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Pfarrer von Wanlo
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Pfarrer von Wanlo
Pfarrer Franz Anton Hoffmann
Pfarrer Adolf Plönnis
Pfarrer Gau 25 Jahre Priester
Pfarrer Schuck Dezember 2007 verabschiedet
Biographie zum Tode von Pfarrer Schuck

Johann Andreas Katz

* 13.07.1795 in Wanlo
Priesterweihe = 06.05.1819
+ 10.08.1849 in Richterich

4 Jahre Vikar in Burgwaldnice
von 1823 – 1837 Pfarrer von St.Severinus Karken und Schulinspektor Kreis Heinsberg.
Ab 01.01.1837 Pfarrer in Richterich und Schulinspektor Landkreis Aachen.

Pfarrer von Wanlo


1327 bis heute


1327 = Konstantin von Horn = 1. bekannter Pfarrer in Wanlo
1329 = Heinrich von Duisburg (Vertichmark)
1330 = Gorswinus von Wanle
1378 = Gobelinus von Ratingen
1378 – 1404 = Johann von Schonenbach, gen. Quentini
1436 = Heinrich N. (Kirchspielherr)
1541 = Matthias Girys
1547 – 1549 = Pfarre unbesetzt
1548 – 1574 = Franz Flockens
1574 – 1583 = Dionisus Gladbacensis
1567 / 1583 = Dionisius Dionisii
1606 – 1636 = Wilhelm Tetzius
1636 – 1658 = Johannes Viten
1667 – 1680 = Peter Sieben
1698 – 1716 = Ernst Henseler
1716 – 1749 = Nikolaus Teinertz
1749 – 1779 = David Kirchbauer
1779 – 1814 = Franz Anton Hoffmann
1814 – 1844 = Johann Wilhelm Syben
1844 – 1869 = Josef Klören
1869 – 1891 = Hermann Josef Jansen
1891 – 1896 = Paul Dorn
1896 – 1908 = Adolf Plönnis
1908 – 1927 = Georg Hütten
1927 – 1931 = Franz Maaßen
1931 – 1947 = Johann Plum
1947 – 1957 = Adolf Gau
1957 – 1958 = Clemens Heinrich Florenz
1958 – 1969 = Paul Gottfried Erb
1970 – 2007 = Hans–Josef Schuck
2008 - heute = Michael Röring

Pfarrer Clemens Heinrich Florenz wurde am 4. 12. 1900 geboren.
Im Jahre 1924 erhielt er die Priesterweihe.
Pfarrer Florenz war übergangsweise der Pfarrer in Wanlo.
Er ist am 10. 12. 1967 in Neuenhoven gestorben und am 14. 12. 1967 auf dem Städt. Friedhof Rheydt-Giesenkirchen beigesetzt.

Die Erlebnisse des Wanloer Pfarrers Franz Anton Hoffmann


beim Einmarsch der Franzosen im Jahre 1794.

Über den Einmarsch der Franzosen im Jahre 1794 in Wanlo schreibt Pfarrer Franz Anton Hoffmann (1779 – 1814) in der Wanloer Pfarr – Chronik.
Hier ein Auszug: .......Die Französischen Waffen fingen an zu siegen.......Da ihre Armeen mehr als 300.000 Mann stark waren, mußten sie [Österreicher und Preußen] sich über den Rhein zurückziehen.

Sehr viele Vornehme, sowohl geistliche als weltliche, waren schon vorher über den Rhein geflohen. Dem Himmel sei Dank, es logierte hier ein aus Brabant geflüchteter Pastor. Ich wurde zu ihm gerufen. Er belehrte mich, daß die Franzosen nach dem Tode des Robespierre keine Geistlichen mehr umbrächten. Dessen grausamer Befehl sei also nicht mehr zu fürchten. Die Franzosen würden die Pastöre nur berauben. Daraufhin entschloß ich mich, nicht zu flüchten, sondern bei meiner Pfarre zu bleiben.

