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Vereine in Wickrath
Biografie Theodor Trippel
Biografie Joseph Husmann
Zum Tode von Joseph Husmann
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Singen in der Gemeinschaft macht Spaß - besonders beim Männergesangverein Wickrath (MGV)


Serie der RHEINISCHEN POST: Unsere Honschaften

Buchholz - Wickrathhahn - Wetschewell
Wanlo = Chronik Wanlo - Beckrath = Beckrath

Der Schaukasten am Wickrather Markt wird von
Heinz-Josef Katz verwaltet.


Ansichts-Karten von Wickrath - aus dem "Heimat-Archiv KATZ"

AK Wickrath-Markt von 1919 - Heimatarchiv KATZ
AK Wickrath-Markt von 1919 - Heimatarchiv KATZ



Ansichtskarte von 1919, Verlag H. Kremer, Wickrath











Unser Wickrath

UNSER WICKRATH - Zeitung für MG-Wickrath

Odenkirchener Druck- und Verlags GmbH (O-D-V)

Verlagsanschrift:
Oppelner Str. 6
41199 Mönchengladbach
Tel.: 02166-61 02 95 0

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Internetseite Odenkirchener Druck- und Verlags GmbH

Vereine in Wickrath

Tennisclub Blau Weiß Wickrath
Wickrather Schützengesellschaft St. Antonius
Tambourcorps "Mit Vereinten Kräften" Wickrath
Heimat- und Verkehrsverein Wickrath (HuVV)
Wickrather Männergesangverein (MGV)
MotorSportClub Wickrath (MSC)
Freiwillige Feuerwehr Wickrath
Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Wickrath
kath. Gemeinde "St. Antonius Wickrath"
ev. Kirchengemeinde Wickrathberg
Turn- und Spielverein Wickrath (TuS)



Kurzbiografie Theodor Trippel


Theodor Trippel wurde am 22. August 1869 als Sohn der Eheleute Theodor und Katharina Trippel in Damm, Kreis Grevenbroich, geboren und katholisch getauft. Nach dem Besuch der Volksschule bekam er Privatunterricht und ging zur Präparandenschule [Vorbereitungsschule für den Lehrerberuf]. Von 1886 bis 1889 besuchte er das königliche Lehrerseminar in Odenkirchen. In Mönchengladbach-Holt vertrat er 1889 zeitweise den Lehrer an der kath. Grundschule. Von Dezember 1889 bis April 1914 war er Klassenlehrer in Liedberg. Die zweite Prüfung hat er 1891 am Lehrerseminar in Odenkirchen bestanden. Im August 1891 erhielt er die endgültige Anstellung als Lehrer. Von April 1894 bis September 1904 war er Lehrer an der einklassigen Volksschule in Wallrath bei Jüchen.

Im Januar 1895 heiratete er Eva Türks, mit der er 4 Kinder hatte: Balduin, geb. 17.12.1905; Johann, geb. 26.01.1908; Kornelius, geb. 27.03.1910 und Theodor, geb. 09.06.1914. Von Oktober 1904 bis Oktober 1911 war er Lehrer an der zweiklassigen Volksschule in Wickrathhahn. Dort leitete er auch den Gesangverein "Liederkranz zu Wickrathhahn". Seiner Initiative ist die Gründung des Kirchbauvereins in Wickrathhahn zu verdanken. Von November 1911 bis Dezember 1913 hatte er die Hauptlehrerstelle in Odenkirchen-Mülfort inne. Seit 1912 war er Vorsitzender im Verbande Odenkirchener Turnvereine. Auch war er langjähriger Vorsitzender des Mülforter Turnvereines.

Im Januar 1914 wurde er Hauptlehrer und Rektor an der kath. Volksschule in Güdderath, wo er auch seinen Wohnsitz hatte. Im Jahre 1918 wurde er Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Odenkirchen. Diesen leitete er bis zum seinem Tode.

Als bedeutendes Lebenswerk kann man die beiden Bände bezeichnen, die er zusammen mit dem Oberpfarrer Joseph Husmann aus Wickrath in den Jahren 1909 und 1911 verfasst hat: "Geschichte der ehemaligen Herrlichkeit bezw. Reichsgrafschaft und Pfarre Wickrath".

Am 05. April 1921 verstarb Theodor Trippel. Seit 1975 ist in Wickrathhahn nach ihm eine Straße benannt: Theodor-Trippel-Straße.

Kurzbiografie Joseph Husmann


Am 3. Dezember 1864 wurde Franz Joseph Husmann in Bardenberg bei Aachen geboren. Er war Sohn von Theodor Wilhelm Husmann ( Bergwerksdirektor in Bardenberg ) und Maria Hubertina Elisabeth Ross. Er hatte acht Geschwister (6 Brüder und 2 Schwestern).

Nach dem Abitur widmete er sich dem Studium der Theologie an der Universität zu Münster und besuchte die Seminarien zu Eichstadt und Köln. Dort wurde er am 24. August 1887 zum Priester geweiht.

Das Vertrauen seines Bischofs berief ihn zunächst als Religionslehrer nach Essen-Borbeck, später in der gleichen Eigenschaft nach Erkelenz. Darauf wurde er zum Schulrektor in Werden und Essen - Borbeck ernannt.

Dann verwaltete er die Pfarrstelle in Wickrath und wurde von dort aus im Jahre 1919 zum Oberpfarrer an St. Foillan zu Aachen befördert. Am 23. Oktober 1933 starb er im Alter von 69 Jahren.

