabend veranstaltet hat, der stets guten Anklang gefunden und von der ganzen Wanloer Bevölkerung rege besucht worden ist. Damit hat der Verein gezeigt, daß er neben der Kunst des Gesanges auch die des Theaters pflegt.
Im Einvernehmen aller Sänger übernahm unser Sangesbruder Heinrich Hintzen, der annähernd 80 Jahre alt war, wieder den Vorsitz, nachdem Ende Mai 1952 der bisherige Vorsitzende Arnold Jansen zurücktrat.

Unter der Leitung von Heinrich Hintzen wurden die ersten Vorbereitungen zu unserer 100-Jahr-Feier getroffen. Er hat es verstanden, mit Umsicht und Geschick unseren Verein zu leiten, erfüllt von der Liebe zum Deutschen Männergesang. Mit geringfügigen Unterbrechungen hat er den Verein 45 Jahre lang in vorbildlicher Weise und echter Kameradschaft geführt und feierte bei unserem 100jährigen Bestehen gleichzeitig sein 60-jähriges aktives Sängerjubiläum.

In unserem damaligen Schriftführer Hans Greven hatte er einen guten Mitarbeiter gefunden. Er hat mit viel Mühe und Fleiß dazu beigetragen, daß der Verein sein 100-jähriges Bestehen am 19., 20. und 21. Juli 1952 in einem so großen Rahmen feiern konnte. 20 Brudervereine unterstützten das Jubelfest, das heute noch in Wanlo in angenehmer Erinnerung ist.

Diesen beiden möchten wir nochmals für ihre aufopfernde Tätigkeit für den Verein den herzlichen Dank aussprechen, ebenso auch unserem damaligen Dirigenten Wilhelm Deuser, der die gesangliche Festfolge vorbereitete.

Am 24. 1. 1953 übernahm Heinrich Hüls den Vorsitz im Verein. Heinrich Hintzen konnte wegen seiner Krankheit dieses Amt nicht mehr weiterführen. Heinrich Hüls verstand es, das ihm übertragene Amt trotz später eintretender. Krisen, die durch das Zurücktreten älterer Sänger und mehrerer Dirigentenwechsel bedingt waren, mit viel Geschick im Sinne seines Vorgängers weiterzuführen. Dank der unermüdlichen Zusammenarbeit der noch vorhandenen Sänger konnten wir auch diese Schicksalsschläge überwinden.

Die Zahl der Mitglieder wuchs allmählich durch neu eintretende junge Sänger. Am 26. Mai 1957 wurde erstmals in der Messehalle in Köln die "Zelter Plakette" an solche deutsche Chöre vergeben, die ein 100-jähriges Bestehen nachweisen konnten.

An dem Festakt nahmen seitens unseres Vereins teil:
Vorsitzender Heinrich Hüls,
Geschäftsführer Herbert Oversberg
und der älteste Sänger unseres Vereins Johann Schnitzler.
Die Verleihung erfolgte durch den damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuß.

Im Oktober 1959 übernahm Herr Arnold Sassen aus Holzweiler das Dirigat unseres Chores, nachdem wir einige Wochen durch die plötzliche Versetzung des Dirigenten Josef Steffes keine Proben abhalten konnten. Durch seine gesangliche Ausbildung wuchs das Ansehen des Vereins mehr und mehr, so daß wir bei zahlreichen auswärtigen Sängerfesten, Konzerten, Dorfveranstaltungen usw. mit gutem Erfolg abschneiden konnten. Außer diesen kulturellen Veranstaltungen unternahm der Verein wieder in jedem Jahr einen Ausflug, der Freunde und Gönner vereinte und manch schöne Erinnerung hinterließ. Ebenso fand auch der am 2. Weihnachtstag anstelle des traditionsgemäßen Theaterabends stattgefundene Familienabend vollen Anklang.

Einige Wochen vor dem 110-jährigen Bestehen erkrankte Herr Sassen sehr schwer. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert und verstarb einige Tage nach unserem Jubelfest. Die Beerdigung war am 16.5.1962. Alle Sänger des MGV Concordia begleiteten ihn zur letzten Ruhe auf dem Friedhof in Holzweiler und verabschiedeten sich mit 2 Grabliedern.