Am 4.Oktober entnahm ich während der Messe einen Zuruf, daß die Franzosen angekommen wären. Mein Schrecken war groß. Ich sammelte mich jedoch und las nicht ohne Furcht die Messe zu Ende. Danach begab ich mich ins Pastorat, zog geschwind meines Vaters Rock an und siehe, in dem Augenblick erschien auch schon ein Husar in meinem Zimmer. Er forderte 4 Kronentaler. Ich hatte 6 in der Tasche und gab ihm davon vier. Er griff in meine Tasche und nahm auch die übrigen zwei.

Darauf stieß er mit Gewalt an mein Knieband. Darin hatte ich etliche Kronentaler versteckt, um mehreren Plünderern etwas geben zu können. Diese Taler sprangen infolge des Stoßes aus dem Kniebändlein. Er nahm sie alle. Danach mußte ich ihm die Schränke öffnen und er raffte an sich, was er fand.

Gleich darauf erschien der zweite Husar. Er forderte meine Uhr. Da ich bemerkte, ich hätte sie nicht, tastete er mich nach einer Uhrtasche ab. Als er diese fand, zog er den Säbel. Ich schlug ihm aber gelind auf die Schulter und sagte, lasset monsieur, mon père.....Ich mußte also mit ihm zum Vater gehen. Diesen bat ich, Vater gebet ihm die Uhr, damit wir Ruhe haben.

Kurz darauf kam als dritter Husar ein Offizier, der deutsch sprach. Auch er forderte von mir Geld. Ich sagte ihm, diese beiden hier haben schon alles genommen. Als er mich bedrohte, ging ich mit ihm in das obere Zimmer, in dem ich noch etliches Cassa – Geld [Bargeld] aufbewahrte. Oben stieß er mit dem Fuß das Schloß von der Tür ab und ich schüttelte ihm das vorrätige Kleingeld aus.

Ich ging in der Hoffnung fort, daß er das übrige Geld nicht finden würde. Ich hatte nämlich in einem Wandkasten einen Beutel hängen, in dem sich neben verschiedenen seltenen Münzschaustücken 55 Reichstaler befanden. Der Husar fand alles und raubte es.

Diese drei Franzosen sind vermutlich jene gewesen, die zu Venrath den Ringelkamp beim Verschließen seines Tores erschossen haben. Einschließlich meiner Sackuhr [Taschenuhr] haben die drei Husaren insgesamt etwa 160 Reichstaler geraubt, worunter sich auch einige Kirchen – und Armengelder befanden. Weitere Armen – und Kirchengelder hatte ich mit meinen besten Mobilien in einem Versteck verborgen. Sie sind auch nicht gefunden worden.

Nach dem Abzug der Husaren fand ich noch 26 Reichstaler Cassa – Geld, das die Räuber nicht entdeckt hatten. Diese nahm ich an mich, verließ das Haus, weil weitere Plünderer kamen, und flüchtete ins Bruch. Während der Nacht habe ich aus Furcht und Schrecken in einem anderen Haus übernachtet.

Pfarrer Adolf Plönnis


Aus der "Chronik der Pfarrgemeinde Wanlo", beginnend mit dem Jahre 1749
zitiert und ergänzt im Jahre 1969 von Chronist Heinrich Küppers +.

Am 18.Oktober 1896 übernahm Pfarrer Adolf Plönnis die Pfarre Wanlo.

Schon am 9. Dezember 1896 fand eine Sitzung des Kirchenvorstandes und der kirchlichen Gemeindevertretung statt, zu welcher der hiesige Bürgermeister W. Müllers [Johann Wilhelm Müllers von 1875 bis Dezember 1906 Bürgermeister von Wanlo] und der Herr Regierungsbaumeister J. Busch aus Neuß eingeladen wurden. In dieser Sitzung wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, die Pfarrkirche zu erweitern, nach dem vorliegenden, in frühgotischem Stiele entworfenen Plane des Reg. Baumeisters J. Busch aus Neuß.

Die Kosten des Baues sollten durch Umlagen auf die Pfarrgemeinde und eine nachzusuchende Kirchen – und Hauscollekte gedeckt werden.

