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Vogelverein Dachau Chronik

* Chronik des Vereins *

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1962 – 2002 = 40 Jahre Vereinsgeschichte

Wenn man versucht, die Vergangenheit eines Vereins in einer Chronik darzustellen, ist man vor allem auf die gesammelten Protokolle und auf das Erinnerungsvermögen derer, die diese Gründerzeiten noch aus eigenem Erleben kennen, angewiesen. Da unser Verein nun vierzig Jahre alt ist, stehen uns nur noch wenige Mitglieder als Augenzeugen zur Verfügung.

Am 7. Juli 1962 trafen sich 12 Vogelliebhaber im Gasthaus "Schießstätte Allach" unter Leitung des in Vogelzüchterkreisen nicht unbekannten Jacob Greger, der mit seinem alten Verein unzufrieden zu dieser Gründungsveranstaltung geladen hatte. Von den versammelten Sportfreunden, darunter auch unser Schammra Heinrich, wurde die Gründung eines Vereines "Vogelfreunde Allach" beschlossen und als Versammlungslokal, die Stätte der Gründung bestimmt.

Schon zwei Monate später kam es zur ersten Bewährungsprobe. Wegen einer Namensgleichheit mit dem Verein "Vogelfreunde München Nord-West, vorm. München Allach" wurde der soeben gegründete Verein vor den Kadi geschleppt. Die Anwaltskosten von 66,00 DM überstiegen bei weitem das Vereinsvermögen. Man beschloß, die weiteren Versammlungen in Dachau abzuhalten und sich umzubenennen, nachdem eine Sammlung unter den Mitgliedern die Anwaltskosten gedeckt hatten. So erhielt der Verein am 19. 0kt. 1962 seinen heutigen Namen, der in weiten Züchterkreisen einen guten Klang hat.

Noch im selben Jahr 1962 mußte eine zweite Bewährungsprobe bestanden werden. Von dem ein Jahr früher gegründeten Verein "Vogelfreunde Dachau 1961" wurde der Verbandsvorsitzende Willi Hefele aufgefordert, einem zweiten Verein in Dachau die Anerkennung zu verweigern. Doch die zwei Jahre anhaltenden Zwistigkeiten konnten erfolgreich durchgestanden werden und einigten die Mitglieder untereinander zu einer verschworenen Gemeinschaft.

Die erste Generalversammlung mit Wahl der Vorstandschaft fand am 12. Jan. 1963 statt und die Mitgliederzahl war in dieser kurzen Zeit auf 23 Vogelfreunde gestiegen. Schon diese erste Vorstandschaft erhielt die noch heute gültige Führungsstruktur des Vereines mit 1. und 2. Vorsitzender, 1. und 2. Schriftführer, 1. und 2. Kassierer, Ringwart, Materialwart, Obmann für Farbkanarien und Exoten und 2 Revisoren. In dieser Aufzählung fehlt lediglich noch der Obmann für Vogelschutz, der erst Ende 1963 dazu kam. Bei dieser 1. Generalversammlung wurde auch die Satzung verabschiedet. Am 23.05.1963 erfolgte die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Dachau.

Das Jahr 1963 war aber noch in anderer Hinsicht ein äußerst wichtiges Jahr für die weiteren Belange des Vereins. So wurde damit begonnen, dem Gedanken "Vogelschutz" Rechnung zu tragen. Im März waren 26 Nisthilfen aufgehängt worden und unser Sportsfreund Baumgartner, im April des gleichen Jahres Mitglied geworden, nahm sich vom ersten Augenblick dieser Aufgaben an. Ebenfalls im April wurde der Verein Mitglied beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern mit damaligem Sitz in Garmisch. Im Mai traten zum ersten Mal die Vögel der Vereinsmitglieder in sportlichen Wettstreit. Dabei ging es im Gegensatz zu heute nicht um Schönheit oder Wohlklang. Bei dem Finkenwettstreit ging es einzig darum, wer in einer halben Stunde am öftesten anschlug und der Sieger brachte es immerhin auf 171 einfache Schläge, auf 35 doppelte und 3 Repetierschläge.

