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TuS 03 Sportverein

Chronik des Dorfes Wanlo

von Chronist Heinz-Josef Katz
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TuS - Chronik von 1928
TuS - Chronik von 1978
TuS - Chronik von 2003

Chronik aus der Festschrift
zur Feier des 25jähr. Bestehens am 4. und 5. August 1928


Vereinsgeschichte.


Als im Jahre 1902 im benachbarten Wickrathberg ein der Deutschen Turnerschaft angehörender Turnverein gegründet wurde, ließ nach kurzer Zeit der im Weltkriege 1914 / 18 gefallene Johann Hecker von hier als begeisterter Anhänger des Geräteturnens sich in diesen Verein aufnehmen. Seine Freunde gingen mit in den Turnverein Wickrathberg, und allwöchentlich an 2 Abenden fanden sich 4 Wanloer Burschen (Johann Hecker, Franz Jansen, Hubert Jansen, Wilhelm Hamacher) in Wickrathberg mit ihren Altersgenossen zum fröhlichen turnerischen Treiben ein. Jedoch entstand der Wunsch und faßten sie bald den Entschluß, einen eigenen Turnverein in Wanlo in's Leben zu rufen. Im Frühjahr 1903 beriefen die Vorgenannten eine öffentliche Gründungsversammlung ein, bei der schon eine Reihe Mitglieder geworben wurde. Josef Halcour wurde als alter, begeisterter Turner zum Turnwart gewählt, zum 1. Vorsitzenden Paul Jansen, zum Kassenwart: Peter Hamacher und zum Schriftführer Johann Hecker. Als weitere Gründer des Vereines kommen infrage Hubert Kremer, Peter Müller, Heinrich Krahe und Heinrich Thönnißen, sowie Johann Schlebusch;

Unter der zielbewußten Leitung der vorgenannten Vorstandsmitglieder entstand mit Hilfe des Turnvereins Wickrathberg ein reges turnerisches Leben, und schon am 26. April des Jahres 1903 feierte der junge Verein sein 1. Stiftungsfest. Neue Mitglieder wurden durch das veranstaltete Werbeturnen geworben und nach finanzieller Erstarkung begann man mit der Anschaffung der Geräte, bei welcher ein alter Turnfreund, August Schumacher, den Jüngern Jahn's tatkräftige Unterstützung angedeihen ließ. Nunmehr wuchs und gedieh der von Heimat- und Vaterlandsliebe, von heller Begeisterung für die edle deutsche Turnsache, von Ehrgeiz und Kameradschaftlichkeit getragene Verein zusehends. Seine Teilnahme an patriotischen und Orts- festen der örtlichen Vereine brachte ihm Sympathie in weitesten Kreisen der Wanloer Bürgerschaft. Von vielen Turnfesten kehrten Wanlo's Turner, mit dem Siegeskranze geschmückt, heim, und freudigen Anteil nahm die Bürgerschaft an den Erfolgen "ihrer" Turner. Stolz war man auf die erfolgreichen Anhänger der edlen Turnkunst. Im Jahre 1909 hielt der junge, aufstrebende Verein seine Fahnenweihe, und eine der schönsten Fahnen der Turnvereine des Gladbacher Turngaues wurde ihrer Bestimmung übergeben.

Doch, als im August des Jahres 1914 die Kriegsfackel des großen Weltkrieges in unser friedliches Vaterland geworfen wurde, als der größte aller Kriege entbrannte, da wurde es still im Turnverein. Mit Millionen treuer deutscher Volksgenossen zogen die meisten unserer Turner hinaus in Feindesland. Sie zogen hinaus, um die Lieben daheim und die Heimat zu schützen vor den Schrecknissen des Krieges, um die höchste und schwerste aller Staatsbürgerpflichten zu erfüllen. Ihre Vaterlandsliebe besiegelten 15 von ihnen mit dem Tode im Felde. Die erste Textseite dieses Festbuches widmen wir ihnen. Am Volkstrauertage des Jahres 1927 enthüllten wir für sie eine Gedenktafel. Es ist eine schlichte Eichentafel, die in unauslöschlichen Lettern die Namen und Todesdaten unserer gefallenen Turnbrüder trägt. Möge diese Tafel stets sein ein Zeichen treuen Angedenkens, ein Zeichen der Dankbarkeit und Liebe für unsere toten Brüder.