Zum Tode von Joseph Husmann


Bericht aus der Zeitung: Der Volksfreund, Aachen – Montag, 23. Oktober 1933

Josef Husmann   auf dem Totenbett in Aachen
Josef Husmann auf dem Totenbett in Aachen

Ehrendomherr Oberpfarrer Husmann +


Plötzlich und unerwartet verschied heute nacht der Pfarrer von St. Foillan, Ehrendomherr Oberpfarrer Josef Husmann. Er wurde heute morgen in seiner Wohnung tot aufgefunden. Nach dem ärztlichen Befund ist die Todesursache Herzschlag, der wahrscheinlich zwischen 3 und 4 Uhr eingetreten ist. Der Verstorbene hat ein Alter von 69 Jahren erreicht.

Oberpfarrer Husmann wurde im Jahre 1864 in Niederbardenberg geboren und am 24. August 1887 zum Priester geweiht. Seine Studien hatte er zum größten Teil in Münster absolviert. Die erste Stelle erhielt er in Wickrath bei Rheydt. 1919 berief ihn Kardinal v. Hartmann als Oberpfarrer nach Aachen an die Hauptpfarre St. Foillan, wo er bis zu seinem Tode höchst segensreich wirkte. Besonders auf karitativem Gebiete war er außerordentlich tätig, wo er im Stillen große Wohltaten spendete.

Viele junge Priesteramtskandidaten erfuhren insbesondere seine geistige und materielle Hilfe. Seine größte Liebe galt den Kindern. Fast nie sah man ihn auf der Straße, ohne daß einige der Kleinen um ihn herum waren. hohes Ansehen genoß der teure Dahingegangene auch als Kanzelredner. Er wußte durch seine gemütswarme Art seine Zuhörer immer wieder zu fesseln und für die tiefen Wahrheiten des Christentums zu gewinnen. Seine Christenlehre war auch immer von zahlreichen Erwachsenen besucht. mit größtem Eifer ging er seinen seelsorglichen Pflichten nach und stand besonders im Beichtstuhl allen Trostsuchenden stets zur Verfügung.

Für die Verschönerung des Gotteshauses und des Gottesdienstes war ihm, dem Manne von bewährtem künstlerischem Gefühl, keine Bemühung zu schwer. Vor einigen Jahren ließ er die Kirche erneuern und die schönen Pfeilergemälde restaurieren. Sein bedeutsames Werk aber ist die Wiederherstellung der alten Totenkrypta und ihre Ausschmückung mit altchristlich empfundenen Malereien durch einen hiesigen Künstler.

Aus einem arbeitsreichen Leben hat der Tod den hochverehrten und von allen geliebten Pfarrherrn dahingerafft. Gestern noch war Oberpfarrer Husmann zur Einführung des neuen Pfarrers in Forst gewesen, von der er ohne jedes Anzeichen eines Unwohlseins zurückkehrte. Umso unerwarteter trifft uns die Nachricht von seinem Tode, die nicht nur bei seinen Pfarrkindern, sondern in der ganzen Stadt die größte Trauer und Erschütterung auslösen wird. Möge dem verdienten Priester droben reicher Lohn für seine Mühen werden. R. I. P.

Kurzbiografie Lehrer und Chronist Egidius Post


Über vier Jahrzehnte war Egidius Post in Kuckum als Lehrer tätig. Weit über den Ort hinaus wurde er durch seine schriftstellerische und Vortragstätigkeit bekannt und anerkannt. Seinem großen Vorbild Anton Heinen folgend, wirkte Egidius Post auf den Gebieten der Pädagogik und allgemeinen Volksbildung.

Der am 25. Juli 1891 in Köln geborene Egidius Post besuchte von 1908 bis 1911 das Lehrerseminar in Kornelimünster und erhielt 1911 die erste Lehrerstelle an der einklassigen Schule im Eifelort Neidingen bei St. Vith. Nach seiner zweiten Prüfung am 28. März 1914 wurde er am 1. Juni desselben Jahres Lehrer in Borschemich. Am 1. April 1915 trat er, ausgestattet mit hervorragenden Fähigkeiten, als Lehrer die Stelle in Kuckum an. Bis zum 1. April 1957 wirkte er an der einklassigen Schule mit ausgezeichnetem Erfolg und ging dann wegen Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand. Während seiner 42jährigen Tätigkeit besuchten 356 Kinder die Kuckumer Schule.

Sein emsiges Schaffen auf überaus vielseitigen Gebieten wurde mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am 18. Dezember 1957 gekrönt.

Egidius Post fand durch sein Wirken im Lehrerverband und im sozialpädagogischen Ausschuss ebenso wie durch seine schulische Tätigkeit die Anerkennung seiner Kolleginnen und Kollegen, der Schulbehörden und zahlreicher führender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Ganz besonders anerkennenswert ist seine Tätigkeit außerhalb der Schule in der gemeindlichen Arbeit und im Wirken für die örtliche Gemeinschaft.

Er war recht erfolgreich tätig, nicht nur als Gemeindeverordneter der damaligen Gemeinde Wanlo (später Gemeinde Wickrath), als Ortsvorsteher von Kuckum und Mitarbeiter des gemeindlichen Mitteilungsblatts " Niersbote ", sondern auch als Organist und Dirigent im Pfarr-Rektorat Kuckum, als Kirchenvorstandsmitglied sowie Helfer und Gruppenführer im Deutschen Roten Kreuz.