Nach einer nicht öffentlichen Vereinsausstellung 1964 mit immerhin 75 Nachzuchtvögeln konnte nach intensiven Vorarbeiten der Verein 1965 sich in seiner ersten Vogelschau einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Im Birgmannbräu war der Saal mit viel Grün in einen richtigen Wald verwandelt worden und der 1. Bürgermeister, Herr Franz Xaver Böck, konnte eine Schau eröffnen, die neben unseren Vögeln eine kleine zoologische Sensation barg. Eine Fuchsfähe konnte mit einem Jagdterrier in vollkommener Harmonie gezeigt werden. Presse und Besucher waren voll des Lobes und hielten uns seither die Treue. Nach diesem Erfolg konnte das Jahr mit einer Weihnachtsfeier abgeschlossen werden und unser unvergessener Johannes Kasparek, der Mitte 1963 die Geschicke des Vereines als 1. Vorstand übernahm, konnte 17 Medaillen an strahlende Sieger verteilen.

Im Jahre 1967, fünf Jahre nach der Gründung, bestand der Verein aus 30 Mitgliedern. Davon waren 20 Mitglieder aktive Züchter und bestellten insgesamt 965 geschlossene Verbandsringe. Die dritte öffentliche Vogelausstellung wurde von über 2.000 Besuchern derart bestürmt, daß sich am Sonntagnachmittag eine lange Schlange bildete. Die Zahl der betreuten Nistkästen hatte sich in diesem Jahr auf 86 erhöht und ab November wurde erstmals die Winterfütterung unserer gefiederten Freunde am Waldfriedhof aufgenommen, eine Aufgabe, die der Verein im Auftrag der Stadt aufgenommen hatte.

Bei einer kleinen Feier am 08. Juli 1972 konnte der Verein auf sein 10-jähriges Bestehen zurück blicken. Dabei betonte der 1. Vorstand Johannes Kasparek, daß der Verein über die Zeit gesehen einen steten Aufwärtstrend zu verzeichnen hatte. Nachdem die Verbandsmeisterschaften 1968 in Schwandorf und 1969 in Fürth von einigen Vereinsmitgliedern - wenn auch noch mit mäßigen Erfolg - beschickt wurden, nahmen an der COM-Weltausstellung 1972 in München immerhin schon vier Vereinsmitglieder teil.

Auch der seit 1970 eingeführte Faschingsball sei ein voller Erfolg und diene der Kameradschaft. Die Gründungsmitglieder wurden mit der silbernen Vereinsnadel mit Goldkranz geehrt und bei der Weihnachtsfeier erhielten die Damen als Dank für das Verständnis, das sie das ganze Jahr über für unser Hobby aufbringen, erstmals einen Weihnachtsstern, eine liebe Geflogenheit, die wir noch heute pflegen.

Auf der Generalversammlung vom 06. Jan. 1973 wurde eine geänderte Satzung von den Mitgliedern angenommen die bis heute Gültigkeit hat. Unser enger werdendes Verhältnis zur Stadt Dachau bescherte uns in diesem Jahr auch das Ausstellungslokal, das inzwischen für sicherlich alle Dachauer ein Begriff wurde, die Turnhalle am Stadtkeller in der Brunngartenstraße.

Bei der folgenden Jahreshauptversammlung 1974 wurde beschlossen, die Transportkosten der Ausstellungsvögel zu Verbandsmeisterschaften vereinsmäßig zu übernehmen um so die Bereitschaft der Sportsfreunde, sich an diesen Meisterschaften zu beteiligen, zu fördern.

Mit einer 500 DM Spende der Stadt wurde weiteres Vogelschutzgerät gekauft, und unsere nun durchnumerierten und mit den Initialen des Vereins versehenen Nisthilfen hängen im ganzen Stadtgebiet. Der Herr Oberbürgermeister, Dr. Lorenz Reitmeier, belohnte die Arbeit der Vogelschutzwarte mit einem Buch. An der BLV-Meisterschaft in Heilsbronn beteiligen sich 7 Vereinsmitglieder und Johannes Kasparek konnte mit seinen Zebrafinken als Bayerischer Meister die Rückfahrt antreten.

Den 10. Dezember 1976 sehen wir als weiteren Glanzpunkt unserer Vereinsgeschichte an. In der Feierstunde im Rathaus konnte der 1. Vorstand Johannes Kasparek in Würdigung der Verdienste des Vereins um den Vogelschutz in Dachau aus der Hand von Herrn Oberbürgermeister Dr. Lorenz Reitmeier die Bürgermedaille entgegennehmen. Nach dieser Feierstunde galt der erste Dank unseres "Hannes" seinen Mitgliedern, nicht ohne darauf hinzuweisen, daß diese Ehrung selbstredend auch eine Verpflichtung für die Zukunft darstelle, der er in Anbetracht seiner angeschlagenen Gesundheit doch mit Sorge entgegen sehe.