Kurz vor unserem Jubelfest, dem 110-jährigen Bestehen Anfang Mai 1962 stand also der MGV Concordia ohne einen Dirigenten da. Der Vorstand verpflichtete per 15.4.1962 Herrn Walter Schrey aus Rheydt als neuen Chorleiter. Es gelang Herrn Schrey, die von Herrn Sassen für das Jubelfest. vorgesehenen Lieder fertig einzustudieren, so daß wir zu den Festtagen das geplante Programm vortragen konnten. Das Jubelfest, zu dem ein Hallenzelt auf dem Sportplatz errichtet worden war, wurde durch die Mitwirkung zahlreicher befreundeter Vereine ein voller Erfolg.

Auf der nach dem Fest abgehaltenen Jahreshauptversammlung wurde Walter Schrey als neuer Chorleiter endgültig bestätigt.
Im August 1963 aber erkrankte auch er. Da die Dauer seiner Erkrankung nicht abzusehen war, die Proben aber nicht weiter ruhen sollten, mußte sich der Verein nach einem Aushilfsdirigenten umsehen, den er auch in Jakob Diederichs, Rheydt, fand. Ab dem 24.10.1963 stand der Chor dann wieder unter dem Dirigat von Walter Schrey, nachdem dieser von seiner Erkrankung genesen war.

Am 12. Januar 1967 legte der seit dem 24.1.1953 als 1. Vorsitzender fungierende Heinrich Hüls sein Amt nieder. Er wurde von Franz Rahier abgelöst. Walter Schrey betreute den Chor bis zum 18. Juni 1968. Er wurde abgelöst von Herrn Heinz Schaffrath aus Buchholz, der den Chor bis zum 23. Januar 1970 betreute. Ab 23. Januar 1970 übernahm wieder Heinrich Hüls. das Amt des 1. Vorsitzenden. Ab 19.2.1970 übernahm Anton Post aus Odenkirchen das Amt des Chorleiters. Wegen einer beruflichen Veränderung mußte Herr Post sein Amt im Januar 1972 niederlegen.

Erneut wurde der Chor gezwungen, sich nach einem Dirigenten umzusehen. Den fand man schließlich in Josef Schüller aus Katzem. Herr Schüller wurde jedoch nach einem Jahr nicht mehr wiedergewählt. Wieder mußte ein neuer Dirigent gesucht werden. Ein sehr erfahrener Mann auf dem Gebiete des Chorwesens, Herr Clemens Lowis aus Katzem, erklärte sich schließlich bereit, den Chor zu übernehmen. Mit ihm kehrte wieder Ruhe in den Chor ein, auch wenn es Herrn Lowis nur möglich war, aufgrund seiner großen beruflichen Belastungen (er betreute neben Wanlo noch etliche andere Chöre) alle 14 Tage eine Probe abzuhalten.

Nachzutragen wäre noch, daß der Vorsitzende Heinrich Hüls am 8.4.1976 den Verein bat, ihn vom Amte des 1. Vorsitzenden zu befreien, da er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sei, dieses gewiß nicht leichte Amt zu behalten. Der Verein kam dem Wunsche seines langjährigen Vorsitzenden schließlich schweren Herzens nach und wählte Heinz Küppers zum 1. Vorsitzenden.

Heinrich Hüls erklärte sich bereit; den Posten des 2. Vorsitzenden zu übernehmen. Mit Clemens Lowis erlebte der Chor eine schöne Zeit und steuerte voll Zuversicht das nächste große Jubelfest, das 125-jährige Bestehen im April 1977, an. Aber das Schicksal wollte es auch diesmal, daß der Chorleiter einige Monate vor dem großen Fest schwer erkrankte. Nachdem eine Besserung seines Zustandes nicht abzusehen war und damit gerechnet werden mußte, daß Herr Lowis zwar eines Tages wieder gesund, jedoch wohl kaum noch einmal die Leitung eines Chores übernehmen könne, mußte sich der Verein im Januar 1977 wohl oder übel wieder nach einem neuen Chorleiter umsehen.
Zwischendurch wurde der Verein von Kurt Ebel aus Wickrathberg betreut. Kurt Ebel gilt unser ganz besonderer Dank. Er ist immer dann eingesprungen, wenn unsere Chorleiter durch Krankheit oder anderen Gründen verhindert waren.

Auf der Generalversammlung am 6.1.1977 wurden nicht nur die Festvorbereitungen für die Feier des 125-jährigen Bestehens sondern auch die Suche nach einem neuen geeigneten Chorleiter eingehend besprochen. Es war die längste Generalversammlung in der Vereinsgeschichte. Sie dauerte von abends 20:00 Uhr bis morgens 4:30 Uhr.