Am 2. März 1945 wurde Egidius Post von der Besatzungsmacht zum Bürgermeister bestellt, dessen Hauptaufgabe darin bestand, die einheimische Bevölkerung in allen Angelegenheiten zu betreuen.

Vor allem muss hingewiesen werden auf das Wirken von Egidius Post für die Dorfgemeinschaft und die einzelnen Bewohner in vielen Dingen. Es gab in Kuckum kein Haus, das nicht seinen Rat und seine Hilfe in Anspruch genommen hat. Er stand jedem bei, soweit es ihm irgendwie möglich war. Was alles machte in Kuckum nicht wie selbstverständlich "der Lehrer". Schule, Gemeinde, Dorfgemeinschaft und weite Kreise darüber hinaus schulden dem erfolgreichen Pädagogen und Förderer der Gemeinschaftsbelange Dank und Anerkennung.

[Er schrieb u.a. die Chronik von Kuckum und die Chronik von Wickrath.]

Egidius Post starb am 20. März 1965 in Wickrath

Quelle: Lebensbericht aus der Geschichte des Erkelenzer Landes

Martin Jülicher

Martin Jülicher wurde am 5. Mai 1893 in Mönchengladbach geboren. Nach dem Besuch der Alser Volksschule besuchte er das Gymnasium in Mönchengladbach. Nach erfolgreichem Abschluß des Lehrerseminars war er zunächst in Herongen, später in Dülken (heute Viersen) als Volksschullehrer tätig. Am 1. Weltkrieg nahm Martin Jülicher als Leutnant teil. Neben beiden Eisernen Kreuzen wurde er wegen besonderer Tapferkeit mit dem Ritterkreuz des Hohenzollernschen Hausordens mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Außerdem erhielt er das Verwundetenabzeichen für viermalige überwundene Verwundungen.

Nach dem Kriegsdienst [Lehramtsprüfung = 1919] wurde er 1920 Volksschullehrer in Wanlo. 1923 erhielt er die Stelle des Rektors an der Katholischen Volksschule Wickrath, die er bis zu seinem erneuten Einzug an die Front im 2. Weltkrieg über mehrere Jahrzehnte inne hatte. Pflichtbewußtsein und Sorge um die ihm Anvertrauten waren seine Tugenden. 1)
[Wohnung in Wanlo von 1921 bis 1923 = Kirchstraße (heute An der Kirche) / Schweinemarkt ]
[Lehrer in Wanlo vom 01.04.1921 bis 15.04.1923]

Im 2. Weltkrieg wurde Martin Jülicher als Reserveoffizier eingezogen. 1943 wurde er wegen eines schweren Herzleidens vom Kriegsdienst befreit, nachdem er an verschiedenen Kriegsschauplätzen für sein Vaterland gekämpft hatte.

Eine Tragik erfuhr Martin Jülicher nach seiner Rückkehr in die Heimat als er feststellen mußte, daß seine Stelle als Rektor an der Katholischen Volksschule Wickrath zwischenzeitlich anderweitig besetzt worden war. Der Schuldienst hatte halt auch während seiner Abwesenheit weiterlaufen und die vakante Rektorstelle neu besetzt werden müssen. Eine besondere Tragik des ohnehin verständnislosen Krieges.

Nachdem Martin Jülicher seinen Beruf als Rektor an seiner Wickrather Schule, die auch mit einer Dienstwohnung gekoppelt war, nicht mehr auszuüben vermochte, wurde er in den vorzeitigen Ruhestand versetzt unter Beibehaltung seiner Dienstwohnung und mit dem Zugeständnis, daß er sich unter Wahrung seines beamtenrechtlichen Besitzstandes ohne finanzielle Renteneinbuße weiterhin beruflich betätigen könne. Unter diesem Aspekt willigte Martin Jülicher seiner Frühpensionierung ausdrücklich zu.
[Lehrer in Wickrath von 1923 bis 1945]

Seitdem war er erst recht sowohl privat, beruflich und in öffentlichen Ämtern aktiv. Zäh und unermüdlich arbeitete er weiter für seine und seiner Familie Zukunft. Als freier Handelsvertreter baute er sich seit 1949 eine neue Existenz auf und war als freier Mitarbeiter der Lehrmittelfirma Herold tätig. Zusätzlich verkaufte und vermittelte er gute Weine deutscher Anbaugebiete. So fuhr er als freier Handelsvertreter seine ehemaligen Kollegen und Freunde in den Schulen des Westkreises ab, um sie zu beraten, sei es beim Ankauf von Lehr- und Lernmitteln oder von guten Weinen.

Nach dem 2. Weltkrieg und nach Aufgabe seiner Rektortätigkeit hat Martin Jülicher viele Ehrenämter bekleidet. So ist er zum Beispiel Mitbegründer und einziges Ehrenmitglied des Verkehrs- und Heimatvereins Wickrath.