Die seit 1975 stattfindenden Vereinsausflüge, die uns in der Regel zu Vogelparks oder Zoos führten, wurden ab 1978 um eine weitere "Sozialleistung" des Vereins bereichert, einem Schweinshaxenessen mit der ganzen Familie. Vor allem diese Feiern außerhalb der Vereinsabende sind die Gelegenheiten, auch die Familienangehörigen unserer Mitglieder in das Vereinsleben einzubinden. Und so standen oft genug die Ehefrauen der Mitglieder, wenn es um Arbeit ging, in vorderster Front, ohne zu murren.

Neben dem erstarkenden Zuchtbetrieb und dem Bestreben, in den Vereinsausstellungen das Vorjahr in Bezug auf Prämiervögel und Rahmenschau stets zu übertreffen, haben wir immerhin 220 Nistkästen zu betreuen.

Bei der Verbands-Herbsttagung 1980 in Erlangen erhielten unsere Delegierten die Zusage, die BLV-Meisterschaft 1982 an unseren Verein zu vergeben. Wir hatten uns aus Anlaß des 20-jährigen Vereinsjubiläums zu dieser Bewerbung entschlossen und die zwei Folgejahre 1981 und 1982 waren erfüllt von Besprechungen und Abschlußverhandlungen. Um auch züchterisch zu bestehen, wurde der Wettkampf bei unseren Vereinsausstellungen noch härter, und kein Züchter konnte sicher sein, seine Domäne bei den Ausstellungen erfolgreich zu behaupten.

Vor den großen Aufgaben, die in der zweiten Jahreshälfte 1982 unser harrten, gab es erst einmal Grund zum feiern. Am 31.07.1982 wurde unser 20-jähriges Vereinsjubiläum in der Gaststätte Doll in Ried zusammen mit Freunden begangen. Ein buntes Programm verkürzte den Abend und die Stimmung war ungewöhnlich fröhlich und heiter, so als wollten alle für die kommenden Aufgaben Kraft tanken. Obgleich wir dann vom organisatorischen her die Herbsttagung blendend über die Bühne brachten, fiel doch ein Schatten der Affäre "Sepp Fischer" auf die Veranstaltung. Die Spaltung des Verbandes 02 begann in Dachau.

Die Vorbereitungen zur BLV-Meisterschaft Dachau 1982 waren abgeschlossen, die Regale und Schauvolieren aufgebaut und wir erwarteten den Ansturm der Massen. Schon am Sonntagvormittag war die Einlieferung der Vögel recht zügig und es gab Dank intensiver Vorplanung keinerlei größere Probleme. Der Fleiß und Eifer aller Mitglieder trug wesentlich dazu bei, daß auch die Prämierungen durch das Preisrichterteam ohne Probleme abliefen. Zutragen, Abtransport, füttern, Wasser geben, Katalog vorbereiten, alles lief und es blieb auch noch genügend Zeit für kleine Späße. Auch die Eröffnung der Schau am Freitag konnte pünktlich erfolgen und an den Zuschauerreaktionen merkten wir, daß wir mit unserer Planung richtig lagen. Doch es gab auch Ausnahmen. Die von uns geplante Auflage des Katalogs war viel zu niedrig und diesbezüglich waren wir Sonntagvormittag ausverkauft. Unsere Kataloge wurden zum sechs fachen Preis gehandelt und viele unserer Mitglieder mußten auf ihr Exemplar verzichten.

Um so schöner war für uns der Kommersabend mit Siegesfeier, mußte doch Josef Weniger bei der Pokalvergabe sehr oft "... aus Dachau" verkünden. Unsere Anstrengungen um züchterische Erfolge wurden mit zwei Bayerischen Meistern und drei Bayerischen Vizemeistern überreich belohnt und der Aufstieg unserer jungen Garde an exzellenten Züchtern fand hier ihren Anfang.

Bei dieser Ausstellung bewährte sich erneut der Geist der Kameradschaft, die unserem Verein zu eigen ist, und daß auch unsere finanziellen Vorstellungen eintrafen, war das berühmte Tüpfelchen auf dem " i " dieser für einen Verein mit nur 42 Mitgliedern doch gewaltigen Kraftanstrengung.