Bereits am 9.1.1977 fanden wir in Josef Hintzen aus Jüchen einen neuen Chorleiter. Aus beruflichen Gründen konnten wir mit ihm nur 14-tägig proben. Unter seiner Leitung feierten wir am 23. und 24.4.1977 das 125-jährigeVereinsbestehen.

Neben einem gut gelungenen Festprogramm im Festzeit am 23.4. fand am 24.4.1977 ein Gala-Abend unter Mitwirkung durch Funk und Fernsehen bekannter Stars statt. Noch heute erinnern wir uns recht oft und gerne an diese schöne Festlichkeiten.

Am 30.04.1977 wurde unser Chor vom Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach; Herrn Bolzenius zu einem Empfang ins Rathaus Abtei eingeladen. Bei dieser Gelegenheit wurden die Sangesbrüder
Konrad Greven, Heinrich Hüls und Herbert Oversberg
für besondere Verdienste für den Chor geehrt. Sie erhielten das Abteisiegel und einen Bronzeteller.

Auf der Generalversammlung am 26.1.1979 wurde dem Wunsche der Sänger "wöchentlich" zu proben, entsprochen. Leider konnte Herr Hintzen uns diesen Wunsch aus beruflichen Gründen nicht erfüllen. Er erklärte sich aber dankenswerterweise bereit, die 2-wöchigen Proben so lange weiter durchzuführen, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden wurde.

Bereits im März 1979 fanden wir in Hans-Dieter Klein einen neuen Chorleiter, der bis September 1980 in unserem Chor wirkte.

In den Jahren 1981 bis 1985 mußte der Verein auf die verpflichteten Chorleiter und Aushilfschorleiter Josef Behrens, Clemens Lowis und Josef Hintzen verzichten. Krankheitshalber und aus beruflichen Gründen verließen sie uns.

Im Januar 1986 erklärte sich Herr Walter Schrey dankenswerterweise bereit, nochmals den Chorleiterposten zu übernehmen, damit wir das geplante und vorbereitete 135-jährige Bestehen durchführen konnten.

Die Feier begann am 8.5.1987 mit einem Freundschaftssingen im Festzeit, an dem 13 weitere Chöre teilnahmen. Am 9.5.1987 fand ebenfalls im Festzelt eine bunte Bühnenshow mit Musik, Gesang, Akrobatik, Zauberei und viel, viel Humor statt. Abschluß und Höhepunkt des Jubiläums bildete ein festliches Konzert mit drei weiteren gemischten Chören in der Pfarrkirche St. Mariä-Himmelfahrt in Wanlo. Beteiligten und Zuhörern wurde der Gesang zu einem Erlebnis, zumal das ausgewählte Liedgut dem Vermögen der Chöre adäquat und dem sakralen Raum angepaßt erschien.

Nach dem Kirchenkonzert kündigte Walter Schrey an, daß er den Chorleiterposten zum Jahresende aus "familiären Gründen" niederlegen müsse. Diese Nachricht traf uns hart. Wieder begann die Suche nach einem neuen Chorleiter. Am 14.01.1988 fanden wir in Andreas Gisbertz einen neuen Chorleiter, der bis Juni 1993 in unserem Chor wirkte. Er fühlte sich im Kreise der Sänger sehr wohl und gab sein Bestes. Wir verbrachten mit ihm eine schöne Zeit.

Unter seiner Leitung feierten wir am 8. und 9.5.1992 das 140-jährige Vereinsbestehen. Eröffnet wurde das Fest am 8.Mai mit einem Volksliederabend an dem 11 Chöre aus unserer näheren Umgebung teilnahmen. Das Fest wurde am 9.5.1992 mit einem "Bunten Abend" abgeschlossen. Stargast des Abends war der durch Funk und Fernsehen bekannte Schlagerstar Bata Ilic. Es war ein schönes gelungenes Fest, das alle Gäste begeistert hat und von dem man noch heute spricht.

Am 28.6.1993 begann die 1. Chorprobe unter dem neu verpflichteten Chorleiter Georg Foitzik. Unter seinem Dirigat kam wieder Aufschwung in den Verein. Er war als junger Chorleiter mit Schwung und Eifer bei der Sache und gestaltete die wöchentlichen Gesangproben für alle Sänger angenehm und lehrreich.