Als nach dem Kriege die Vereinsarbeit wieder aufgenommen wurde, da kamen die alten Turner mit wenigen Ausnahmen in den Verein zurück. Neue kamen hinzu. Als 1. Vorsitzender gab unser bewährter, nie versagender Josef Halcour sich alle erdenkliche Mühe, das Vereinsleben wieder in alter Blüte erstehen zu lassen. Insbesondere galt es, die Jugend für die edlen Ideale der Deutschen Turnerschaft zu begeistern und zu gewinnen. Trotz mannichfacher Schwierigkeiten gelang dies auch, und im Jahre 1921 feierte der inzwischen in Turn- und Spielverein umgetaufte Verein sein Turnfest in der vor dem Kriege üblichen Weise. Auch die Schuljugend nahm daran teil.
Neue Begeisterung wurde ausgelöst, und wiederum gab's Mitgliederzuwachs. Im Jahre 1925 übertrug der III. Bezirk des Gladbacher Turngaues, dem der Verein angehört, ihm die Durchführung des 4. Bezirksturnfestes, das unter großer Beteiligung der Vereine des III. Bezirks einen schönen Verlauf nahm und sich zu einer machtvollen Kundgebung für die edle deutsche Turnsache gestaltete. Inzwischen nun wogte das Vereinsschiff auf und ab.
Die größten Schwierigkeiten stellten sich den ernsthaft vorwärts strebenden Jugendführern in den Weg. Aber mit vereinten Kräften wurden die Hindernisse für eine ersprießliche Jugendpflegearbeit beseitigt. Zur Zeit steht der Verein wieder in alter Blüte. Eine Damenabteilung wurde vor einigen Jahren in's Leben gerufen, die unter der geschickten Leitung unseres Josef Halcour in der Aufführung von Reigen und dergleichen gewaltige Fortschritte gemacht und die Veranstaltungen des Vereins stets in vortrefflicher Weise verschönert hat. Aber nicht nur innerhalb des Vereins, auch auf Festveranstaltungen des Bezirkes und des Gaues war die Damenabteilung sehr erfolgreich. War sie doch auf dem Gaufeste des Gladbacher Turngaues in Erkelenz 1926 die erste Preisträgerin. Und welche Erfolge haben unsere Turner zu verzeichnen? Eine stattliche Zahl Siegeskränze errangen sie in den letzten Jahren. Von keinem Feste kehren sie ohne Siegeskranz zurück. Möge es so weiter gehen. Mögen unsere Turner in Einigkeit und Brüderlichkeit vorwärts streben, mögen sie das werden, was wir wünschen: Starke Männer, gesund an Leib und Seele, Männer, die das Vaterland gebrauchen kann.

Allen denjenigen, die in den 25 Jahren des Bestehens des Turn- und Spielvereins erfolgreiche Vereinsarbeit geleistet und in selbstloser Weise sich unserer Jugend gewidmet haben, sei hierdurch herzlichst gedankt.
Insbesondere gilt dieser Dank unserem Ehrenvorsitzenden Josef Halcour und unserem Ehrenturnwart Franz Jansen, die in Anerkennung ihrer reichen Verdienste, um das Vereinswohl zu Ehrenvorstandsmitgliedern ernannt wurden.

Und schließlich sei hier dem Wunsche Ausdruck verliehen, daß unser 25 jähriges Jubelfest mit dazu beitragen möge, daß das durch die mehr als 350 Jahre bestehende St. Antonius-Bruderschaft Wanlo geschlossene Band der Brüderlichkeit der Wanloer Bürgerschaft enger geschlossen werde, daß die Wanloer in Einigkeit und Kameradschaftlichkeit zusammenstehen und in gemeinsamer ersprießlicher Tätigkeit dem Allgemeinwohl dienen, denn

Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand
Danach laßt uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand.