Am 08. Januar 1983 fand die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen statt und die im wesentlichen unveränderte neue Vorstandschaft beschloß einige gravierende Änderungen. Ab 1983 wurden alle Vereinsmitglieder als Verbandsmitglieder gemeldet und der Verbandsbeitrag wurde aus dem Vereinsbeitrag entrichtet. Außerdem wurden schon 1982 alle Waldvögel unserer Vereinsmitglieder dem Landratsamt Dachau gemeldet und durch Nachmeldung aktualisiert. Bei der vereinsinternen Siegerehrung am 5.3.1983 wurden allen Helfern der BLV-Meisterschaft 1982 in Dachau Erinnerungsgeschenke übereicht. Der Beschluß, auch Sportfreunden, die schon Mitglied in einem anderen Zuchtverein sind, den Weg in unsere Reihen nicht weiterhin zu versperren, trug sehr schnell Früchte und wir konnten uns züchterisch erneut verstärken.

Am 17.06.1983 führte uns unser bisher weitester Vereinsausflug in den Vogelpark Walsrode und jeder Teilnehmer schwärmt noch heute von diesem Erlebnis. Das unsere Zuchterfolge keine "Eintagsfliegen" waren, bestätigte sich in Regensburg, hier erhielten Vereinsmitglieder dreimal den Titel Bayerischer Meister und zweimal den Titel Bayerischer Vizemeister. Freilich war auch die Schau in Regensburg überschattet von dem unberechtigten Vorwurf, ein Vereinsmitglied hätte sich der Ringmanipulation schuldig gemacht. Gerade in solchen Krisensituationen bewies sich unser Vereinsgeist und den massiven Bemühungen des ganzen Vereins war es zu verdanken, daß der Vorwurf zurückgenommen werden mußte. Die Rehabilitierung des Züchters erfolgte in Pirmasens bei der Deutschen Meisterschaft, wo genau diese fraglichen Vögel den Titel des "Deutschen Meisters" erringen konnten. Das ein anderer Züchter [Josef Zacherl] den Titel "Weltmeister" in Pirmasens errang, zeigte eindrucksvoll unsere züchterische Stärke.

Dieser leistungsstarke Stand unserer Zucht zieht sich seither wie ein roter Faden durch die BLV-Meisterschaften (1984 zweimal Bayer. Meister, zweimal Bayer. Vizemeister, 1985 in Ansbach dreimal Bayer. Meister, zweimal Bayer. Vizemeister, 1986 in Augsburg zweimal Bayer. Meister, dreimal Bayer. Vizemeister) und die Titel verteilen sich auf viele Schultern und spiegeln nicht die überragenden Leistungen eines Einzelnen wieder.

Nachdem sich bereits Ende 1983 die ersten Gewitterwolken gegen unser Hobby, die Vogelzucht, am Horizont abzeichneten, die Pseudoschützer und Demagogen wie das "Komitee gegen den Vogelmord" hatten zum Sturm geblasen, wurde der Antrag unseres Vereines auf der BLV-Herbsttagung in Roth angenommen, eine Fachgruppe Vogelschutz- und Naturschutz ins Leben zu rufen. Diese Fachgruppe, deren Obmann derzeit aus unseren Reihen kommt, lebt und profitiert von aus unserem Ideenreichtum und Gedankengut.

Dieter Schraps
Dieter Schraps
Am 23.03.1985 traf den Verein ein unerwarteter Schicksalsschlag. Nur wenige Tage vor seinem 66. Geburtstag verstarb Johannes Kasparek, der den Verein seit 1963 gerührt hatte. Seine Nachfolge trat der Schriftführer des Vereines, Dieter Schraps, vorerst kommissarisch an. Zum Andenken an unseren "Hannes" wurde auf Anregung des neuen Vorstands als höchster Ehrenpreis des Vereines eine "Johannes Kasparek Ehrenmedaille" in Silber geschaffen. Inzwischen an vier Preisträger vergeben, darunter auch an den Oberbürgermeister von Dachau, Herrn Dr. Lorenz Reitmeier.