Über die alte Kirche schreibt Pfarrer Plönnis in der Pfarrchronik: "Die alte Pfarrkirche stammt in ihrem ältesten Teile aus dem 13. Jahrhundert; sie ist eine romanische Pfeilerbasilika".

Im laufe der Zeit zu klein für die Pfarreingesessenen, brach man im Jahre 1729 die Chorapsis [Sitz der Geistlichen] ab, verlängerte das Hauptschiff und schloß dasselbe mit einer frühgotischen poygonen Chorapsis.
[Polygon = Vieleck; geschlossene ebene Figur mit geradlinigen Seiten]

Auch diese verlängerte Kirche erwies sich schon längst für die Pfarrgemeinde zu klein; sie war teilweise feucht, besonders war der neu angebaute Chor morsch; dazu befand sich die Kirche in einem innerlich und äußerlich sehr vernachlässigten Zustande.

Im Frühjahr 1898 wurde dann mit den ersten Bauarbeiten begonnen. Die gesamten Kosten beliefen sich auf 70.000 Mark.

Pfarrer Plönnis starb am 4. Mai 1908. Er ist auf dem hiesigen (neuen) Friedhof [Wanlo, Hochstraße] beigesetzt. In der Nähe ist auch die Grabstätte seiner Mutter.

Was die älteren Leute Pfarrer Plönnis heute (1969) noch nachsagen, ist seine Bescheidenheit in den Bedürfnissen des alltäglichen Lebens und seine Mildtätigkeit.
Es wird Pfarrer Plönnis nachgesagt, er hätte nur noch einen einzigen Anzug besessen, den er werktags und sonntags getragen habe.

Daten von Pfarrer Adolf Kornelius Plönnis:
geboren am 23.01.1842
Priesterweihe am 24.08.1869
verstorben am 04.05.1908 in Wanlo.

[Das Grab von Pfarrer Plönnis und die Grabplatte seiner Mutter existiert im Jahre 2006 noch – der Chronist]

Pfarrer Gau 25 Jahre Priester – Weggang von Wanlo.

Abschied nach dem Silbernen.

Abschrift aus >Rheydter Stadtpost< Montag, dem 5. August 1957

WANLO. Pfarrer Gau feierte sein silbernes Priesterjubiläum. Von den 25 Jahren seiner Amtszeit verbrachte er mehr als zehn Jahre in Wanlo. Im feierlichen Hochamt am Sonntagmorgen hielt Prälat Dr. Dr. Josef Brosch aus Aachen die Festpredigt. Er würdigte darin die Arbeit und das hohe Amt des Priesters.

Nach dem Festgottesdienst fanden sich die Schulkinder mit ihren Lehrern, die Schulentlassenen, der Mütterverein, der Kirchenvorstand, der Kirchenchor und die St. Antonius – Bruderschaft zur Gratulation ein. Mit einem Liedvortrag des Kirchenchores und einem Gedicht begrüßten die Gratulanten den Jubilar. In der Ansprache hob Hauptlehrer Gippert das schöne Verhältnis, das der Pfarrer während seines Wirkens in Wanlo zu den Kindern gehabt habe, hervor. Pfarrer Gau habe es verstanden, die Herzen der Kinder zu gewinnen, er sei ihnen ein väterlicher Freund gewesen. Das harmonische Zusammenwirken von Kirche, Schule und Elternhaus sei für die Erziehung der Jugend von großem Segen gewesen. Die Früchte seiner Erziehungsarbeit, so betonte Hauptlehrer Gippert, werden sich erst nach Jahren zeigen. Sein Wunsch, der Herrgott möge dem Jubilar noch viele Jahre Gesundheit schenken, damit es ihm möglich sei, noch lange Zeit zum Wohle der ihm anvertrauten Jugend zu arbeiten.