Viele Jahre war Martin Jülicher auch Schiedsmann der Gemeinde Wickrath, was von seinem großen Ansehen bei Rat, Verwaltung und Bürgerschaft zeugt. Darüber hinaus förderte Martin Jülicher auch weitere gemeinnützig arbeitende Vereine, wobei ihm die St. Antonius Schützenbruderschaft Wanlo besonders am Herzen lag, da er hier als Volksschullehrer über mehrere Jahre tätig war. Schließlich war er es auch, der der St. Antonius Schützenbruderschaft das im 2. Weltkrieg verschollene Schützensilber mit Königskette wiederbeschaffte. Auch im Kreise der St. Antonius Schützen war er Ehrenmitglied. 2)

Am ...?... heiratete er die Brocher Maria 3), die am 31. Mai 1895 geboren wurde und am 3. Oktober 1982 verstarb. 4) Sie wohnte zuletzt in der alten Dienstwohnung, Wickrath, Klosterstraße 7, die Martin Jülicher während seiner Tätigkeit als Rektor in Wickrath inne gehabt hatte.
Nach dem Tod der Maria Brocher übernahm ihr Enkel Wolfgang Jülicher die Wohnung der Großmutter auf der Klosterstraße 7 in Wickrath.

1) FA Jülicher, Gützenrath, Totenzettel für Martin Jülicher vom 28.11.1963,
2) FA Jülicher, Gützenrath, Nachruf in der Zeitung vom November 1963,
3) siehe auch Ahnentafeln der Familie Brocher im Anhang unter BROCHER,
4) FA Jülicher, Gützenrath, Totenzettel von Maria Jülicher, geb. Brocher vom 3. Oktober 1982
Martin Jülicher starb am 28. November 1963 mitten aus seinem nimmer müden Schaffen, nachdem er auf ein parkendes Auto gefahren und sich dabei lebensgefährlich verletzt hatte. Das Begräbnis fand am 3. Dezember 1963 in der St. Antonius Pfarrkirche in Wickrath, die anschließende Beisetzung auf dem Wickrather Friedhof statt. [Untertor/ Am Klingelsberg]

Aus der Ehe des Martin Jülicher mit Maria Brocher gingen 3 Kinder hervor:
Elsbeth Jülicher
Jülicher Irmgard
Herbert Jülicher
Quelle: Internetseite von Manfred Juelicher

In [....] Quelle: Achim Jülicher / Chronist.

Günter Seuren

Der Sohn eines Maschinenschlossers ist am 18. Juni 1932 in Wickrath geboren.

Am Mittwoch Abend, 12. Dezember 2003, ist Günter Seuren 71-jährig in München gestorben.
Er erlag einem Herzinfarkt.

Günter Seuren besuchte das Gymnasium in Rheydt, wo er 1953 sein Abitur machte. Anschließend war er Mitarbeiter der Illustrierten „Neue Post“ in Düsseldorf, für die er kleinere Texte verfaßte. Seit 1955 war er freier Schriftsteller und Filmkritiker bei der „Deutschen Zeitung“. In den Sechzigerjahren stand er der von Dieter Wellershoff initiierten „Kölner Schule“ des neuen Realismus nahe und verfaßte neben seinen erzählerischen Werken zahlreiche Hörspiele und Drehbücher für Fernsehspiele. Ab 1986 entstanden im Auftrag von ARD und ZDF eine Reihe von Drehbüchern für Dokumentarfilme; die Dreharbeiten führten ihn u.a. nach Kanada, Mexiko, Ecuador und Peru.

Er lebte seit 1967 in der Schweiz und ab 1987 in München wo er auch starb.

Günter Seuren erhielt folgende Auszeichnungen:

1963 den Förderpreis zum Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen,
1966 den Drehbuchpreis der „Berlinale“ für die Verfilmung seines Romans „Das Gatter“ unter dem Titel „Schonzeit für Füchse“,
1967 den Georg-Mackensen-Literaturpreis.
1987 den Filmpreis des Hauptverbandes deutscher Filmtheater für "Encantadas".

Seine Werke (Auszug):

1961 - Winterklavier für Hunde,
1964 - Das Gatter,
1966 - Lebeck,
1968 - Das Kannibalenfest,
1969 - Rede an die Nation,
1970 - Der Abdecker,
1974 - Der Jagdherr liegt im Sterben,
1979 - Die fünfte Jahreszeit,
1980 - Abschied von einem Mörder,
1982 - Der Angriff,
1985 - Die Asche der Davidoff,
Schätze dieser Erde, Bergisch Gladbach
1989 - Band 1,
1990 - Band 2,
1990 - Band 3,
1992 - Hundekehle,
1993 - Schatzsucher, (mit Sylvio Heufelder)
2000 - Die Krötenküsser,
2001 - Die Galapagos-Affäre,
2002 - Jenseits von Wimbledon,
2004 - Das Floß der Medusa,

Biografie Konrad Bäumer

der letzte Bürgermeister von Wickrath.

von Franz-Josef Bäumer und Heinz-Josef Katz
Konrad Josef Bäumer, wie er laut Stammbuch heißt, stammt von Josef Anton Bäumer aus Köln und Gertrud, geb. Pistel aus Wickrathhahn ab. Diese haben 1917 in Wickrath geheiratet. Nach der Hochzeit mußten sie nach Köln ziehen, da Josef Anton eine Arbeitsstelle bei der dortigen Reichsbahn hatte.

Konrad Bäumer wurde am 10. Dezember 1917 in Köln geboren. Geheiratet hat er Elisabeth, geb. Bosmanns 1947 in Essen-Altenessen. Verstorben ist er am 15. Februar 1993 in Wickrathhahn.

Aus dieser Ehe ging der einzige Sohn, Franz-Josef Bäumer hervor. Dieser ist im Oktober 1948 in Wickrath geboren. Im September 1973 hat er Renate Katschke aus Wickrath geheiratet. Zusammen haben sie einen Sohn und eine Tochter.