Der in der Jahreshauptversammlung 1985 bestätigte neue Vorstand setzte die Arbeit des Vereins unverändert fort und bemühte sich vor allem auch dem Vogelschutz verstärkt Rechnung zu tragen. Eine engere Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe Dachau des Landesbundes für Vogelschutz und mit dem Tierschutzverein Dachau brachte dem Verein Anerkennung als kompetenten Partner bei allen Belangen des Vogelschutzes. Doch neben den inzwischen 270 Nisthilfen für Vögel betreut der Verein auch 15 Fledermauskästen, da durch bauliche Maßnahmen an alten Gebäuden in Dachau diesen keinesfalls unheimlichen Säugern ihr gewohnter Unterschlupf genommen worden war. Die Bemühungen des Vereines um den Vogelschutz wurden inzwischen auch vom Bayerischen Landesverband durch eine Ehrenurkunde gewürdigt, die Vereinsmitglieder anläßlich der Siegerehrung bei der BLV-Meisterschaft 1986, in Augsburg, entgegen nehmen konnten.

Heute steht der Verein erneut vor der großen Aufgabe, eine Bayerische Meisterschaft in Dachau auszurichten. Wir haben keine Zweifel, daß wir auch diese Herausforderung mit Bravour lösen werden. Keinesfalls werden wir in unseren Bemühungen um gute Zuchtresultate und effektiven Vogelschutz nachlassen und unsere Aktivitäten in bewährter Weise verstärkt auch in den Landkreis hinaustragen. Unsere 25- jährige Vergangenheit verpflichtet uns dazu.

Wie schon die Planung im Vorfeld erkennen ließ, konnte die Bayerische Meisterschaft 1987 vom 29. November bis 6. Dezember in den ASV-Hallen, Gröbenrieder Str. 21, in Dachau erfolgreich durchgerührt werden. Besonders erfreulich an dieser Veranstaltung waren die erworbenen Titel für die eigenen Vereinsmitglieder. Der Verein stellte vier Bayerische Meister, drei Vize-Meister und 39 Schauklassen- und Spartensieger. Einem Sportsfreund war es sogar vergönnt den Titel eines Deutschen Meisters in diesem Zuchtjahr zu erringen.

Nachdem in der Eigenzucht alles gut gelaufen war, wollten wir uns wieder etwas mehr dem Vogelschutz zuwenden. Es wurde der Bestand der Nisthilfen vergrößert, wobei der Schwerpunkt beim Heitmeier Holz zu sehen war. Es verlief alles ganz normal, bis wir 1988 erfuhren, daß unser Vereinslokal eine Pizzeria werden sollte und wir ein neues Quartier benötigten. Nach einiger Zeit des Suchens wurden wir fündig und der Verein zog vom Gasthaus "Rauchenschwander" nach Dachau Süd, in die "Kärntner Stuben".

1989 folgte eine Zeit der intensiven Arbeit im Vogelschutz, denn der Verein übernahm alle Nisthilfen der "Vogelfreunde Dachau" und damit die Verpflichtung, diese auch ordentlich zu betreuen. Die große Anzahl der Nisthilfen zwang uns zur Bildung von fünf Vogelschutzgruppen, die unter der Leitung des Vogelschutzobmanns, Johann Hauer, regelmäßig zum Einsatz kamen.

Durch die intensive Arbeit im Vogelschutz kam es 1990 zur Gründung der Stiftung AVIFAUNA PROTECTA (SAP) als eigenständiges Abwicklungsorgan für wissenschaftlich gestützte Arterhaltungs- und Zuchtprogramme des Vogelschutz- und Zuchtvereins e.V. Dachau und Umgebung. Zu diesem Zweck stellte der Verein ein Startkapital von 5.000,00 DM zur Verfügung.

Wie das Leben manchmal so spielt erhielten wir die Möglichkeit 1991 direkt neben unserer Ausstellungshalle ein neues Vereinslokal zu beziehen, nämlich den "Stadtkeller". Nachdem wir in den letzten Jahren einige Erfahrungen bei Umzügen gemacht hatten, stellte dieser auch kein Problem mehr dar. Ständig mit irgend welchen Dingen beschäftigt, kam im Verein der Gedanke auf, mal wieder etwas zu unternehmen, was nicht alle machten. Wir versammelten uns, trugen die Ideen zusammen und das einmalige Erlebnis war geboren: Eine fantastische Rahmenschau für die Öffentlichkeit in der Ortschaft Bergkirchen. Es wurde ein voller Erfolg und die Anhängerschaft der Vogelfreunde dadurch noch wesentlich größer.