Der Tag des silbernen Priesterjubiläums war für den Pfarrer der letzte Sonntag seiner Amtstätigkeit in Wanlo. Am 30. Juli verließ er seinen Wirkungskreis, um die Pfarrstelle in Lommersdorf in der Eifel anzutreten, in die er am kommenden Sonntag eingeführt wird. Während der zehn Jahre seines Wirkens in Wanlo hat Pfarrer Gau für das Gotteshaus sehr viel getan. Dank der reichen freiwilligen Spenden der Dorfbewohner war es dem Pfarrer möglich das Gotteshaus wieder in einen würdigen Zustand zu bringen.
So wurden die Kriegsschäden beseitigt, es wurden neue Fenster angeschafft, eine neue Beleuchtung eingebaut und dem Inneren der Kirche ein neuer anstrich gegeben. Zwei neue Glocken lassen seit einigen Jahren wieder ihre eherne Stimme erschallen. Bei der Planung und Errichtung des Mahnmales stand Pfarrer Gau der Dorfgemeinschaft mit Rat und Tat zur Seite. Die durch den Krieg vernichtete Boromäus- Bibliothek hat der scheidende Pfarrer wieder aufgebaut und diese durch Anschaffung wertvoller neuer Bücher wesentlich bereichert. Die Wanloer Pfarrgemeinde bedauert den Fortgang ihres hochverehrten Pfarrers Adolf Gau, sie wünscht ihm in seinem neuen Wirkungskreis in der Eifel Gottes reichen Segen.

Die Daten von Pfarrer Gau:


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Geboren am 27.09.1905 in Myhl
Priesterweihe am 30.07.1932 in Aachen
Vom 01.02.1947 bis 04.08.1957 Pfarrer in Wanlo
Vom 25.06.1957 bis 1997 in Lommersdorf / Eifel
Verstorben im Jahre 1997 in Lommersdorf
Beigesetzt ist Pfarrer Gau auf dem Friedhof der Pfarre St. Philippus und Jakobus Lommersdorf
neben seiner Haushälterin Gertrud Hündgen, die 1988 verstorben ist.



Pfarrer Schuck nach 38 Jahren verabschiedet Dezember 2007

Foto Hans-Josef Pisters Niersbote
Foto Hans-Josef Pisters Niersbote
Die Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Wanlo war bis auf den letzten Platz gefüllt, als es in der Samstagabendmesse hieß, nach 38 Jahren Abschied von Pfarrer Hans-Josef Schuck zu nehmen. Regionaldekan Dr. Albert Damblon händigte ihm die Entpflichtungsurkunde des Bischofs von Aachen, Heinrich Mussinghoff, mit Wirkung vom 1. Januar 2008 aus, der Pfarrer Schuck für über 48 Jahre Tätigkeit als Seelsorger Dank und Anerkennung aussprach. Er bezeichnete den in Eltville, der Weinregion am Rhein, geborenen Pfarrer als "treuen Arbeiter im Weinberg". Die Menschen in den ihm anvertrauten Pfarrgemeinden konnten ihn in der ihm eigenen freundlichen und volksverbundenen Art stets als sorgenden Hirten und Weggefährten erleben, der an seine Aufgaben mit unermüdlichen Einsatz heranging. "Seelsorger war seine Lebensaufgabe". Trotz seiner Krankheit, die Pfarrer Schuck dazu bewogen hat, trotz anderer Vorsätze, als verantwortlicher Pfarrer auszuscheiden, hat der Bischof ihm die Möglichkeit eingeräumt, weiterhin in Wanlo mit den Christen zu leben.

Auf dem Foto v.l.n.r.: Pfarrer Schuck, Pfarrer Michael Röring, Regionaldekan Dr. Albert Damblon, Pfarrer Jan Nienkerke, Leiter der Gemeinschaft MG-Süd.

Pfarrer Schuck studierte nach dem Abitur im Juli 1951 Theologie an der Ordensschule "Regina Cordium" der Montfortanerpatres in Oirschot/NL, wo er am 8. März 1959 auch die Priesterweihe empfing. Schon während seines Pastoraljahres war er von September 1959 bis Juli 1960 in Rheydt tätig. Von August 1960 bis November 1969 war er zunächst als Kaplan an St. Laurentius in Odenkirchen tätig. Am 24. November 1969 wurde ihm die Gemeindeleitung der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Wanlo anvertraut, die er seitdem bis zum 31.Dezember 2007, zunächst im Amt des Pfarradministrators, dann seit der Inkardinierung in den Klerus des Bistums Aachen am 7. Februar 1990 als Pfarrer, wahrnahm. Bereits am 15. Dezember 1971 war ihm der Pfarrertitel verliehen worden. Darüber hinaus war er im Dekanat Rheydt- Wickrath von 1973 bis 1981 Vertreter des Dechanten und danach bis 1991 selbst Dechant. Zusätzlich hat er von Oktober 1986 an für eine bestimmte Zeit das Amt des Pfarradministrators an St. Margareta in Hockstein wahrgenommen.