Konrad Bäumer hat in der Zeit von 1923 bis 1927 die Volksschule in Wickrathhahn besucht. Von 1927 bis 1932 besuchte er das Gymnasium in Odenkirchen. Dort schloß er mit der Mittleren Reife ab. Bei der Firma EDEKA in Grevenbroich erlernte er den Beruf als Einzelhandelskaufmann und verdiente auch dort von 1932 bis 1938 sein Geld.

Zum Reichsarbeitsdienst (RAD) nach Osten a.d. Oste (Niedersachsen) mußte er von April bis September 1938. Ab Dezember 1938 war er als „Freiwilliger“ in der 11. Battr. III. Flack-Reg. 64. in Hilden (bei Düsseldorf).

Der militärische Werdegang: Oktober 1940 Obergefreiter, Dezember 1942 Unteroffizier, Juli 1944 Wachtmeister (Feldwebel).

Wieder im „normalen“ Leben zurück, besuchte er ab Februar 1951 einen Steuer-Inspektor-Lehrgang der Landesfinanzschule des Landes Nordrhein-Westfalen im Schloß Nordkirchen i.W..
Danach arbeitete er in den Finanzämtern in Grevenbroich, Düsseldorf-Süd und Mönchengladbach-Mitte. Zum Schluß war er im Finanzamt Rheydt als stellvertretender Leiter.
In den Ruhestand ging er am 31. August 1980 als Steueroberamtsrat. Für seine Verdienste bekam Konrad Bäumer im Januar 1987 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Ein besonderes Steckenpferd von der Familie Konrad Bäumer war der jährliche Urlaub. Von 1959 bis 1991 verbrachte er mit seiner Frau und teilweise mit Sohn Franz-Josef den Urlaub immer in Kröv-Kövenig an der Mosel. Dort konnte er sich bestens erholen.

Konrad Bäumer war der letzte Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Wickrath. Dieses Amt bekleidete er von April 1970 bis Dezember 1974. Zu seiner Zeit wurde das „Schloßbad Wickrath“ und das „Wickrather Gewerbegebiet“ gebaut.

Im Januar 1975 war die kommunale Zusammenlegung der Städte Mönchengladbach und Rheydt und der Gemeinde Wickrath. Im Stadtbezirk Wickrath war er dann bis 1989 der erste Bezirksvorsteher.

Auch das Vereinsleben wurde bei Konni, wie er von seinen Freunden genannt wurde, groß geschrieben. In die St. Hubertus-Bruderschaft Wickrathhahn ist er 1956 eingetreten, nachdem ihm angetragen wurde, das Amt des Generals zu übernehmen. Auf der Generalversammlung wurde er dann auch in dieses Amt offiziell gewählt. Die Zeitungen berichteten natürlich von einem neuen General, der dem König Joseph Stevens sen. das Regiment „zünftig“ meldete. Dieses ehrenvolle Amt bekleidete er bis zur Generalversammlung im September 1986, wo er dieses Amt an seinen Sohn Franz-Josef übergab. Dieser wurde dann auch von den Mitgliedern gewählt. Er bekleidet dieses Ehrenamt heute noch. Auf dieser Generalversammlung wurde Konrad Bäumer für seine besonderen Verdienste in der Bruderschaft zum Ehrenmitglied ernannt.

Ein weiterer Vorstandsposten bekleidete er im „Verein für Heimatpflege“ in Wickrathhahn.
Im Jahre 1950 wirkte er am Festbuch zum 30jährigen Bestehen dieses, für Wickrathhahn verdienstvollem Vereines, mit. Zwischen 1951 und 1953 war er Beisitzer in diesem Heimatverein.
Im März 1953 wurde er zum 1. Geschäftsführer gewählt. Auf der Jahreshaupt-Versammlung im März 1989 stellte er sich nicht mehr zur Wahl. Konrad Bäumer wurde aus Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt.
In allen (Männer-) Vereinen in Wickrathhahn war er passives Mitglied.
In Erinnerung seiner Verdienste wurde in Wickrath eine Straße nach ihm benannt.

Gemeindedirektor i. R. Wolfgang Krane 80 Jahre


von Hans-Josef Pisters – Niersbote Nr. 12/2006

Der ehemalige Gemeindedirektor der Gemeinde Wickrath, Wolfgang Krane, vollendet am 26. März dieses Jahres sein 80. Lebensjahr. Vor 80 Jahren wurde er in dem Dorf Welda im Kreis Warburg, Ostwestfalen, geboren. Vom 1. März 1963 an bis zur kommunalen Neugliederung am 31. 12. l974 war er Gemeindedirektor der Gemeinde Wickrath. Vorher war er stv. Amtsdirektor bei der Amtsverwaltung Kürten im Bergischen Land. Nach Kürten kam Krane von der Stadt Hagen aus, wo er Amtsvormund von 420 unehelichen Kindern im Jugendamt war. Die Verwaltungsschule und die Verwaltungsakademie besuchte er ebenfalls in Hagen.

Sein Vorgänger bei der Gemeindeverwaltung Wickrath war Karl Eßer, der wegen Erreichens der Altergrenze aus dem Dienst ausschied. Die freigewordene Stelle des Gemeindedirektors wurde dann nicht nur regional sondern auch überregional ausgeschrieben, u. a. in der Schwartzschen Vakanzenzeitung. Dort waren gleichzeitig zwei Gemeindedirektorenstellen ausgeschrieben, eine in Wevelinghoven und die Wickrather Stelle.