Allen Teilnehmern unseres Festes, insbesondere auch den Turnern und Turnfreunden von auswärts, mit denen uns echte Kameradschaft in der Deutschen Turnerschaft verbindet, rufen wir in diesem Sinne zu: "Gut Heil !"

Vorstand:

Josef Halcour, Ehrenvorsitzender
Franz Jansen, Ehrenturnwart
Karl Esser, 1. Vorsitzender
Wilhelm Hamacher, 2. Vorsitzender
Hub. Cremer, Geschäftsführer
Heinrich Jansen, stellv. Geschäftsführer
Reiner Brasseur,
Heinrich Lambertz,
Johann Felgenträger, 1. Turnwart
Peter Schröders, 2. Turnwart
Hubert Kremer, Geräte- u. Spielwart
Albert Zander, Jugendwart

Rückblick auf die Geschichte des Jubelvereins


>> 1903 – TuS Wanlo 03 – 1978 <<

Aus dem Festheft von 1978
Vorab möchten die Verfasser des Rückblickes alle daran erinnern, daß es nicht leicht ist, die Geschichte eines Vereins nachzuzeichnen, dem durch Kriegseinwirkungen und Ruhen des Vereinslebens wichtige Unterlagen verlorengegangen sind. Wir sind auf Erinnerungen und Erzählungen älterer Mitglieder angewiesen. Deshalb kann dieser Rückblick keinen Anspruch auf unbedingte Vollständigkeit erheben.

Doch vor der Chronik ein paar Zeilen zu der Geschichte des Dorfes Wanlo:
861 Erste urkundliche Erwähnung: Christliche Gemeinde in Wanlo.
1106 Edelherr Herimannus de Wanlo wird vom Erzbischof von Köln, Friedrich I, genannt.
1158 Der Erzbischof von Köln bestätigt dem Nonnenconvente zu Königsdorf seine Besitzungen in Wanlo.
1251 Ausgleich zwischen Erzbischof von Köln, Konrad, und Graf Wilhelm von Jülich wegen Wanlo.
1319 Erwähnung von Wanlo im Testament des Domcanonicus Adolph von Köln.
1352 Wilhelm, Graf zu Jülich, verträgt sich mit Konrad, Herr von der Dyck, wegen Wanlo.
1386 Gerard, Herr von Dyck, verkauft Wanlo mit Gerichten und Gefällen an Herzog Wilhelm von Jülich.
1585 – 1587 Plünderungen Wanlos durch die Spanier.
1624 Pastor Tetzius gerät in holländische Gefangenschaft.
1634 Plünderungen in Wanlo durch die Holländer.
1642 Verbannung von Pastor Vitenius.
1717 Gründung der Bruderschaft.
1791 Wanlo unter französischer Verwaltung.
1814 Wanlo kommt wieder unter preußischer Verwaltung.
1852 Gründung des Männergesangvereins .Concordia".
1898 Bau der neuen Kirche.
1934 Eingliederung in die Gemeinde Wickrath.
1975 Eingliederung in die Großstadt Mönchengladbach.

Die Gründung des Vereins im Jahre 1903 ist nicht zuletzt auf die Gedanken und das Wirken des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn (1778 – 1852) zurückzuführen; denn schon vor 1903 wurde in Wanlo und Umgebung Sport betrieben. Insbesondere besuchten die jungen Leute des Dorfes die wöchentlichen Übungsstunden des Turnvereins in Wickrathberg.

In den ersten Monaten des Jahres 1903 faßten einige junge Leute den Entschluß, auch in Wanlo einen Turnverein zu gründen.
Diese Gründer waren:
Johann Hecker, Franz Jansen, Hubert Jansen und Wilhelm Hamacher.

Diese jungen Leute beriefen im Frühjahr 1903 eine Gründungsversammlung ein. Eine große Anzahl der Versammlungsmitglieder war von dem Gründungsgedanken begeistert und wurde spontan in dem neugegründeten Verein Mitglied.