Pfarrer Michael Röring erhielt dann aus der Hand von Regionaldekan Dr. Albert Damblon die Bestellungsurkunde des Bischofs mit Wirkung vom 1. Januar 2008 zum Nachfolger und ist nunmehr Pfarrer von Wickrath, Wickrathhahn und Wanlo innerhalb der Gemeinschaft der Gemeinden Mönchengladbach-Süd. In seiner Ansprache erwähnte Pfarrer Röring, dass Dank und Wehmut diese Stunde prägen. Seelsorge sei nur möglich, wenn dabei das Herz investiert wird. Über Wanlo und Wickrath wölbe sich der gleiche Himmel und unter uns die gleiche Erde. Aus diesem Grunde werde es auch in Wanlo weitergehen.

Anschließend überreichte Pfarrer Hans-Josef Schuck seinem Nachfolger die Schlüssel der Wanloer Kirche und gab der Hoffnung Ausdruck, dass alles so erhalten wird, was er angeschafft und wie er die Kirche ausgestattet hat.

Neben dem Dank an seine Mutter sprach er den Dank aus an den Kirchenvorstand, den Damen und Herren des Pfarrgemeinderates, den Frauen der Frauengemeinschaft, den Reinigungsfrauen, der Küsterin Martina Küppers, seiner Hilfe im Pfarrhaus, Cäcilia Groh, dem Kirchenchor, dem Chorleiter Heinz Jakob Quast, dem Organisten Hans Günter Gelissen, den Messdienern und Messdienerinnen, den Kindergärtnerinnen im Kindergarten und letztlich allen, die ihn unterstützt haben.

Im Anschluß an die Messe hatte im Jugendheim jeder die Möglichkeit, Pfarrer Schuck persönlich zu danken. Der 2. Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Hans-Josef Neulen, sprach den Dank des Kirchenvorstandes aus und erklärte, dass Pfarrer Schuck eine Ära geprägt hat, und wörtlich: "Er war ein Priester, wie er im Buche steht, aber auch ein Mensch mit Ecken und Kanten. Sie hatten vor niemand Angst und sprachen Ihre Meinung immer offen aus. Vor allem als es um den eventuellen Braunkohleabbau von Wanlo ging, waren Sie ein starker Mahner." Er wies weiter daraufhin, dass nach 38 Jahren der Tätigkeit von Pfarrer Schuck in Wanlo nun ein anderer Zeitgeist herrscht, denn Wanlo hat erstmals keinen verantwortlichen Pfarrer mehr, der in Wanlo wohnt.

Dem Nachfolger, Pfarrer Michael Röring, sagte er: "Wir nehmen Ihre Hand, nehmen Sie auch unsere Hand". Bezirksvorsteherin Marianne Beckers sprach Pfarrer Schuck ebenfalls ihren Dank aus und erklärte, dass er ein Priester ohne "wenn und aber" und ein Mann mit Grundsätzen war. Anschließend sprachen die Vertreter der Wanloer Vereine ihren Dank aus und wünschten dem "Ruheständler" alles Gute.
Die Feier wurde untermalt vom St. Josephs-Musikverein Keyenberg.
[Text u. Foto: Hans-Josef Pisters]

Quelle: Niersbote Nr. 1-2008

Biographie Pfarrer Hans Josef Schuck

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von Konrad Hermanns, früher Wanlo, heute wohnhaft in der Eifel
Hans Josef Schuck wurde am 11. April 1929 als Sohn des Bankkaufmanns Josef Schuck und dessen Ehefrau Margarethe geb. Hild in Eltville, der Stadt der Rosen und des Weines, geboren. Seinen schulischen Werdegang schloß er mit dem Abitur in Mönchengladbach-Hehn ab.