Bei seiner Bewerbung wusste er noch nicht einmal wo Wickrath liegt. Nachdem sich seine Frau Hildegard danach erkundigt hatte, u. a. auch wo die Niers fließt, bezweifelte er, dass es überhaupt einen Fluss gibt, der so heißt, weil er noch nie etwas darüber gehört hatte. Und dieser Ort sollte nun einmal seine Heimat werden, denn im Dezember 1962 wurde er einstimmig zum Gemeindedirektor gewählt. Eingeführt wurde er im Saal des „Haus der Jugend“ (jetzt Städt. Kindergarten Schlossacker), wo gleichzeitig auch die Verabschiedung des Gemeindedirektors Karl Eßer stattfand.

Sein Dienst begann direkt sehr turbulent, denn an seinem zweiten Tag nach seiner Einführung als Gemeindedirektor wurde Wickrath von einer Überschwemmungskatastrophe heimgesucht. Sonntags abends gegen 22.00 Uhr holte ihn der damalige Gemeindebrandmeister Bähren mit den Worten aus seiner Wohnung „Herr Direktor, wir haben Hochwasseralarm. Da sie als Gemeindedirektor Katastropheneinsatzleiter sind, muss ich sie bitten, mit mir zu den Gefahrenstellen zu kommen.“ Nach einem langen Winter war der Boden tiefgefroren. Danach wurde es etwas milder und es gab reichlichen Schneefall. Da tagsüber die Sonne schien, begann der Schnee zu schmelzen, so dass das Wasser nicht in den Boden einsickern konnte und so in tiefer liegende Gebiete floss. Die dadurch entstandenen Überschwemmungen gab es damals im ganzen Bundesgebiet. Vor allem im gesamten Bereich der Niers drohte die Situation gefährlich zu werden. Besonders am Priorshof und in Wickrathberg ergoss sich das Schmelzwasser in Ställe und Keller. Man entschloss sich dann, das Stauwehr in Wetschewell zu schließen, wodurch große Teile des Wickrather Bendengebietes unter Wasser gesetzt wurden, während der Bereich Odenkirchen davon verschont blieb. Besonders hart hatte es eine Familie am Neukircher Weg getroffen, weil ihr Haus nahezu völlig unter den Fluten verschwand. Die Bewohner mussten sogar auf das Dach flüchten und wurden von Feuerwehrmännern mit einem Schlauchboot befreit. Diese Evakuierung und die Folgen sollten sehr viel Ärger verursachen. Krane war also permanent mit der Feuerwehr 5 Tage lang unterwegs. Diese Aktion kann er bis heute noch nicht vergessen.

Dann begann er mit einer Bestandsaufnahme in der Verwaltung, worauf er seine weitere Arbeit aufbaute. Da man finanzpolitisch einen mehrjährigen Überblick über die Maßnahmen, die in der nächsten Zeit realisiert werden sollten, dringend benötigte, entwarf er einen Fünfjahresplan, in dem enthalten war, was alles an Baumaßnahmen durchgeführt werden sollte, z. B. Schulen, Sportstätten, Straßen, Kanäle, Wirtschaftswege und Erweiterung des Rathauses. Da für Wickrath eine solche Vorplanung neu war, bekam der Rat es mit der Angst zu tun, als ihm zugemutet wurde, in den nächsten Jahren jeweils über 4 Mio. DM per anno zu investieren, und man war sehr skeptisch in Bezug auf die angepeilten 13 Mio. DM Landeszuschuss, die Krane locker machen wollte. Da die Wickrather Infrastruktur damals ziemlich mangelhaft war, musste unbedingt etwas getan werden, um öffentliche Gebäude, Straßen, Plätze, Beleuchtung etc. auf Vordermann zu bringen. Seine erste große Aufgabe sah er darin, zunächst einmal die Verwaltung umzuorganisieren und zu modernisieren.

Alle seine Maßnahmen, die er initiiert und durchgeführt hat hier aufzuzählen, würde den Rahmen der Berichterstattung sprengen. So soll nur auf einige einschneidende Maßnahmen und Projekte hingewiesen werden. Es begannen Planung und Ausbau des Marktplatzes einschl. des Kirchenhügels mit der Treppenanlage, die Ortskernsanierung und Verbesserung der Infrastruktur im Bereich der Poststraße, damalige Bismarckallee, Beckrather Straße, damalige Odenkirchener Straße, Kirchstraße und Rheindahlener Straße. Im schulischen Bereich ging es um die Erweiterung der damaligen Katholischen Grundschule in Wickrath, wo neben Fertigklassen ein kompletter neuer Atriumbau am Lindenplatz, der heutigen Gemeinschafts-Grundschule, entstand.

Es folgten der Schulneubau in Beckrath / Herrath (heute GGS für den gesamten ländlichen Bereich), die Erweiterung der jetzigen Gemeinschafts-Hauptschule Voigtshofer Allee mit dem Bau der großen Sporthalle, in der später einmal die Deutschen Meisterschaften im Hallen-Radsport durchgeführt wurden, weil diese Sporthalle die einzige Halle im hiesigen Bereich war, die die Voraussetzungen hierfür bot. In Kuckum wurde eine neue Volksschule gebaut, ebenfalls wurde für die Schule Wanlo eine Turnhalle, die heute auch als Mehrzweckhalle genutzt werden kann, errichtet.