Der neue Verein wählte folgenden Vorstand:
1. Vorsitzender = Paul Jansen
Kassenwart = Peter Hamacher
Schriftwart = Johann Hecker
Turnwart = Josef Halcour

Unter diesem Vorstand wurde bereits am 26. April 1903 das erste Turnfest abgehalten, das die Erwartungen bei weitem übertraf. Wegen dieses Erfolges fand der neue Verein bei der Dorfbevölkerung weiten Anklang, und auch viele ältere Dorfbewohner unterstützten den Verein mit Rat und Tat. Der Verein erstarkte finanziell, und die fehlenden Turngeräte wurden nach und nach angeschafft.

Zitat aus einem Festbuch aus 1925 über diese Zeit:
"Die den jungen Verein beseeligende Ideale, tiefe Liebe zu Heimat und Vaterland, Begeisterung für die deutsche Turnsache, Ehrgeiz und Kameradschaft schwellten seine Brust. Wie Stolz war man, wenn Wanlos Turner preisgekrönt und geschmückt mit dem Siegerkranz heimkehrten."

Die Tätigkeit des jungen Vereins wurde nach zehn Jahren stetigen Aufschwungs jäh durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges beeinträchtigt und im Laufe des Krieges völlig unterbrochen. Zahlreiche Mitglieder wurden zum Wehrdienst und Landsturmdienst einberufen, und unermeßbare Opfer wurden von ihnen gefordert. 13 junge Vereinskameraden fielen dem Krieg zum Opfer, 2 wurden vermißt und 3 starben an den Folgen des Krieges.

Wir bewahren ihnen ein treues Gedenken.

Nach Ende des Krieges gelang es den heimgekehrten Turnfreunden trotz schwerer Jahre der Aufbauarbeit, die Jugend zu begeistern und neue Turnfreunde zu gewinnen.
Doch eine neue Sportart, Faustball, hatte sich in Wanlo ausgebreitet, und so sah sich die Vereinsleitung genötigt, eine Spielabteilung zu gründen. Der Vereinsname wurde in Turn- und Spielverein Wanlo abgeändert.

Trotz der Inflation gelang es dem Verein, alljährlich ab 1921 ein Turnfest abzuhalten und 1925 wurde erstmals das 4. Bezirksturnfest des III. Bezirks Gladbacher Turngau, Kreis 8b der deutschen Turnerschaft in Wanlo abgehalten. Das vorzüglich organisierte Turnfest fand bei der Dorfbevölkerung überwältigenden Anklang, so daß sich ältere Dorfbewohner noch heute gerne an dieses Fest erinnern.

Der Vorstand von 1925 setzte sich aus folgenden Herren zusammen:

Ehrenvorsitzender Josef Halcour
1.Vorsitzender Wilhelm Winter
2. Vorsitzender Lehrer Klaes
1.Kassierer Hubert Cremer
2. Kassierer Heinrich Mehl
Schriftwart Hubert Schotten
Turnwart Johann Felgenträger
Gerätewart Alex Schäfer
Jugendwart Heinrich Jansen

Das silberne Vereinsjubiläum wurde 1928 gefeiert. Man war allgemein überrascht, zu welchen Leistungen dieser Verein imstande war, Im Jahre 1932/33 gelangte der Verein mit Hilfe der Gemeinde Wanlo erstmals zu einer eigenen Übungsstätte in der alten Schule. Das gab dem Verein weiteren beachtlichen Aufschwung.

Gegenüber Turnen und Leichtathletik konnte sich der Fußballsport, der vor der Jahrhundertwende von England nach Deutschland kam, nur schwer behaupten. Im Jahre 1907 wurde zwar der "Fußballclub 07" gegründet, der später in "Wanloer Spielverein" umbenannt wurde; aber der Spielbetrieb wurde bereits 1923 eingestellt, weil der Sportplatz in Keyenberg von Wanlo nicht mehr mitgenutzt werden durfte.

Im Jahre 1926 konnte der spätere Vereinswirt ein passendes Grundstück in Aussicht stellen, so daß ein Fußballplatz errichtet wurde. Jetzt entstand unter Anleitung von Pfarrer Hütten [Georg Hütten 1908 – 1927 Pfarrer in Wanlo] anstelle des Wanloer Spielvereins der Verein "DJK Niersia Wanlo". Dieser Verein war sehr erfolgreich. Es wurde einer der schönsten Erfolge die "Gaumeisterschaft linker Niederrhein" mit 2 : 0 gegen Rheinfranken Düsseldorf gefeiert.