Aber auch wir sollten bald bemerken, daß die Zeit nicht anzuhalten war, Gesetze, Verordnungen u.a. zwangen uns 1992 einige Satzungsänderungen und die Anpassung von Vereinsbeschlüssen durchzuführen.

Die Querelen mit dem Landesverband 02 führten letztendlich dazu, daß der Verein in den Landesverband 22 überwechselte. Dies war eine Zeit in der vielen Mitgliedern klar wurde, daß nur die Kombination von Schauwesen und Rahmenschau für die Zukunft echte Perspektiven bildeten. Von diesem Gedanken geleitet, kam es zu einer der größten Investitionen des Vereins. Wir beschafften 10 Volieren für Großpapageien im Wert von 10.000,00 DM. Diese Volieren sollten wesentlich dazu beitragen die Rahmenschau noch attraktiver zu gestalten und den Tieren mehr Raum bieten. All diese Maßnahmen führten auch dazu, daß wir für den Verein und seine Mitglieder eine Haftpflichtversicherung abschlossen, um den Verein vor eventuellen Schäden zu bewahren.

Es war wieder einmal soweit, im Januar 1993 wurde zur Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen eingeladen. Im Vorfeld ließ sich schon erkennen, daß unser alter Vorsitzender kaum noch die Zeit für eine weitere Vorstandsperiode aufbringen würde. Zum neuen Vorsitzenden wurde, Johann Vierthaler, gewählt. Er arbeitete sich schnell in seine Aufgaben ein und plante schon im selben Jahr einen Vereinsausflug in die "Wilhelma", nach Stuttgart. Traditionell wurde diese Veranstaltung mit den Partnern der Vereinsmitglieder durchgeführt.

Im folgenden Jahr beschloß die Versammlung sich von der SAP zu trennen, da die Zweisamkeit auf Dauer keinen Erfolg versprach. Auch uns sollte der ganz normale Vereinsalltag einholen. Die Versammlungen wurden mit mehr oder weniger wichtigen Dingen abgehalten, bis sich einer meldete, "Was ist mit einem Faschingsball?". Wieder einmal wurde gezeigt wie wenig es braucht um eine Veranstaltung zu planen. Ruckzuck wurde der Faschingsball mit tollen Kostümen und zur Freude aller im "Mooshäusl" gefeiert.

Das Jahr 1995 sollte uns noch etwas neues bringen. Durch die Erfahrungen der letzten Jahre drängten wir immer mehr auf unsere Selbständigkeit, dies sollte auch für die Durchführung von Grillfesten gelten. Also beschlossen die Mitglieder den Bau eines Vereinszeltes einschließlich der Anfertigung der Zeltplane durch einen geeigneten Hersteller. Unsere Experten waren sofort zur Stelle. Der Ottilinger Sepp und der Hauer Hans übernahmen die Planung und den Bau. Es dauerte zwar einige Zeit, aber um so mehr genossen wir es, unser eigenes Zelt zu haben.

Die Vorstandschaft war stets bemüht die Kameradschaft und den Zusammenhalt der Vereinsmitglieder, aber auch mit deren Angehörigen zu fördern und zu festigen. Also wurden Ausflüge wie 1996 nach Innsbruck in den Alpenzoo oder wieder einmal ein Grillfest veranstaltet. Aber wer unseren Verein kennt, der weis "all zu ruhig bekommt uns nicht", also her mit den Ideen. Die waren bald zusammengetragen, denn schon immer waren uns die Ausstellungskäfige für die Großsittiche und Papageien zu klein, so daß sich die Vögel bei der Bewertung durch die Preisrichter nie ordentlich präsentieren konnten. Daher beschlossen wir im Frühjahr 1997 dreißig Würfelkäfige in der Größenordnung 75 cm x 75 cm zu bauen. Die Organisation für Planung und Materialbeschaffung wurde von unserem Zacherl Sepp und Kiening Helmut übernommen. Durch die gute Planung der Arbeitseinsätze vieler Mitglieder konnte auch diese Aufgabe erfolgreich durchgeführt werden. Nachdem wir die Genehmigung zur Nutzung der oberen Turnhalle in der Tasche hatten, konnten wir unsere neue Errungenschaft während der Vereinausstellung nicht nur dem Schirmherrn, Herrn Oberbürgermeister Piller präsentieren, sondern auch den anderen Vereinen und der Öffentlichkeit vorstellen. All die Genannten zeigten uns ihre Begeisterung und nannten unsere Arbeit vorbildlich.