Ein ganz besonderes Ereignis war es jedoch, eine weiterführende Schule als Kreisrealschule nach Wickrath zu bekommen, obwohl sich andere Gemeinden des Kreises im hiesigen Bereich darum sehr bemüht hatten. Eine neue Sportanlage wurde an der Adolf-Kempken-Halle errichtet; ebenfalls erfolgte die Erweiterung der Tennisanlage. An der Wickrathberger Straße wurde ein Freizeitpark für „Jung und Alt“ geschaffen.

Da in Wickrath nur eine „Badeanstalt“ vorhanden war, wurde ein neues Hallen-Freibad, das jetzige Schlossbad, errichtet, das als Hallenbad im Januar 1973 eröffnet und seiner kompletten Bestimmung am 5. Mai 1973 übergeben werden konnte. Wegen seiner farblichen Gestaltung der Außenwände und des Schwimmkanals von der Halle in den Freibadbereich wurde es in der gesamten Region sehr bewundert.

Die Einrichtung eines Volksbildungswerkes und einer Gemeindebücherei waren ebenfalls Kranes Werk, genauso wie der Erweiterungsbau des Rathauses, der jetzigen Bezirksverwaltungsstelle an der Klosterstraße.

Die Räume im ehemaligen Klostergebäude, in denen einmal zunächst die Gemeindesparkasse Wickrath und anschließend die Gemeindekasse der Gemeindeverwaltung untergebracht waren, gestaltete er zu einem Sitzungssaal um, der zudem mit antiken Möbeln und sonstigen Gegenständen ausgestattet wurde. Seine Frau fertigte hierfür einen herrlichen Gobelin und stellte ihn kostenlos zur Verfügung.

Weil der alte Gemeindefriedhof (jetzt Untertor) zu klein wurde, sorgte er für den Ankauf des neuen Friedhofgeländes am Adolf-Kempken-Weg.
Im Westflügel des Schlosses wurden ein Feuerwehrdepot und eine Altentagesstätte eingerichtet.

Das damalige Gemeindewasserwerk wurde im Jahr 1969 an die Kreiswerke in Grevenbroich verkauft. Der Wirtschaftswegebau wurde kontinuierlich durchgeführt.

Eine seiner größten Leistungen war die Industrieansiedlung in Wickrath. Es musste unbedingt etwas getan werden, da die alten einheimischen Industriebetriebe, vor allem im Textil- und Lederfabrikationsbereich, nach und nach geschlossen haben. So wurden mit Nachdruck zunächst einmal 100.000 qm Fläche zwischen Trompeterallee, Bahnlinie und A61 in einem neu ausgewiesenen Gewerbegebiet erworben. Ohne Landeszuschuss und vermutlich zinslosem Kreisdarlehen wäre dies nicht möglich gewesen. Innerhalb von 3 Jahren wurden bereits 10 Firmen mit 600 Arbeitsplätzen dort angesiedelt. So wurde die getätigte Investition zu einem vollen Erfolg.

Es bot sich dann die einmalige Chance, voll mit Staatszuschüssen einen Gleisanschluss finanziert zu bekommen. Da ließ Gemeindedirektor Krane nicht locker und erreichte, dass der Gleisanschluss erfolgte, was wiederum Voraussetzung dafür war, dass die Finna C & A eine Niederlassung in Wickrath mit allein 300 Arbeitsplätzen und einem Gewerbesteueraufkommen in Millionenhöhe errichtete. Weitere namhafte Betriebe siedelten sich dort seinerzeit an: Firma Dr. Hahn, der erste Betrieb im Gewerbegebiet, Firma Rolladen-Müllers, Firma Rottes, Firma Curver, Firma Reuter, Firma Pötter, Firma Dimke, Firma Kremers, Firma Wilms und andere. Heute ist aus dem damaligen „Industriepark Nord“ der Gemeinde Wickrath ein riesiges Gelände mit mehr als 80 Betrieben und rd. 2.500 Arbeitsplätzen geworden.

Ein weiterer großer Erfolg von Wolfgang Krane war der Ankauf des Schlossgeländes vom Land Nordrhein Westfalen im Jahr 1967. Krane weiß heute noch über die schwierigen Verhandlungen zwischen der Gemeinde und dem Land zu berichten.

Das Hauptgebäude des ehemaligen Herrensitzes der Grafen von Quadt war nicht mehr vorhanden. Anstelle des abgerissenen Hauptschlossgebäudes baute man eine Landstallmeistervilla, die aber seit 1957 leer stand, weil die Pferdezucht nach Warendorf verlagert wurde. Anschließend wohnten dort nur noch der Leiter des ehemaligen Durchgangswohnheimes, das nach dem Bau der Mauer aufgelöst worden war, und der bekannte Heimatdichter und Heilpraktiker Peter Rott.

Da das Schloss ohne aktuelle Funktion mit Villa, Vorburg und großem Park da lag, stellte sich die Frage, was man hiermit anfangen könnte. Wie bereits erwähnt, wurden in der Vorburg die Gemeindebücherei und eine Außenstelle des Gesundheitsamtes sowie die Altentagesstätte, das Feuerwehrdepot und zudem einige Wohnungen eingerichtet.

Krane führte dann etliche Verhandlungen über die Verwendung des ehemaligen Landstallmeisterhauses, bis er in Hans Deußen einen Interessenten gefunden hatte, der aus diesem maroden Gebäude mit hohem Aufwand und großer Eigenleistung einen Restaurationsbetrieb, das heutige Schlossrestaurant, machte.