Unter dem nationalsozialistischen Regime wurde dann die DJK "Niersia" aufgelöst und ein neuer Verein "Wanloer Spielverein" gegründet.

Im Jahre 1937 fusionierten die drei Vereine für Leibeserziehung in Wanlo. Der "Turn- und Spielverein Wanlo", "Wanloer Spielverein" und "Radfahrverein Pfeil" schlossen sich zum "Turn- und Sportverein Wanlo 03" zusammen.

Durch diesen Zusammenschluß gab es jetzt in Wanlo einen starken Verein, der große Erfolge erzielte. Leider mußte die Radsportabteilung wegen mangelnden Interesses geschlossen werden.

Das ansonsten rege Vereinsleben mußte durch die Wirren des zweiten Weltkrieges eingestellt werden. Die meisten männlichen Mitglieder wurden zum Wehrdienst einberufen.

38 treue Vereinsmitglieder starben den Heldentod, 2 wurden Opfer der Bombenangriffe und 14 wurden vermißt. Ehre dem Andenken unserer lieben Vereinsmitglieder, die durch den Krieg zu früh ihr Leben lassen mußten!

Auch der Verein mußte sehr schwere materielle Schäden durch Kriegseinwirkungen auf sich nehmen. Der Turnsaal in der alten Schule war weitgehend zerstört, und auch der Sportplatz stand nicht mehr zur Verfügung.
Trotz dieser widrigen Umstände nahmen es einige beherzte Männer unter Anleitung des damaligen Vorsitzenden Alex Schäfer in die Hand, den Wiederaufbau des Vereins voranzutreiben. Der Turnsaal wurde wieder hergestellt und ein provisorischer Sportplatz, am Friedhof, angelegt. Der "Turn- und Sportverein Wanlo 03" lebte wieder.

Die Vereinsarbeit wurde in alter Form und Tradition fortgeführt. Bereits 1951 wurde ein Bezirksturnfest durchgeführt, das allen Bezirksturnfesten in der Umgebung zumindest ebenbürtig war.

Es gelang auch, den heutigen Sportplatz, der zwischenzeitlich als Garten genutzt worden war, wieder herzurichten, auf dem sich dann ein lebhafter Spiel betrieb entwickelte. Es wurde auch Leichtathletik betrieben.

Anläßlich seines 50-jährigen Bestehens feierte der Verein vom 25. Juli bis 1. August 1954 ein Sportfest, bei dem größere Veranstaltungen (Turnen, Leichtathletik und Fußball) abgehalten wurden. Dieses Fest wurde ein großer Erfolg, und das Vereinsleben wurde auch von der Bevölkerung des Ortes in der Folgezeit tatkräftig unterstützt.

Doch wie so oft folgte nach diesem Hoch ein Tief. Die I. Mannschaft, die vorher so erfolgreich war, wurde durch schwere Verletzungen geschwächt und mußte in die zweite Kreisklasse absteigen. Die II. Mannschaft wurde aufgelöst und der Turnbetrieb eingestellt. Dieser Rückgang führte schließlich dazu, daß der Verein Anfang der sechziger Jahre vorübergehend ruhte. Das ist um so unverständlicher, weil der Verein eine recht starke Jugendabteilung zur Verfügung hatte.

Nach nicht allzu langer Zeit, 1963, bemühten sich jedoch alte und bewährte Kräfte, die Tätigkeit des ruhenden Vereins wieder aufleben zu lassen. Ein arbeitswilliger Vorstand unter Führung von Heinz Peters tat sich zusammen. Alle Spieler, die sich zwischenzeitlich anderen Vereinen angeschlossen hatten, kamen zurück, und so wurde 1965 der Spielbetrieb wieder aufgenommen.

Der 1. Mannschaft gelang es auf Anhieb, den Aufstieg in die erste Kreisklasse zu schaffen. Auch die Reservemannschaft, die im gleichen Jahr wieder gegründet wurde, konnte achtbare Erfolge verbuchen. Im Jahre 1966 trat der Verein der neugebildeten Nierspokal – Gemeinschaft bei und konnte sofort den Pokal erringen.