Leider mußten wir uns nach einem neuen Vereinslokal umsehen, weil sich unsere Vereinswirtin, Emilie Meiers (geb. Heinrichs), mit Ablauf des Jahres 1993 zu wohlverdienten Ruhe setzte.
Neues Vereinslokal wurde die Gaststätte "Zur Tenne". Hier fand die 1. Probe am 10.Januar 1994 statt.

In den Jahren 1995 und 1996 arbeiteten wir auf das 145-jährige Vereinsbestehen hin. Von der geringen Zahl der aktiven Sänger starben Willi Lennartz und Franz Rahier, so daß wir mit 18 Sängern das Fest bestreiten mußten. Versuche, neue Sänger zu finden, schlugen fehl.
So feierten wir am 19. und 20. April 1997 das 145-jährige Vereinsbestehen in der Mehrzweckhalle in Wanlo. Beim Jubiläumskonzert am 19.April wirkten neben der Concordia 3 weitere Chöre und der „Musikverein St. Josef Keyenberg“ mit. Am Morgen des 20.4.1997 fand ein Freundschafts-Singen unter Mitwirkung von 9 Chören statt.

Auch wenn der Verein ein recht hohes Durchschnittsalter zu verzeichnen hatte, war dies bei den Auftritten nicht zu spüren. Das Fest war eine Werbung für den Chorgesang.

Nach diesen schönen Festlichkeiten blieb unsere kleine Chorgemeinschaft von weiteren Schicksalsschlägen nicht verschont. Es starben 5 Sangesbrüder und zwar Hermann Fegers, Jakob Hoffmanns, Adam Schnitzler, Hans Lövenich und Hans Josef Thelen.

Sänger und Vorstand haben nichts unversucht gelassen, neue und jüngere Leute für den Chorgesang zu begeistern, um als ältester Chor im Deutschen Sängerbund im Stadtbezirk Mönchengladbach das seltene Fest des 150-jährigen Bestehens feiern zu können.

Unsere Bemühungen waren von Erfolg gekrönt. Wieder konnten wir einige neue Sänger gewinnen, so daß wir mit einem Bestand von 18 Sängern das 150-jährige Bestehen feiern werden.


Chorleiter:

1852 – 1880 – F.A.Wimmers
1880 – 1896 – Anton Dewies
1896 – 1903 – Heinrich Gilles
1903 – 1914 – Toni Dewies
1918 – 1924 – Johann Dewies
1925 – 1949 – Ludwig Hoffmann
1949 – 1952 – Wilhelm Deuster
1952 – 1956 – Alois Stollenwerk
1956 – 1958 – Josef Welters
1958 – 1959 – Josef Steffens
1959 – 1962 – Arnold Sassen
1962 – 1968 – Walter Schrey
1968 – 1970 – Heinz Schaffrath
1970 – 1971 – Anton Post
1972 – 1973 – Josef Schüller
1973 – 1976 – Clemens Lowis
1977 – 1978 – Josef Hintzen
1979 – 1980 – Hans-Dieter Klein
....... – 1984 – Josef Behrens
1984 – 1985 – Clemens Lowis
1986 – 1987 – Walter Schrey
1988 – 1993 – Andreas Gisbertz
Ab 1993 – Georg Foitzik

Vorsitzende:

1852 – 1880 – F.A. Wimmers
1880 – 1896 – Anton Dewies
1897 – 1903 – Konrad Rommerskirchen
1918 – 1939 – Heinrich Hintzen
1947 – 1951 – Heinrich Hintzen
1951 – 1952 – Arnold Jansen
1952 – 1953 – Heinrich Hintzen
1953 – 1967 – Heinrich Hüls
1967 – 1970 – Franz Rahier
1970 – 1976 – Heinrich Hüls
Ab 8.4.1976 – Heinz Küppers

E H R E N T A F E L

für die in zwei Weltkriegen gefallenen Mitglieder des
M.G.V. "C o n c o r d i a" Wanlo


1914 – 1918

Corsten Toni
Dahmen Peter
Esser Anton
Goebels Hubert
Hamacher Theo
Hützen Heinrich
Huppertz Andreas
Huppertz Heinrich
Jansen Paul
Klauth Wilhelm
Wachtling Andreas
Wirtz Fritz

1939 – 1945

Goebels Josef
Goebels Peter
Mainz Peter
Schnitzler Gerhard
Schnitzler Werner
Schotten Hans
Hermanns Leo (Vermißt)
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 15. Oktober 2011 )