Dass Wolfgang Krane auch das Drehbuch für den im Jahr 1973 fertig gestellten Film [von Karl-Heinz Wolf (+ 2006), Wickrath] "Wickrath, la perle" geschrieben hat, sei nur am Rande bemerkt.

Durch die kommunale Neugliederung am 1.1.1975, dem Ende der Selbstständigkeit der Gemeinde Wickrath, und somit auch der Tätigkeit als Gemeindedirektor, wurde er wegen seiner großen Erfolge im Industrieansiedlungsbereich Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs - Gesellschaft Mönchengladbach. Anschließend wurde er Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Mönchengladbach. Während dieser Zeit erfolgte der Ausbau des Flughafens zum Regionalflughafen.

Am 1.1.1991 ging Wolfgang Krane dann in den Ruhestand. Über den Ruhestand hinaus hat er jedoch noch für die Genehmigung des Instrumentenlandesystems am Flughafen Mönchengladbach gesorgt.

Nach seiner Pensionierung widmete er sich seiner Frau Hildegard und seinen drei Töchtern Regina, Sabine und Ingrid. Tochter Ingrid ist inzwischen eine bekannte Schriftstellerin unter dem Pseudonym „Rebecca Gablé“ geworden, die bereits viele Romane und Krimis herausgegeben hat.

Neben Reisen zählt die Literatur zu seinen Hobbies. In jedem Semester fährt er heute noch zur Universität Düsseldorf und hört dort Vorlesungen über Philosophie, Geschichte und Germanistik.

Wenn man seine Tätigkeit als Gemeindedirektor der ehemaligen Gemeinde Wickrath noch einmal Revue passieren lässt, dann kann man der Feststellung einer großen regionalen Tageszeitung nur zustimmen, die einmal schrieb „Von Wickrath kann man lernen; mit Gemeindedirektor Wolfgang Krane kam das Wirtschaftswunder nach Wickrath.“ Man kann wirklich ohne Übertreibung feststellen, dass es das Verdienst von Wolfgang Krane ist, aus Wickrath das gemacht zu haben, was es heute ist.

Kurzbiographie von Kurt Jacobi


Kurt Jacobi wurde am 30. März 1915 in Gummersbach geboren.
In Düsseldorf besuchte er das Lessing-Gymnasium.
Nach dem Abitur kam er zum Arbeits- und Wehrdienst.
Bei Kriegsende war er Hauptmann und Batallions-Kommandeur.
In Aachen hat Kurt Jacobi studiert.

Nach Kriegsende kam er nach Wickrath und arbeitete über 20 Jahre in der Textilindustrie (Betriebsleiter in der Spinnerei und Weberei Goertz, Clay & Co.)

Im Jahre 1948 schloß er sich der F.D.P. an.
Schon 1952 wurde er in den Rat der Gemeinde Wickrath gewählt und war 22 Jahre bis zur Neugliederung Ratsherr der Gemeinde Wickrath.
Danach war er 10 Jahre Ratsherr der Stadt Mönchengladbach (bis 1984).
Ab 1984 vertrat er die F.D.P. als sachkundiger Bürger 10 Jahre im Vergabeausschuß.

In der Stadt Mönchengladbach war er 10 Jahre lang Vorsitzender des Ausschusses für Grünflächen und Landwirtschaft. In dieser Eigenschaft hat er sehr viel für die Erhaltung und Neuschaffung von Grün- und Feuchtgebieten in Mönchengladbach erreicht.

Schon 1972 startete er die Aktion „Bürger schaffen einen Park für Jung und Alt“.
Dabei ging es um die Aufforstung einer ehemaligen Müllkippe in Wickrath zu einem Freizeit- und Erholungspark.

Am 30.Januar 1976 wurde Kurt Jacobi zum Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsverein Wickrath gewählt. Diesen Posten hatte er bis 1986 inne. (11 Jahre)
Danach wurde er zum Ehrenvorsitzenden des HuVV ernannt.

Es ist ihm zu verdanken, daß es in Wickrath einen gut besuchten Wochenmarkt gibt.
Seine Idee war die Gestaltung des historischen Lindenplatzes mit der Bronzeplastik „Stute mit Fohlen“.
Auch das jährlich stattfindende „Fest am See“, das heute noch über die Grenzen Wickrath’s bekannt und beliebt ist, ist seine Idee.

Sein besonderes Interesse galt der Historie und die Erhaltung des Wickrather Schlosses.
Sehr viele Historische Berichte in Zeitungen, vor allem im „Niersboten“ hat er geschrieben.
Viele Ausstellungen hat er vorbreitet. (z.B. Wickrather Gaststätten, Wickrather Fabriken, Wickrather Bürger uvm.)

Er war lange Jahre „Baas“ (Vorsitzender) der „Sonnigen Jugend“, einer Seniorenvereinigung in Wickrath, die das Brauchtum und die Volkskunde pflegt.

Auszeichnungen von Kurt Jacobi:

Neben vielen „Ehrentitel“ wie Ehrenvorsitzender oder Ehrenmitglied in verschiedenen Vereinen bekam er das
Schöffensiegel der Stadt Mönchengladbach in Gold. (1978)
Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. (1983)
und den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes am 20. Juni 1989
Gestorben ist dieser verdiente Wickrather am 18. Oktober 1996 in Wickrath.
Nach Kurt Jacobi ist in Wickrath eine Straße benannt.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 13. März 2017 )