Anläßlich seines 65-jährigen Bestehens feierte der Verein 1968 ein Sportfest, das allgemein als großer Erfolg gewertet werden konnte. Im Rahmen dieses Sportfestes trat dann auch die Turnabteilung, die sich auch wieder reaktiviert hatte, erstmals an die Öffentlichkeit. Das war um so erfreulicher, wenn man bedenkt, unter welch unzumutbaren Umständen die Trainingsabende in der alten Schule abgehalten werden mußten. Aus diesem Grunde war es der Turnabteilung unmöglich, Vergleichswettkämpfe mit anderen Turnvereinen abzuhalten.

Im Frühjahr 1969 hatte der reaktivierte Verein die erste ernsthafte Schwierigkeit zu überbrücken. Der 1. Vorsitzende, Heinz Peters, trat aus Gesundheitsgründen zurück. Von dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Heinz Peters für die geleisteten Dienste. Zum neuen Vorsitzenden wurde Hans Lövenich, gewählt, der bereits seit der Reaktivierung einen Posten im Vorstand bekleidet hatte.

Von diesem Zeitpunkt an wurde auch ein Protokollbuch geführt. Aus diesem Protokollbuch ist ersichtlich, daß doch die meisten Beschlüsse des Vorstandes in harmonischer und demokratischer Weise zustande gekommen sind.

Der Verein trat nicht nur in sportlicher Hinsicht an die Dorföffentlichkeit, sondern er war auch in gesellschaftlicher Weise sehr rührig. So wurden z. B. alljährlich Weihnachtsfeiern für die Jugendabteilung und Sylvesterfeiern für Senioren abgehalten, die auch von Nicht-Vereinsmitglieder besucht wurden.

In sportlicher Hinsicht war das Spieljahr 1970/71 für den Verein nicht sehr erfolgreich. Die 1. Mannschaft mußte durch Erneuerung der Umzäunung des Sportplatzes sämtliche Spiele der Hinrunde auswärts austragen und verfehlte den Klassenverbleib in der 1. Kreisklasse nur sehr knapp. Auch die Reservemannschaft konnte in diesem Jahr nicht an die bisher gezeigten Leistungen anknüpfen.

Im nächsten Jahr schaffte die 1. Mannschaft jedoch den Wiederaufstieg in die 1. Kreisklasse. Bei der Generalversammlung 1972 konnte dann auch in sportlicher Hinsicht wieder ein Hoch vermeldet werden, der Verein hatte mittlerweile 3 Seniorenmannschaften und 4 Jugendmannschaften. Den Betreuern der einzelnen Mannschaften sei von dieser Stelle für ihre Verdienste herzlich gedankt.
Außerdem wurde 1972 erstmals das Nierspokal-Turnier ausgerichtet. Der Verein konnte durch blendende Organisation gefallen und war für andere Vereine richtungsweisend.
Einen weiteren Höhepunkt erreichte der Verein 1972. Am 25. November 1972 konnte endlich die neue Turnhalle in Anspruch genommen werden. So war es möglich, daß auch die Turnabteilung, deren Arbeit 2 Jahre wegen unzumutbaren Übungsmöglichkeiten geruht hatte, den Turnbetrieb wieder aufnehmen. Das wurde dann auch gründlich ausgenutzt und die neue Turnhalle an allen Tagen äußerst stark frequentiert.

Die Fußballabteilung mußte im Spieljahr 1972/73 wieder ein Tief durchqueren. Durch die Reduzierung der 1. Kreisklasse von 32 Mannschaften auf 16 Mannschaften konnte die 1. Mannschaft den Abstieg in die 2. Kreisklasse nicht vermeiden. Aber wie so oft in der wechselvollen Geschichte des Vereins wurde diese Klippe umschifft und nach 2 Jahren konnte der Wiederaufstieg vermeldet werden.