Das Jahr 1998 sollte uns wieder einmal ein bleibendes Erlebnis geben, denn es wurde einer der schönsten Ausflüge geplant und durchgeführt. Wir fuhren von Dachau nach Passau, mit dem Schiff weiter auf der Donau bis nach Linz, dann mit dem Bus über Salzburg, zu einem gemeinsamen Essen in einem wunderbaren Landgasthof und zurück nach Dachau.

Aber dieses Jahr bot dem Verein noch etwas besonderes, wir durften bei der Stadt Dachau an der Ausstellung "Mensch und Natur" teilnehmen und so hatten wir die Gelegenheit uns einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Im Januar 1999 war es mal wieder soweit, Neuwahlen waren angesagt. Es gab keine Überraschung, die Vorstandschaft mit 1. Vorsitzenden, Johann Vierthaler, 1. Schriftführer, Eckhard Jungnickel und dem 1. Kassier, Josef Zacherl wurde im Amt bestätigt.

Es wurde wieder etwas ruhiger. Die Planungen für die Zuchtsaison liefen, der Vogelschutzobmann war stets bemüht alle wichtigen Termine vorzubereiten und immer wieder an diese zu erinnern. Auch die alljährliche Maiwanderung wurde wieder mit Erfolg durchgeführt. Um einen Ausgleich für den entfallenen Ausflug zu schaffen, plante die Vorstandschaft ein Törggelen im Mooshäusl. Die gute Brotzeit und der süffige Wein machten einen fröhlichen Abend daraus.

Das folgende Jahr sollte uns zwingen viel über den Sinn und Unsinn von Gesetzen und Verordnungen nachzudenken. Viele Diskussionen über Artenschutz, Gehegeverordnungen und Sachkundenachweis brachten die Gemüter in Unruhe. Alle Beteiligten, ob der BNA, der DKB oder die AZ konnten keine Klarheit für die Zukunft geben, dennoch hofften wir Züchter das dies bald gelingen wird.

Nun schreiben wir das Jahr 2002, im Januar beginnend mit der Jahreshauptversammlung und Neuwahlen. Der 1. Vorsitzende, Johann Vierthaler stand aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Die Mitgliederversammlung wählte den jungen Torsten Spey zum 1. Vorsitzenden, der 1. Schriftführer, Eckhard Jungnickel und der 1. Kassier, Josef Zacherl wurden im Amt bestätigt.

Für den 1. Vorsitzenden gilt es nun die erste Bewährungsprobe zu bestehen, das Fest zum 40 jährige Bestehen des Vereins zu organisieren. Er hat sich zum Ziel gesetzt den Verein mit den Mitteln der modernen Technik weiter in die Zukunft zu führen. Seine Schwerpunkte sind die Öffentlichkeitsarbeit und die Nachwuchswerbung. Dies gilt nicht nur für den Nachwuchs bei den Züchtern, sondern auch bei denen, die sich für Natur- und Artenschutz einsetzen. Ihm liegt viel daran, den Verein weiter so geschlossen und kameradschaftlich zu führen. Er selbst demonstrierte dies mit seiner Familie, zum ersten Mal dabei, bei der diesjährigen Maiwanderung. Bei schönstem Wetter und anschließender Brotzeit in der Marienmühle, zeigte er sich, wie auch die Altwanderer begeistert.

Die Planungen für die Vereinsausstellung laufen jetzt schon auf Hochtouren und werden hoffentlich zu einem krönenden Ende führen.

In diesem Moment, an meinem PC schreibend, denke ich schon an die noch zu erledigenden Arbeiten für die Vorbereitung der Jubiläumsfeier.

An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei meinen Vogelfreunden, Hauer Johann, Ottilinger Josef, Gaßner Astrid und Spey Torsten bedanken, die mit mir viele Stunden Daten für diese Chronik zusammengetragen haben.

Ein herzliches Dankeschön auch meiner Ehefrau, Renate Jungnickel, denn nur durch Ihre PC-Kenntnisse war es möglich diese Chronik so zu gestalten.

1. Schriftführer Eckhard Jungnickel



Letzte Aktualisierung ( Samstag, 15. Oktober 2011 )