Im Juli 1951 begann er sein Studium der Theologie an der Ordensschule „Regina Cordium“ der Montfortanerpatres in Oirschot/Niederlande, wo er am 8. März 1959 zum Priester geweiht wurde.

Sein Ziel war, fortan in der „Mission“ zu arbeiten. Aber aufgrund eines Augenleidens mußte er dieses von ihm als Berufung empfundene Ziel aufgeben. So kam er nach seiner Primiz, die er in seiner Heimatpfarre St. Peter und Paul in Eltville feierte, in das Provinzialhaus der Montfortaner-Patres nach Rheydt-Mülfort, welches zu diesem Zeitpunkt noch als Internat genutzt wurde.

Als das Internat kurz darauf geschlossen und das Haus nur noch als Begegnungsstätte umgestaltet wurde, wirkte er von August 1960 bis November 1969 als Kaplan an St. Laurentius Odenkirchen, um am 24. November 1969 mit der Leitung der Pfarrgemeinde St. Mariä-Himmelfahrt Wanlo betraut zu werden.

Diese Aufgabe erfüllte er bis zum 31. Dezember 2007, zunächst als Pfarradministrator und dann, nach seiner Inkardination in den Klerus des Bistums Aachen am 7.Februar 1990, als Pfarrer. Der Titel Pfarrer war ihm aber bereits am 15. Dezember 1971 verliehen worden. Darüber hinaus war Hans-Josef Schuck, von seinen Freunden meist nur „Hanjo“ genannt, von 1973 bis 1981 Vertreter des Dechanten im Dekanat Rheydt-Wickrath und danach 10 Jahre lang selbst Dechant.

Zusätzlich von Oktober 1986 an hat er für längere Zeit das Amt des Pfarradministrators an St. Margareta in Hockstein wahrgenommen und er half auch während der schweren Erkrankung von Pfarrer Jansen längere Zeit in Wickrathhahn aus. Er war Präses der St. Antonius-Sebastianus Bruderschaft Wanlo, Mitglied der „Chargierten“ und Ehrenmitglied der Dorfinteressengemeinschaft Wanlo.

Erwähnenswert ist auch sein engagiertes Auftreten beim Kampf gegen „Rheinbraun“. Leid tat es ihm, daß er während des Bildersturms nach dem 2. vatikanischen Konzil Anfang der 70er Jahre den Hauptaltar, den Predigtstuhl und die Kommunionbank, um nur einiges zu nennen, abbrechen ließ. Dies versuchte er im Laufe seines Wirkens durch zahlreiche Neuanschaffungen auszugleichen. Am 1. Januar 2008 wurde Hans Josef Schuck offiziell von Pfarrer Michael Röring als Pfarrer von St. Mariä-Himmelfahrt Wanlo abgelöst.

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Der Kirchenvorstand und das Bistum Aachen ermöglichten es Pfarrer Schuck, auch im Ruhestand weiterhin im Pfarrhaus wohnen zu können, weil es sein größter Wunsch ist, dort zu bleiben, bis ihn der Herrgott abberuft. Solange es seine Kräfte zuließen, las er in Wanlo noch Hl. Messen oder nahm als Konzelebrant an diesen teil. Seit Juli 2010 ist er aber ans Bett gefesselt. Es ist bewundernswert, mit welcher Geduld er sein schweres Schicksal erträgt.

Mit fast 40 Jahren priesterlichen Wirkens und offiziell 38 Dienstjahren ist Pfarrer Hans Josef Schuck der am längsten in Wanlo praktizierende Geistliche seit Beginn der Aufzeichnungen, die immerhin bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen!
Er verstarb am 8. August 2014 in Wanlo. Dort ist er auf dem Friedhof in einer Gruft neben anderen Pfarrern beigesetzt. Diese Gruft hatte er zu Lebzeiten betonieren und in die Erde einbauen lassen.
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 15. Oktober 2014 )