Nachdem der 1. Vorsitzende, Hans Lövenich, aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten mußte, übernahm Konrad Hermanns die Führung des Vereins. Auch Hans Lövenich sei von dieser Stelle für seine geleisteten Dienste herzlichst gedankt.
Nachdem auch Konrad Hermanns nach kurzer Amtszeit seinen Posten aus beruflichen Gründen niederlegte, übernahm der jetzige 1. Vorsitzende Bruno Anderheggen, die Vereinsführung. Auch Konrad Hermanns sei für seine langjährige Dienste als Geschäftsführer und 1. Vorsitzender gedankt.

Der Verein gab sich erstmals in der Vereinsgeschichte Satzungen, die in der Generalversammlung am 29. April 1977 schriftlich niedergelegt wurden. Der Verein wurde dadurch auch als gemeinnützig anerkannt.

Wir hoffen, daß der Jubelverein auch in Zukunft alle Probleme, wie seine wechselvolle Geschichte zeigt, meistern kann, und wünschen für die nächsten 75 Jahre alles Gute.

100 Jahre TuS Wanlo


Eine Vereinsgeschichte


Gelesen im Niersbote

Mitteilungsblatt für den Stadtteil Wickrath am 4.Juli 2003

1903 - Der "Turnverein Wanlo" wird im Frühjahr 1903 gegründet. Als l. Vorsitzender wird Paul Jansen gewählt. Ihm zur Seite stehen Peter Schumacher (Kassenwart), Johann Hecker (Schriftwart), Josef Halcour (Turnwart). Ein erstes Turnfest wird am 26. April unter reger Beteiligung der Dorfgemeinschaft abgehalten.

1907 - Der "Fußballclub 07" wird gegründet. Der Verein trägt seine Spiele in Keyenberg aus. Im Laufe der Jahre wird der Club in "Wanloer Spielverein" umbenannt.

1919 - Nach dem 1. Weltkrieg etabliert sich der "Faustball" in Wanlo. Der Vereinsname wird in "Turn- und Spielverein Wanlo" geändert.

1925 - Das 4. Bezirksturnfest des Gladbacher Turngaus findet in Wanlo statt.

1926 - Errichtung eines eigenen Fußballplatzes in Wanlo. Unter Federführung von Pfarrer Hütten wird aus dem "Wanloer Spielverein" die "DJK Niersia Wanlo" aufgelöst und ein neuer Verein "Wanloer Spielverein" gegründet. Als größter Erfolg kann die "Gaumeisterschaft linker Niederrhein" mit einem 2:0 gegen "Rheinfranken Düsseldorf" errungen werden.

1937 - Die drei Sportvereine "Turn- und Spielverein Wanlo", "Wanloer Spielverein" und die "Radsportverein Pfeil" fusionieren zu "Turn- und Sportverein Wanlo 03".

1946–1951 - Nach dem Krieg wird unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden Alex Schäfer der zerstörte Turnsaal in der alten Schule wieder hergerichtet. Am Friedhof wird ein provisorischer Sportplatz errichtet, auf dem sich ein reger Spielbetrieb entwickelt.

1954 - Anläßlich des 50 jährigen Bestehens wird ein Sportfest abgehalten. Es werden Veranstaltungen in den Bereichen Turnen, Leichtathletik und Fußball geboten.

1958 – 1961 Der Verein gerät in eine Krise. Die erste Mannschaft steigt in die 2. Kreisklasse ab. Die II. Mannschaft wird aufgelöst und der Turnbetrieb eingestellt. Es mangelt an Aktiven. Dies führt dazu, daß Anfang der sechziger Jahre der Spielbetrieb eingestellt werden muß.

1965 - Nach zweijährigen Bemühungen des Vorstandes unter Führung von Heinz Peters gelingt es den Spielbetrieb wieder aufzunehmen.

1966 - Bereits im 1. Jahr nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs gelingt der Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Außerdem tritt der "TuS" der neu gegründeten Nierspokalgemeinschaft bei und kann das erstmals ausgetragene Nierspokalturnier gewinnen.

1969 - Hans Lövenich löst Heinz Peters als Vorsitzenden ab.

1972 - Nach dem Abstieg im Jahr zuvor kehrt die erste Mannschaft wieder in die I. Kreisklasse zurück. Der „TuS“ ist erstmals Ausrichter des Nierspokalturniers. Im November wird die neue Turnhalle eingeweiht. Somit kann auch die Tunabteilung, deren Tätigkeit wegen mangelnden Trainingsmöglichkeiten zwei Jahre geruht hatte, ihren Betrieb wieder aufnehmen. [Leitung Toni Katz]

1973–1977 - Nach einem zwischenzeitlichen Abstieg der ersten Mannschaft (1973) steigt diese nach zwei Jahren wieder in die I. Kreisklasse auf. Das Amt des ersten Vorsitzenden übernimmt Bruno Anderheggen von Konrad Hermanns, der zwischenzeitlich Hans Lövenich abgelöst hatte. Seit dem 29. April 1977 verfügt der Verein über eine eigene Satzung und ist als gemeinnützig anerkannt.

1978 - Das 75-jährige Vereinsjubiläum wird gefeiert. Unter anderem wird aus diesem Anlaß der Nierspokal in Wanlo ausgerichtet. Der „TuS 03“ kann zum 3. Mal das Turnier für sich entscheiden. Der Verein besitzt 3 Senioren und 3 Jugendmannschaften. Ferner sind eine Turnabteilung und erstmals auch eine Tischtennisabteilung aktiv.

1979 - Der Nierspokal kann in Venrath verteidigt werden. Eine Volleyballabteilung ergänzt das Sportangebot des Vereins.

1980 - Friedhelm Settels wird erster Vorsitzender des "TuS". Erstmals erscheint das TuS Echo.

1982 - Die 1. Mannschaft steigt in die Kreisliga B ab.

1983 - Das Nierspokalturnier in Holzweiler kann gewonnen werden.

1984 - Emil Stenzel übernimmt den Vorsitz des Vereins von Bruno Anderheggen. Die 1. Mannschaft sichert sich mit einem Punkt Vorsprung die Meisterschaft in der Kreisliga B und damit den erneuten Aufstieg in die Kreisliga A. Zudem kann der Nierspokal in Borschemich verteidigt werden.

1985 - Leider kann der Verbleib in der Kreisliga A nicht gesichert werden. Der "TuS" steigt erneut in die Kreisliga B ab.

1987 - Der TuS 03 richtet in diesem Jahr das Nierspokalturnier aus. Im Endspiel wird Venrath mit 2 : 1 besiegt.

1988 - Das 23. Nierspokalturnier in Venrath wird mit einem Sieg über Holzweiler gewonnen. Damit ist der TuS Wanlo 03 mit neun Siegen erfolgreichste Nierspokalmannschaft.

1989 - Kreisliga A – wir sind wieder da. Nach einer überzeugenden Saison mit nur einer Niederlage wird souverän die Meisterschaft in der Kreisliga B eingefahren. Auch beim Nierspokal in Immerath ist der "TuS" nicht zu schlagen. Holzweiler wird im Endspiel nach Verlängerung mit 4 : 2 besiegt.

1990 - Zum letzten Mal kann das Nierspokalturnier, das in diesem Jahr in Keyenberg ausgetragen wird, gewonnen werden.

1993 - Die 1. Mannschaft steigt in die Kreisliga B ab. Wegen Spielermangels wird die Reservemannschaft zurückgezogen.
Zum 90-jährigen Bestehen wird ein großes "Scheunenfest" bei Emil Stenzel abgehalten [Bauernhof Settels, Plattenstrasse].
Der Sportplatz in Wanlo steht dem Verein nicht mehr zur Verfügung. [Die Eigentümer Karl-Josef und Emilie Meier geb. Heinrichs verkaufen das Gelände des Sportplatzes]. Die Fußballabteilung muß ihre Spiele nun in Wickrathberg austragen.

1995 - Der Spielbetrieb der 1. Mannschaft wird eingestellt.

1996 - Georg Peters löst Heinz-Peter Moll als ersten Vorsitzenden ab. Die Tischtennisabteilung löst sich mangels Spieler auf.

1999 - Die "Alte Herren" Mannschaft geht eine Spielergemeinschaft mit dem SV Venrath ein.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 12. Mai 2017 )